Skitourensaisonauftakt am Kitzsteinhorn 

Aufgrund des Wochenenddienstes am letzten Oktoberwochenende sorgte der Arbeitgeber für zwei freie Tage unter der Woche, klassischer Freizeitausgleich.

So verschlug es uns nach Kaprun. Das Gletscherskigebiet am Kitzsteinhorn hatte geöffnet und wies auch genug Schnee für eine Skitour auf. Als erste Anlaufstelle diente ein örtliches Sportgeschäft, denn Stefan musste noch die Bindungen seiner neuen Tourenski bohren lassen. Das Ganze wurde flux erledigt und in der Zwischenzeit durften wir auf Kosten des Hauses einen Kaffee trinken. Das nenn ich mal Service! Den Abend ließen wir im Tauern Spa ausklingen und sammelten im Saunabereich Kräfte für den nächsten Tag.

Wir erwachten am nächsten Tag und das Womo war vom Grau eingehüllt. Nachts war Nebel aufgezogen, der sich in den Morgenstunden hartnäckig hielt  und nur eine Sichtweite von einigen Metern zu lies. Gespenstig wie unsere treue Liesl allein im Grau auf dem Parkplatz stand. Die Webcam dagegen zeigte uns im Skigebiet strahlenden Sonnenschein. Puh, nochmal Glück gehabt! Ohne Sicht und Orientierung in einer Nebelsuppe wäre die erste Skitour kein Spaß gewesen.

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Alpincenter 2.450m

Schnell zur Talstation und Karten kaufen. Diesen Gedanken hegten am österreichischen Nationalfeiertag mehrer Gleichgesinnte, sodass es erstmal Schlange stehen hieß. Nach ungefähr einer halben Stunde saßen wir mit Sack und Pack in der Gondel. Mir schwante, dass ich schon wieder zu warm angezogen war. Aber hey, ich bin nun mal verfroren und da kann man nix dagegen machen. Wozu hat man denn einem großen Rucksack dabei, der anfangs immer sehr leer aber gegen Ende der Tour vollgestopft mit den entledigten Klamotten ist.

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Los ging’s am Alpincenter

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Kurz unterhalb der Station Langwied durchbrach die Gondel die Wolkenbank. Strahlender Sonnenschein empfing uns über den Wolken. Beste Bedingungen! Am Alpincenter auf 2.450 m starteten wir höchstmotiviert. Wie immer nutzte ich die erste viertel Stunde um überflüssige Kleidungsschichten loszuwerden. Wir folgten der ausgeschilderten Skitourenroute nach rechts zwischen den Pisten Nummer 6 und 12 bis zum Schneehasenlift. Die Sonne wärmte unsere Nasen und untem im Tal bedeckte die dichte Wolkendecke Kaprun. Immer wieder wehte uns ein kühler Wind um die Ohren. Die Bewegung lief noch ungewohnt und dementsprechend steif und langsam ab. Der ein um andere Skitourengeher im Renndress und Ultralightskiern, häufig ohne Rucksack und Lawinenausrüstung, überholte uns zügig. Da kommt man sich schon ordentlich blöd vor mit seinen normalen Softshellklamotten, den Allroundskiern und der kompletten Lawinenausrüstung am Rücken. Nichts desto trotz erreichten auch wir irgendwann den Schneehasenlift.

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Blick ins Tal

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An dieser Stelle verliesen wir die ausgewiesene Skitourenroute und querten entlang der Piste Nummer 15 Richtung Gletscherjet 4. Wir passierten den Gletscherjet und folgten der hinter Gondelbahn gelegenen Piste Nummer 7 bis zur Schmiedingerbahn. Irgendwie lief die ganze Tour heute so zäh. Ich fand keinen richtigen Rhythmus, die Luft wurde dauernd knapp und der Geschwindigkeitsmodus „Schnecke“ war eingelegt. Ganz schön zäh, die erste Skitour! Und irgendwie fehlte heute der Spaßfaktor…

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An der Schmiedingerbahn verliesen wir den präparierten Bereich. Weiter bergauf ging’s unterhalb des Magnetköpfels. Hui, hier gab es sogar eine große Gletscherspalte direkt unterhalb des kleinen Gipfels. Es gibt sie also doch am Schmiedingerferner! Bei unserer Tour aufs Kitzsteinhorn das Jahr zuvor, fanden wir keine nennenswerte Spalte.

Die letzten Meter zur Bergstation des Gletscherjets 4 trafen wir wieder auf die Piste. Angekommen an der Bergstation entledigten wir uns erstmal unser Skier und machten uns auf den Weg zum Gletschershuttle um zum Gipfelrestaurant zu gelangen. Ein Hüngerchen machte sich in der Magen der Magebgrube breit, denn es war die Mittagszeit angebrochen. Nach ausgiebiger Stärkung mit Currywurst und Kaiserschmarren sah die Welt gleich anders aus. Wir beratschlagten das weitere Vorgehen. Gipfel oder doch nur ein paar Abfahrten? Ich war nicht gut drauf an diesem Tag und konnte mich einfach nicht zu den letzten 180 Höhenmetern motivieren. Ich wusste, der Weg würde keinen Spaß machen, ich wäre unachtsam und den Gipfel würde ich nicht genießen können. Die Wahl fiel dadurch schnell auf die Abfahrten.

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Der Gletschershuttle.

Wir fuhren die nächsten zwei Stunden mehrmals über den Schmiedingerferner ab und mit den beiden Kitzliften wieder hoch. Um halb 4 brannten die Oberschenkel und ich war total ausgepowert. Nach einer heißen Schokolade mit Rum, neudeutsch Lumumba, traten wir die Talfahrt an.

Daten & Fakten zur Skitour :

  • Strecke: 3,24 km
  • Dauer: circa 2 Stunden
  • Höhenmeter: 534 hm

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