3. Eisfestival Osttirol

Bereits zum dritten Mal luden die Betreiber des Eisparks Osttirol zu ihrem Eisfestival ein. Zahlreiche Begeisterte zog es zu den künstlich angelegten Eiswänden. Auch wir waren heuer mit vor Ort und schwangen unsere Eisgeräte. Was uns erwartete, könnt ihr in unserem Beitrag lesen.

Der Eispark

Zunächst ein paar Informationen zum Eispark. Unweit des Matreier Tauernhauses in Osttirol – zwischen der Venediger- und der Glocknergruppe – werden hier künstliche Eiswände zum Eisklettern angelegt. Durch die günstige Lage der nordseitigen Wände, der Höhenlage und für Föhnlagen nicht anfälligen Standort lassen das Eis sehr früh im Jahr wachsen. Der einzigartige Eispark soll so zum Mekka und Anlaufpunkt der Eiskletterszene werden. In mittlerweile zwei Sektoren stehen ca. 80 Routen in allen Schwierigkeitsgraden zur Verfügung, so dass vom Anfänger bis zum Profi jeder auf seine Kosten kommt.

Informationen zu den aktuellen Bedingungen der Eisfälle und der Lawinenlage am Zustieg findet man auf der Homepage des Eisparks Osttirol.

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Homebase Tauernhaus (Matrei)

Tag 1: Vortrag von Robert Jasper

Am 12. Januar war es dann endlich soweit, wir packten unsere Ausrüstung ins Auto und machten uns auf den Weg nach Matrei in Osttirol, leider etwas später als geplant. Nach der Ankunft am Tauernhaus – dem Anlaufpunkt des Eisparks – blieb noch Zeit etwas durch den Schnee zu stapften, die Gegend zu erkunden und die ersten Eindrücke zu sammeln, für die geplante Skitour war es schon zu spät. Vor dem Abendessen ging es noch in den kleinen Saunabereich zum Aufwärmen. Am Abend wurde dann das 3. Eisfestival eröffnet und Robert Jasper berichtete in seinem Vortrag über seine Kletterhighlights mit fantastischen Bildern. Die neuste Ausrüstung von Camp/Cassin, Grivel, Austria Alpin und Petzl konnte ebenso begutachtet werden.

Tag 2: Produkttest und Speedmaster

Den zweiten Tag starteten wir frühzeitig mit dem herrlichen Frühstücksbuffet. Frisch gestärkt machten wir uns mit unseren Rucksäcken auf den Weg in den 15 Minuten entfernten Eispark. Wir folgten dem gewalzten Weg durch die Winterlandschaft, die Sonne bereits im Nacken. Im Pavillondorf am Fuße der Eiswände wurde bereits das Testmaterial präsentiert. Nahezu die gesamte Ausrüstung konnte man sich hier leihen. Wir holten uns Eisgeräte von Cassin (X-Dream) und Grivel, die am Vortag so angepriesen wurden. Gekonnt legten wir unsere Gurte, Steigeisen und Helme an. Sektor 1 war an diesem Tag komplett mit Topropeseilen eingerichtet, um den regen Andrang Herr zu werden. Zusätzlich wurden die Routen in verschiedene Themenbereiche gegliedert und von Bergführer betreut. So gab es von „Erste Schritte im Eis“ bis zum „Mixed“ sämtliche Stationen je nach Können und Belieben. Mittags gab es dann Verpflegung von der Bergrettung Matrei. Warme Getränke und Würste brachten den Körper wieder auf Temperatur. Immer wieder trafen wir auf den gut gelaunten und sympathischen Extremkletterer Robert Jasper, der jedem mit Rat und Tat zur Seite stand und auch sein Können kurzfristig unter Beweis stellte. Ab 15 Uhr begann dann der Speedmaster Fun-Wettbewerb, bei dem jeder teilnehmen konnte. Bei beginnender Dämmerung machten wir uns auf den Rückweg. Nach einer warmen Dusche und Abendessen, wartete heute das Abendprogramm auf uns. Die Siegerehrung des Speedmaster, die von allen erwartete Tombola und anschließend noch Live-Rock-Musik.

Tag 3: Workshops

Für den 3. Tag konnte man sich vorab noch für die Workshops anmelden. In Vierergruppen begleitet von einem Bergführer ging es noch einmal in den Eispark. Unsere Gruppe wurde von der Alpinistin und Bergführer in Lissi Steuer betreut, welche bereits mit Ines Papert auf Expeditionen war. Der Inhalt des Workshops wurde mit der Gruppe abgestimmt, so begann es bei uns zunächst mit einer Auffrischung der Klettertechnik, sowie setzen von Eisschrauben und Vorstiegsklettern. Am Schluss behandelten wir noch das Thema Seilschaftsablauf und Standplatzbau im Eis. Um 15 Uhr waren wir wieder zurück am Tauernhaus. Eine kurze Stärkung und wir konnten uns auf den Heimweg machen.

Unser Fazit:

Vor allem für Einsteiger ist das Festival eine gute Möglichkeit in die Sportart reinzuschnuppern, kostenloser Testausrüstung und Tipps von erfahrenen Bergführern sei Dank. Aber auch für alle anderen ist es ein Wochenende mit grandioser Stimmung unter Gleichgesinnten.

Auch der Speedmaster Fun Cup ist eine lustige Veranstaltung, an der jeder teilnehmen darf und auch sollte. Es wäre allerdings interessanter, wenn Profis (Bergführer, Bergrettung, etc.) und Amateure getrennt bewertet werden, so dass der Reiz für den Gelegenheitskletterer etwas größer ist.

Das Eisfestival ist ein einzigartiges Erlebnis und wir werden definitiv wieder kommen.

Video zum Eiskletterfestival findet ihr auf unseren YouTube-Kanal.

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Gudrun sagt:

    Also ich bewundere das total. Ich bin ja prinzipiell eine feige Nuss und Klettern ist schon nichts für mich, aber Eisklettern finde ich noch eine Stufe krasser..

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  2. Veronika sagt:

    Wow – echt geile Bilder! Ich möchte auch endlich Fuß fassen, im Klettersport. Allerdings Eisklettern wird immer eine Nummer zu groß für mich sein 😉 Auch wenn deine Fotos schon echt Lust darauf machen!
    Liebe Grüße,
    Veronika

    Gefällt 1 Person

    1. kraxxler sagt:

      Kann dir das Eisfestival nur empfehlen, wenn du mal in die Materie Eisklettern schnuppern möchtest. Du bekommst dort die kompletter Ausrüstung zur Verfügung gestellt und kannst mit den dortigen Bergführer die ersten Schritte im Eis machen, und das ganze auch noch umsonst und in einer tollen Atmosphäre…

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      1. Veronika sagt:

        Na wenn du schon so Werbung machst dafür 😅: Aber heuer war es schon oder? Könnte mir gut vorstellen dass eine Freundin von mir da auch Interesse hätte – dann merke ich mir das Mal vor für uns. Ab wann sollte man sich dafür anmelden?

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      2. kraxxler sagt:

        Heuer war es schon. Müsst ihr euch also bis Januar 2019 gedulden.

        Gefällt 1 Person

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