E5 Etappe 4: Zams – Braunschweiger Hütte

Frisch erholt und ausgeschlafen trappten wir am Morgen des vierten Tages zum Frühstück in unserem Hotel in Zams. Das Buffet war reichhaltig, sodass wir uns gut für die bevorstehende Tour stärken konnte. Leider war aus Stefans Schnupfen des Vortages eine ausgewachsene Erkältung geworden, sodass dieser sehr angeschlagen wirkte. An Abbrechen wollte er allerdings gar nicht denken.

 

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Bergstation Krahberg der Venetbahn.

 

Pünktlich zur ersten Bergfahrt standen wir an der Venetbahn im Herzen von Zams. Die Karten hatten wir zum Glück am Vortag schon erstanden. Vor uns schon eine lange Schlange Wanderer und Tagesausflügler. Oh Schreck, die Bahn sollte immer nur zur halben Stunde fahren. So würden wir ja ewig anstehen. Glücklicherweise legten die netten Bahnmenschen so früh morgens Sonderfahrten ein, sodass die Bahn in der ersten halben Stunden zwei zusätzliche Fahrten bewältigte. So fuhren wir schon mit der zweiten Bahn des Tages aufwärts.

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Breiter Wanderweg…
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… auf dem Venet.

Von der Bergstation Krahberg (2.208 m) führte ein ziemlicher breiter und geebneter Wanderweg zum ersten Gipfel. Eigentlich schon fast kinderwagentauglich. Trotz extremen Sonnenschein wehte uns an diesem Morgen noch ein kühler Wind um die Nasen. Nach 300 Höhenmeter erreichten wir den ersten, aber auch höchsten Gipfel des Venetmassiv, die Glanderspitze (2.512m). Hier rasteten wir zum ersten Mal kurz um dem herrlichen Panoramaausblick auf die umliegenden Berge zu genießen. Der Auslöser unserer Kameras wurde dementsprechend oft betätigt.

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Glanderspitze (2.512m)
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Venet Gipfelgrat

Entlang des Gipfelgrates des Venet wanderten wir weiter zum Gipfel am Piller (2.431m) und zum Wannejöchl (2.497m). Hier hätte die Möglichkeit bestanden schon gen Wenns abzusteigen, wie es die Bergschule vor uns tat. Wir liefen weiter auf den mittlerweile luftigen Grat zum Kreuzjoch (2.464m) um von dort Richtung Wenns abzusteigen. Erst als wir den Grat verliesen, wurde es wärmer. Denn der kühle Wind legte sich mit jedem Meter gen Tal. Durch Latschen liefen wir bergab. Auf der anschließenden Forststraße erreichten wir die Larcheralm (1.814m). Dort legten wir die Mittagspause ein. Stefan konnte sich bei Tee und Suppe etwas erholen.

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Piller Kreuz (2.431m)

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Kreuzjoch (2.422m)

Von der Alm folgten wir den Weg erstmal durch den Wald und über einige Wiesen bis wir kurz vor Wenns wieder auf die Fahrstraße trafen. Es folgte in langweiliger Hatsch über die Asphaltstraße bis in die Ortschaft. Hier lag die Bushaltestelle von der wir mit dem Bus das Pitztal durchqueren wollten. Leider hatten wir den Postbus gerade verpasst. Somit hieß es eine gute halbe Stunde auf den Nächsten warten. Die Zwischenzeit vertrieben wir uns mit Eisessen und Wetter beobachten. Zu unserem Leidwesen waren Gewitter für die zweite Tageshälfte prognostiziert. Das Regenradar behielten wir mit Argusaugen im Visier. Schließlich kam der Bus und wir konnten mit noch einigen anderen E5-Wanderer mit fahren. Eine gute Stunde fuhren wir durchs Pitztal. Derweil regnete es immer wieder. An der Endhaltestelle in Mittelberg gab uns der Fahrer den guten Tipp, uns zu spurten, denn es seinen mehrere Gewitter im Anmarsch. Über uns erhob sich der Mittelbergferner mit dunklen Wolken am Horizont.

 

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Mittelberg, Pitztal

 

Trotz redlicher Bemühungen waren die Wolken schneller und das erste Gewitter traf uns auf Höhe der Materialseilbahn der Braunschweiger Hütte. Zum Glück war daneben direkt die Gletscherstube gelegen und wir konnten abwarten, bis das Gewitter vorbei gezogen war. Leider war laut Regenradar schon das Nächste im Anrollen. Somit schnell die 1000 Höhenmeter bergauf zu dieser fortgeschrittenen StundEinige Meter führte der Weg noch flach entlang der Schotterstraße bevor er abzweigte. Der einfachste Aufstieg über die Straße war wegen Unterspülung leider gesperrt und den Klettersteig auf dem Jägersteig vermieden wir wegen dem anstehenden Gewitter. Das wäre auch lebensgefährlich geworden. So blieb uns nur der Normalweg an der linken Seite des Wasserfalls. Bei wieder zunehmenden Regen hasteten wir bergauf. Möglichst schnell an den steilen drahtseilversicherten Stellen vorbei und ohne Metallkontakt. Das ganze auf nassen Steinen. Das Talpanorama konnten wir wirklich nicht genießen.Auf 2.195m erreichten wir wieder die Schotterstraße und es ging etwas gemächlicher dahin. Natürlich ließ der Regen jetzt etwas nach. Die dunklen Wolken aus dem Pitztal und von der Wildspitze (3.770m) kamen dennoch immer näher. Es blieb uns nur kurz zum Verschnaufen.

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Als bald zweigte der E5 auch wieder von der Straße ab und traf sich mit dem Jägersteig. Wieder erklommen wir steile drahtseilversicherte Stufen. Der Regen nahm wieder zu, langsam wurde es windig. Das mulmige Gefühl nahm immer mehr zu.

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Erst nach einem steilen Hangrücken, welchen wir umrundeten, erblickten wir erstmals die Hütte. Fast geschafft. Über große Stufen und Felsblöcke hasteten wir die letzten 15 Minuten zur Hütte. Es wehte uns der mittlerweile eisige Wind um die Ohren. Der Himmel verdunkelte sich rapide.

Zu guter Letzt erreichten wir die Braunschweiger Hütte gerade rechtzeitig bevor das Gewitter loslegte. Durchnässt entledigten wir uns erstmal unserer Schuhe, für die es erstmal ein im überfüllten Regal ein Plätzchen zu finden galt, und der tropfen Klamotten. Nach uns trudelten noch einige Nachzügler ein. Schnell anmelden und dann zum Essen. Unsere Mägen knurrten nach der Hast ziemlich. Die Hütte wie auch Gastraum war zum Bersten gefüllt. Alle Bergschulen waren mit ihren Gästen schon länger vor Ort, denn diese hatten ab der Lacherlalm mit dem Taxi abgekürzt. Wir schafften es gerade noch einen Platz bei einer DAV-Gruppe zu ergattern und noch schnell essen zu bestellen bevor die Halbpension dran. war. Draußen legte derweil das Gewitter so richtig los. Wir waren einfach nur froh im Trockenen zu sein und ein warmes Essen und Getränk genießen zu dürfen.

 

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Blick von der Braunschweiger Hütte

 

Daten & Fakten:

  • Strecke: 57 km, inkl. 3,1 km Bergbahn & 33 km Busfahrt
  • Dauer: 8:15 h Gehzeit
  • Aufstieg: 1.350 m
  • Abstieg: 1.550 m
  • Höhendifferenz: 770 – 2.759 m
  • Video auf unserem YouTube-Kanal

Kosten Etappe 4: 

  • Venet Bergbahn: 13€ pro Person
  • Postbus: 8,90€ pro Person
  • Braunschweiger Hütte:
    • Übernachtung (Lager) / Frühstück: 22,50€ pro Person
    • Getränke / Essen: 52€ für 2 Personen

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Breiter Wanderweg…
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… auf dem Venet.
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Gipfelgrat.
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Gipfelgrat nach der Glanderspitze.
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Panorama vom Venet.
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Abstieg zur…
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… Lacherlalm.
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Abstieg nach Wenns.
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Mittelbergferner

 

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. wie immer Traum Fotos nur haben die mir diesmal ein wenig zu viel Farbe. Hast du da was geändert ??
    Gewitter in den Berger ist nichts gutes und mich hat es während meiner langjährigen Bergtouren zweimal erwischt. Einmal Unterschlupf gefunden und einmal auf einer Wegstrecke zwischen 2 Hütten wo die Gehzeit von 4 Std. angegeben war und genau auf der Mitte ging es los ! Also 2 Std. zurückgehen oder 2 Std. vorwärtsgehen. Kannst dich entscheiden ! Wir sind nach vorne gegangen und völlig durchnässt an der Hütte angekommen. !!!

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    1. miiiep sagt:

      Bis nachmittags war strahlender Sonnenschein, da war das Fotografieren extrem schwer. Einfach zu hell. Dementsprechend schwer hab ich mich bei der Nachbearbeitung getan 😅

      Gewitter in den Bergen ist wirklich eine üble Sache. Durchnässt auf der Hütte angekommen, ist nicht schön. Bei uns wars auch nicht spaßig bis zur Hütte. Wir waren echt durchgefroren 😔

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      1. ja aber meiner Meinung nach einen Tick zuviel Farbe ! meine Meinung natürlich ! Das wirkt für mich ein wenig unnatürlich ! Sorry meine Kritik !!

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      2. Ich kenne dein Fotoprogramm nicht aber kannst du nicht den Gamma Effekt ändern ? Da kannst du die Helligkeit aus den Bilder nehmen ohne die Farben zu verändern. Ich machen das mit IrfanView

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      3. miiiep sagt:

        Klar können lightroom und Photoshop Gamma Kurven. Ich bearbeit, lichtet und tiefen immer extra.
        Ist aber schön mal Feedback zu bekommen. Danke! 😊

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      4. OK kein Thema !!!

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