Blaulichttouren in der Geierwand 

Blaulichttouren… Ei, was’n das? Ein neuer Reiseanbieter?! Ganz im Gegenteil, dass ist unser Freundeskreis. Also, eigentlich der Name der WhatsApp-Gruppe mit unseren Freunden. Wie der Name vermuten lässt, hat es mit Blaulicht zu tun. Denn Verrückte rotten sich bekanntermaßen zusammen und so sind circa 90% unserer Ersatzgsfamilie auch im Blaulichtgewerbe, neben- oder hauptamtlich, unterwegs. „Heroes on Tour“ wäre dann doch etwas pathetisch gewesen…

Der jährliche Klettersteig der Blaulichttouren

In der Gruppe hat sich schon etwas etabliert mindestens einen Klettersteig im Jahr zu gehen und seit neuestem einen 3000er im Jahr zusammen zu erklimmen. – und Tegelberg-Klettersteig haben wir schon erfolgreich bezwungen. Eine der größten Vorraussetzungen für die Klettersteigauswahl ist die Machbarkeit als Tagestour von Franken ausgehend. Diesmal fiel deswegen die Wahl auf den Geierwand-Klettersteig.

Ende Mai war es dann so weit. Wir hatten die Woche ja, wie schon beschrieben, in Arco verbracht und machten uns von dort aus auf den Weg nach Haiming. Die andere Hälfte des Haufens reiste 3,5 Stunden aus Franken an. Bei hochsommerlichen Temperaturen trudelten nun alle ein. Erstmal cremten wir kräftig, denn der Steig liegt in einer Südwand. Das Gefühl durch eine Wärmesuppe zu laufen, verstärkte sich mit jedem Meter, den wir uns der Wand näherten. Die 15 Minuten Zustieg brachten uns dadurch ganz schön ins Schwitzen. Zum Glück spendeten noch einige Bäume Schatten unterhalb des Einstiegs und so legten wir dort noch in relativer Kühle die Ausrüstung an.

Es gab zwei Einstiege, welche weiter oben in der Wand zusammenmündeten. Wir wählten, gemäß der Empfehlung der Infotafel am Parkplatz, den linken Einstieg (B) im Bereich des Klettergarten. Steil führten die Klammern dort über die Platte hinauf auf ein bewaldetes Band mit einer kurzen Gehpassage. Anschließend gelangten wir über eine gestuften Abschnitt (A/B) bis auf ein Felsband. Dort hätte man nach rechts auf den gestuften Grat, wo auch der zweite Einstiegsvariante verlief, queren und dem Grat (B) weiter folgen können. Wir entschieden uns allerdings für den Weg direkt nach oben, welches zwar etwas steiler (B/C), aber dennoch gut mit Klammern versichert war. Die Luft unterm Hintern konnte die hervorragende Versicherung dagegen aber nicht wettmachen. Dafür eröffneten sich mittlerweile tolle Ausblicke über Haiming bis in die Ötztaler Alpen.

 

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Erstes B/C-Stück

Weiter ging es über einige Stufen (B) mit toller Aussicht und im gleißenden Sonnenschein, bis wir auf die Klammerwand trafen. Ein bisschen schwieriger (B/C) kletterten wir weiter. Im gestuften Zickzack (B, A/B) verlief das Stahlseil bevor es in einer leichteren Klammerwand (B) wieder senkrecht nach oben führte. Schon hatten wir den Rastplatz mit einem nur wenig schattenspendenden Bäumchen und einer Bank erreicht. Also, erstmal Pause machen, mal wieder was trinken und die Aussicht genießen.

 

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Pause an der Bank (war leider besetzt).

Frisch gestärkt machten wir uns nun auf den Weg zur Seilbrücke. Hierzu verlief der Weg mit ansteigenden Schwierigkeitsgrad (A/B – B/C) neben einer kleinen Schlucht. Die Seilbrücke (A/B) enttäuschte uns etwas, denn sie war nur wenige Meter lang und nicht wirklich hoch über der Scharte angebracht.

Es folgte das letzte Drittel des Steigs. Zunächst kletterten wir weiter nach im Zickzack nach oben. Die Schwierigkeit lag hier hauptsächlich bei B. Zwei kurze B/C- und ein C-Stück sorgten für Abwechslung. Das folgende kurze Waldstück (A) spendete etwas Schatten bevor wir wieder in die Sonne mussten. Das vorletzte Stück (A/B) verlief über ein Band. Schließlich lief die Drahtseilversicherung (A) langsam im angrenzenden Wald aus. Hier fanden wir auch das Steigbuch. Wie immer wurde sich brav dort eingetragen.

Der Abstieg

Im Schatten des Waldes gönnten wir uns etwas Erholung. Leider muss man ja immer wieder von einem Berg runter. Oben bleiben ist halt nicht, hat der Arbeitgeber was dagegen. So machten wir uns schweres Herzens wieder zurück an den Weg in das warme Licht und begannen den Abstieg. Dieser gestaltete sich an vielen Stellen doch sehr abenteuerlich. Steil abfallend, im Schotter und mit nur gelegentlichen seilversicherten Stücken rutschten wir häufig den Tal entgegen. Der ganze Spaß lies uns eine Stunde in der Sonne schwitzen.

 

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Der Abstieg.

Zurück am Auto mussten wir erstmal die nassgeschwitzten Klamotten wechseln, so kann man ja nicht unter Leute gehen. Vor dem obligatorischen Einkehrschwung zur Stärkung vor der Heimfahrt kühlten wir noch die Beine im ziemlich frischen Inn. So ließen wir dann mal wieder einen gelungenen Blaulichtklettersteig beim Radler und Kaiserschmarrn ausklingen.

 

Fazit zum Geierwand-Klettersteig:

Toller Genießerklettersteig direkt über Haiming. Bei nicht allzu hoher Schwierigkeit (eine Stelle C, sonst meistens B) genießt man die herrliche Aussicht über den Inn bis in die Ötztaler Alpen. Dabei kommt der Klettersteigspaß durch den gut gebohrten Seilverlauf echt nicht zu kurz. Auch hat man schön viel Luft unterm Hintern.

Daten & Fakten:

  • Schwierigkeit: max. C, überwiegend B
  • Dauer: Zustieg 15 min, Steig 2,5 Stunden, Abstieg 1 Stunde
  • Höhenmeter: Steig 350hm, gesamt 400hm
  • Topo: Bergsteigen.com

Hier noch einige Bilder in unserer Bildergalerie:

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