12 vorweihnachtliche Stunden in der Tegernsee-Schliersee-Region

Die Vorweihnachtszeit ist meiner Meinung nach das Schönste an ganz Weihnachten. Nur diese Zeit macht das Weihnachtsfest richtig spannend. Mit Adventskalender jeglicher Art fiebern Jung und Alt dem Fest entgegen – nur damit es nach der handvoll Stunden am Heiligabend auch schon wieder vorbei ist. Das Fest kann man nur wenig genießen, die Vorweihnachtszeit dagegen schon. Nicht nur die Weihnachtsmärkte auch das ganze Flair mit den Lichtern in den Städten und an vielen Häusern machen die immer kürzer werdenden Tage so schön, um nicht gar zu sagen romantisch.OA2017_logoohneRahmenKopie_0

Wir haben leider das Pech, dass unsere Kleeblattstadt nur auf 294m ü. NHN liegt. Das bedeutet für uns, eher selten weiße Weihnacht und auch eher selten Schnee in Vorweihnachtszeit. Um winterliche Vorweihnachtseindrücke zu sammeln, verschlug es uns dieses Jahr in die Region Tegernsee-Schliersee. Als Schichtdienstler sind wir gezwungen zu allen möglichen wie auch unmöglichen Zeiten zu arbeiten. Deswegen machten wir ein vorweihnachtliches Microadventure daraus, welches nur 12  Stunden dauern sollte.

Da kam uns der 3. Advent gelegen. Direkt morgens nach der Arbeit um 8 Uhr brachen wir auf gen Süden. Rucksäcke und Hund waren eingepackt. Zunächst gabelten wir noch Freunde entlang der A9 auf. Bei uns der Metropolregion herrschten nasskalte Plusgrade mit Schneeregen. Je weiter südlich wir gelangten, desto mehr verwandelte sich der Regen in Schnee. An der Autobahnausfahrt Weyarn, kurz vor dem Irschenberg, begannen echte winterliche Verhältnisse zu herrschen. Eine niedrige aber geschlossene Schneedecke und erste Schneehäuflein auf den Zweigen begrüßten uns an der Landstraße.

Rodeln am Spitzingsee

Die erste Station unserer Vorweihnachtstour führte uns an den Spitzingsee, oberhalb des Schliersees. Dort herrschte tiefster Winter, es schneite starke und dementsprechend konnten wir wenig Aussicht genießen. Macht nix, wir waren schließlich nicht primär für die Aussicht angereist. Das Auto wurde vor 5€ Gebühr direkt am Spitzingsattel abgestellt. Sugar bekam ihr Wintermäntelchen und wir unsere dicken Jacken angezogen. Die Freunde hatten auch ihren Holzschlitten mitgebracht.

Wir starteten am Spitzingsattel und machten uns auf den Weg Richtung Obere Firstalm. Eine knappe Stunde wanderten wir den als Rodelstrecke genutzten Forstweg zur Alm. Im dichtem Schneetreiben kamen uns wieder Rodler entgegen, sodass durchaus Vorsicht angesagt war. Unaufmerksames Nebeneinandergehen hätte auf Dauer unweigerlich zu einer Kollision geführt.  Der in den ersten zwei Drittel gut ansteigenden Weg flacht im letzten Drittel merklich ab. Viele Rodler kamen uns auf Schusterrappen entgegen und zogen ihr Gefährt hinter sich her. Nach der Abzweigung zur Brecherspitze, deren Hang mit unverspurten und frisch beschneiten Tiefschnee lockte, mussten wir nur noch wenige Meter zur Alm zurücklegen. Unsere Mägen knurrten als wir die Alm erreichten, denn die Mittagszeit war angebrochen. Schnell einkehren, die Klamotten trocknen und was Zünftiges zu Essen bestellen. Gesagt getan. Die Alm war an diesem winterlichen dritten Advent ziemlich überfüllt. Erst nach einigem Suchen ergatterten wir einen Platz.

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Flach geht’s dahin…
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… kurz vor…
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… der Oberen Firstalm.

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Frisch gestärkt nach der Pause liehen wir uns für 4€ pro Stück Rodel aus. Rein theoretisch kann man damit auch mehrmals rodeln, wenn man denn wieder zur Alm läuft. Wir entschlossen uns, nur einmal hinunter zu fahren. Das flache Wegstück für die neuen bekuften Freunde hintergezogen. Als das erste Gefälle auftauchte, begann der Spaß. Auf die Rodel, fertig los. Sugar brauchte eine Weile, bis sie verstand, dass sie nicht immer überholen und vor dem Schlitten kreuzen durfte. Irgendwann kam die Erleuchtung oder auch die schnellere Geschwindigkeit uns lief fröhlich schwanzkreisend hinter den Rodeln her. Aus einer knappen Aufstieg wurden dann circa 15-20 Minuten Abfahrt. Sehr spaßig! Das letzte Mal richtig Rodeln war ich in meiner Kindheit. Auch Sugar war massiv begeistert.

Am Ende der Rodelbahn / Forststraße stellten wir die Leihschlitten linkerhand ab. Von der werden die Schlitten mit einem Kettenquad wieder zur Oberen Firstalm gebracht. Wer möchte, könnte an dieser Stelle nochmal zur Alm laufen und erneut abfahren. Die Abfahrt ist bis 22.30 Uhr jeden Tag möglich, da die Strecke beleuchtet ist. Dennoch werden Stirnlampen zusätzlich empfohlen.

SLYRS – der bayerische Whisky

Das zweite Ziel des Tages stellt die Slyrs-Destillerie in Neuhaus/Schliersee da. Die 1999 gegründete Destillerie stellt bayerischen Whisky her. Zunächst nur in einer limitierten Auflage von 100.000 Flaschen, erfreut sich die sehr liebevoll gestaltete Destillerie mittlerweile großer Beliebtheit. Täglich von 10 -17 Uhr geöffnet, kann man nicht nur seiner Shoppinglust nachgeben, es kann selbige auch mit ein Rundgang für 6€ (inkl. Verkostung) besichtigt werden. Anschließend bestünde die Möglichkeit sich im Slyrs Caffee & Lunchery zu stärken.

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Der Eingang des Shops.

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Der Shop empfing uns mit dem herrlichen Blick auf das goldgelb funkelnde Regal mit hunderten von Slyrs-Flaschen. Ein echter Eye-Catcher gleich zu Anfangs. Der liebevoll mit viel Holz gestaltete Verkaufsraum lud wie immer zum Verweilen ein. Wir suchten den geliebten SLYRS Vanilla & Honey Liqueur und die Freunde statten sich noch mit einem SLYRS Alpine Herbs Liqueur aus.

Leider blieb keine Zeit für einen erneuten Rundgang durch die Destillerie, denn wir wollten auf den Seeadvent in Tegernsee weiter. Hier aber einige Impressionen unserer Besichtigung im Oktober diesen Jahres:

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Adventszauber am Tegernsee

Der Seeadvent Tegernsee besteht aus drei Weihnachtsmärkten: dem Seeadvent Bad Wiesse, dem Rottacher Advent und dem weihnachtlichen Schlossmarkt in Tegernsee. Die drei Märkte verbindet das Pendelschiff (Tagesticket 8€/Person). An jedem Adventswochenende besteht die Möglichkeit mit den Schiff zwischen Märkten zu wechseln.

Circa eine halbe Stunde Fahrzeit benötigte man, um von Schliersee an den Tegernsee zu kommen. Wir entschieden uns, die Autos in Bad Wiessee abzustellen. Der Seeadvent in Bad Wiesse ist mit circa 20 regionalen Austellern der kleinste der drei Märkte. Direkt an der Seepromenade mit viel Schnee entsteht besonderes Flair. Schnee und Wasser ist schon eine tolle Mischung!

Direkt neben dem Markt ist die Schiffhaltestelle gelegen. Von dort fuhren wir mit dem Pendelschiff nach Tegernsee. Durch den starken Schneefall und Nebel sehen wir nicht viel von den umgebenden Bergen. Am Schiff schwamm eine Ente mit einem kleinen Schneehaufen auf dem Rücken vorbei während das Schiffspersonal an der Reling Schnee schippte.

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Anlegestelle des Pendelschiffs in Bad Wiessee.

In Tegernsee angekommen, liefen wir fünf Minuten entlang der Seepromenade, welche uns direkt zum Schloss führte. Es begann langsam zu dämmern. Im winterlichen Kleid mit romantischer Beleuchtung präsentierte sich die Schlosskirche und das Hüttendorf. Über 30 Hütten bieten neben kulinarischen Schmankerl auch Kunsthandwerk und Trachtenmode an. Nach einem gemütlichen Rundgang, etwas Deftigem und Süßen wie auch einer Runde Glühwein, verließen wir den Schlossmarkt. Mittlerweile hatte der Schneefall nachgelassen.

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Die Schlosskirche in Tegernsee.
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Hüttendorf vor der Kirche.

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Wir kehrten zurück zur Anlagestelle des Pendelschiffs und fuhren weiter zum Rottacher Advent. Im Dunklen erleuchtete das weihnachtlich geschmückte Rottach-Egern den See. Nicht nur der Weihnachtsmarkt direkt am Seeufer, auch die umliegenden Häuser waren festlich beleuchtet.

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Das Pendelschiff.

Die ebenfalls etwas über 30 Hütten liegen entlang des Seeufers und rund um den höchsten freigewachsenen Weihnachtsbaum Oberbayerns. Auch hier luden regionale Köstlichkeiten und Kunsthandwerk zum Verweilen ein. Wir stärkten uns mit Waffeln und Früchtepunsch. Um 18.15 Uhr nahmen wir das Boot zurück nach Bad Wiessee. Dort wärmten wir uns noch am Feuer und genossen einen Kaiserschmarrn bevor wir kurz nach 19 Uhr die Heimfahrt antraten.

So endete nach knappen 12 Stunden unser vorweihnachtliches Microadventure in der Region Tegernsee-Schliersee. Wir tankten ganz viel weihnachtliche Stimmung, wozu der Schnee einen Großteil beitrug. Und hoffentlich können wir nächstes Jahr wiederkommen.

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Seeadvent in Bad Wiessee.

Zum Schluss noch ein paar Infos zu den Locations:

  • Rodeln an der Oberen Firstalm:
    • Wanderung: 45 Minuten für ca. 250 hm
    • Rodelstrecke: 2,5 km
    • Rodelbetrieb bis 22.30 Uhr
    • Stirnlampenverleih an der Alm: 3€ / Stück
    • Rodelverleih an der Alm: 4€ / Stück
    • weitere Infos unter www.firstalm.de
  • SLYRS – Destillerie:
    • täglich 10 – 17 Uhr geöffnet
    • Rundgang inkl. Verkostung: 6€ / Person
    • Shop & Cafe kostenloser Eintritt
    • weitere Infos unter www.slyrs.com
  • Adventszauber am Tegernsee:

Dieser Beitrag ist im Rahmen des Outdoorblogger Adventskalenders 2017 vom aufundab.eu erschienen als Türchen Nr. 20. 

Im Türchen 19 versteckte sich gestern Tipps zum genussreichen Winterwandern von zufussunterwegs.de

Türchen 20 teilen wir uns mit Outdoor-Spirit. Es wird erzählt, wie Alles begann.

Morgen gibt’s dann eine neue Geschichte im Türchen 21 von bergorama.de

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. ein ganz toller Beitrag über einen interessanten Winterausflug ! Der Tegernsee hat natürlich was ! Kenne ihn nur im Sommer ! Rodeln ect. wäre auch so mein Fall ! Das einzigste auf das ich verzichtet hätte wäre die Whisky Destillerie ! Das ist so gar nicht meins ! Alles Geschmacksache ! Ich war mal in einer Grappa Destillerie und nicht einen probiert !!!!! Wenn ich das erzähle versteht dies auch niemand !!!
    Super gefallen mir natürlich auch die Nachtfotos und der Hundi hatte ja auch seinen Spaß !!! LG Manni

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    1. miiiep sagt:

      Der tegernsee im Winter ist was ganz besonderes. Am Seeadvent fand ich die Mischung aus Schnee, Berge, Weihnachtsmarkt und Wasser einmalig. Musst auf jeden Fall (nächstes Jahr oder so) besuchen. Wär dann auch auf deine Fotos gespannt 😁
      Grappa brennerei ohne Grappa zu testen ist wirklich eine Kunst 😅
      Der Hundi war ganz schön platt am Ende des Tages. Konnte schon bei Rückfahrt nach Bad Wiesse kaum die Augen offen halten.

      Gefällt 1 Person

      1. Werde es mir merken !
        Die Grappabrennerei war in Bassano del Grappa ! Vielleicht kennst du den Ort ! Liegt im Trentino / Italien

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      2. miiiep sagt:

        Kommt mit bekannt, war aber noch nie da.

        Gefällt 1 Person

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