Ernesto Che Guevara Klettersteig

Nun waren wir schon einige Tage in Arco und hatten uns eingelebt. Auch der Wettergott war uns hold, denn es war schön trocken und mit jedem Tag kletterte das Thermometer weiter nach oben. Am Sonntag wanderten wir schon auf der Ferrata Sasse am Idro und anschließend ging es über den Colodri-Klettersteig zum Abendessen ins Zentrum von Arco. Montag waren wir ja Sportklettern gewesen und mussten abends noch Kuchen backen für meinen Geburtstag am Dienstag. Backen wär zu viel gesagt, eher kühlen, denn wir haben keine Backofen im Womo und so gab es halt Philadelphia-Torte. Auch sehr lecker… Als Geburtstagswunsch sollte es zum Ernesto Che Guevara Klettersteig gehen.

Da der Klettersteig der längste in der Gardaseeregion ist, starteten wir dementsprechend früh und fuhren nach Pietramurata. Der Klettersteig ist dort auch schon gut ausgeschildert und wir fanden wirklich schnell den Parkplatz im Industriegebiet sowie den anschließenden Zustieg. Begleitet von der Geräuschkulisse des Steinbruchs liefen wir in circa 30 Minuten zum Einstieg.

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Der Einstieg des Che Guevara Klettersteigs.

Der erste Teil

Die erste Wand begann gemütlich über eine Rinne (A/B, A), welche uns zum ersten steilen und glatten Aufschwung (B/C) führte. Über Platten (B) gelangten wir zum ersten Gehstück durch das Schotterfeld. Hier wäre auch ein Notaustieg gewesen.  Über ein kurzes B-Stück gelangten wir zu den Schrofen (A,1-,A,1-,A) bevor wir zur nächsten Schuttquerung kamen. Insgesamt bisher alles sehr unanstrengend.

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Die erste Rinne (A/B, A)

Der zweite Teil

Über einen kurzen Pfeiler (1-) erreichten wir den ursprünglichen Einstieg mit der Klettersteig-Tafel. Das Drahtseil führte uns über Platten (A/B) immer weiter bergauf. Die Aussicht wurde immer spektakulärer, aber es wurde auch mit jedem Meter wärmer. Puhh, ganz schön anstrengend. Nach einem kurzen unverseiltem Stück, gelangtem wir zur Tiramisu-Ecke (A/B), denn hier ähnelten die Farben der Gesteinsschichten der Schichtung des berühmten italienischen Nachtischs. Das kurze, darauffolgende B/C-Stück brachte uns auf einen Pfeilerkopf (B). Über eine lange Querung auf einen Band (A) gelangten wir zur großen Platte mit der langen Klammerleiter (A/B). Die Leiter hinter uns lassend, gelangten wir über Schrofen (A) bis zum Steigbuch auf einem Band mit einigen schattenspenden Bäumen. Welche eine Wohltat, endlich mal aus der Sonne raus. Wie es sich gehört, trugen wir uns auch ins Steigbuch ein.

Es wechselten sich nun gesicherte und ungesicherte Gehpassagen ab bis wir auf die große Geröllrinne trafen. Dort gab es erstmal wieder eine etwas längere Drahtseilversicherung (A). Was folgte, war erneut Gehgelände, allerdings mit toller Aussicht. Und es waren nur noch wenige Höhenmeter zum Gipfel, denn den Großteil hatten wir mit Erreichen des Steigbuchs bereits hinter uns.

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Zu jeder Zeit einfach eine klasse Aussicht

Schließlich trafen wir auf die beiden letzten Aufschwünge mit B/C und C. Anschließend noch eine Rinne (A/B) hinaufgestiegen und über den restlichen Wanderweg zum Gipfelplateau.

Zunächst sehen wir nur die satt grüne Wiese des Gipfeplateaus. Plötzlich eröffnete sich hinter dem sattem Grün die schneebedeckte Silhouette der Brenta-Dolomiten. Einfach umwerfend schön!

Flux noch den Gipfelkreuz einen Besuch abgestattet, suchten wir uns auch schon Schatten um die wohlverdiente Gipfelrast einzulegen. Die Sonne brannte unerbittlich auf uns heraub. Das Refugio Don Zio hatte leider geschlossen, sodass uns das Gipfelbierchen verwehrt blieb.

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Das Gipfelplateau

Leider mussten wir ja wieder vom Monte Casale runter. Das hieß für uns, einen drei Stunden langen Hatsch über die Rückseite des Berges zurück zum Parkplatz. Puh, des zog sich echt hin… Aber schließlich waren wir vollkommen platt aber glücklich wieder zurück am Parkplatz angekommen.

Unser Fazit zum Ernesto Che Guevara Klettersteig: 

Sehr sehr langer, aber nicht schwerer Klettersteig, der Kondition und auf die ganze Länge Trittsicherheit verlangt. Die Aussicht ist jederzeit klasse. Allerdings bietet die Südostausrichtung stets warme Temperaturen und Sonne im Gesicht. Also, Sonnenschutz nicht vergessen und an richtig heißen Tagen sehr früh einsteigen oder lieber an den See zum Baden fahren. Das letzte Drittel ist mit dem Wechsel zwischen Gehpassagen und kurzen gesicherten Stellen eher zäh. Der Ausblick am Gipfel des Monte Casalle ist einfach umwerfend, sodass sich schon des Ausblicks wegen die Tour auf jeden Fall lohnt. Zum Schluss fordert der dreistündige Abstieg doch nochmal Konzentration, zieht sich aber auch sehr zäh dahin.

Daten & Fakten:

  • Schwierigtkeit: meist B, kurze C-Stellen
  • Dauer: Zustieg ca. 30 min, Klettersteig 4 Stunden, Abstieg ca. 3 Stunden
  • Höhenmeter: 1200hm Klettersteig, 1400hm gesamt
  • Topo auf Bergsteigen.com

 

Hier gibt’s noch einige Impressionen in unserer Bildergalerie:

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. super Klettersteig in der Gardasee Gegend ! Dort gibt es ja eine ganz Menge wie ich schon gelesen habe. Sind auch anscheinend ein paar richtig heftige dabei ! Grandios sind wahrscheinlich die Tiefblicke auf den See ! LG Manni

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