Wandern in der Heimat – Höhlenwanderung bei Plech 

Jetzt stand doch ein langes Wochenende an, aber im Alpenraum hatte es einige Tag zuvor, nach einer schönen Warmfront, wieder das Schneien angefangen. Mist, da wurde nix aus unserer geplanten Hochtour. Zusätzlich war noch Regen für das Gebiet über Wochenende vorausgesagt. Manchmal ist es echt zum Mäusemelken, vorallem wenn man nur ein Wochenende im Monat frei hat. Aber kann man nicht ändern und wir versuchten das Beste draus zu machen.

Bei uns in der Fränkischen war dagegen frühlingshaftes Wetter mit nur leichtem Regen prognostiziert. Hieß für uns also wieder, Wandern in der Heimat, denn Sugar wollte bespaßt werden. Wir packten Samstag Morgen das Womo und machten uns auf Richtung Plech, nur eine knappe Autostunde von zuhause entfernt. Auf der Fahrt schrieb dann noch eine Freundin, sie wolle bei dem schönen Wetter unbedingt draußen was machen. Auch ein guter Kumpel hatte die gleiche Idee. So schlossen sich die Beiden spontan noch an und wir trafen uns direkt in Plech am Kirchplatz. Die Autos abgestellt, folgten wir auch schon der Wandermarkierung mit dem gelben Dreieck Richtung Mehrzweckhalle aus dem Ort heraus.

Die Fleischlochhöhle

Im Wald trafen wir nach einer minimalen Steigung auf das Felsmassiv „Am Lieger Berg“ und passierten auch mehrere Kletterfelsen bis wir an der Fleischlochhöhle ankamen. Ein Schild erklärte uns, dass in dieser Höhle ein Dieb während des ersten Weltkrieges immer seine Fleischstücke versteckt haben soll. Aha, daher also der Name. Die Höhle war, dem Namen entsprechend, mehr ein kleines Loch, in das wir flux reinkrabbelten. Gab aber leider nichts weiter Spannendes zu sehen.

 

Das Felsenloch

Weiter führte uns das gelbe Dreieck durch den Wald bis wir auf des Felsenloch trafen. Das Felsenloch ist eine umzäunte Schachthöhle mit einer kleinen Brücke darüber. Hier wurden schon einige archäologische Funde getätigt. Darüber informierten uns zumindest die beiden Infotafeln. Hinabsteigen konnten wir leider nicht.

 

Die Saalburggrotte

Auf dem Weiterweg trafen wir wieder auf Kletterfelsen. Auf den ersten Blick sahen die Routen hier schon nach höheren Schwierigkeitsgraden aus, allerdings ohne die Topos zu kennen. Das gelbe Dreieick führte uns weiter durch den Wald und kurz über die Bundesstraße Plech-Neuhaus, bevor wir wieder zwischen den Bäumen auf die „Saalburg“ trafen. Ein herrliches Dolomiten-Felsmassiv, zu dem auch die folgende „Saalburggrotte“ gehört. In der Begehbaren Höhle fanden wir doch einige Tropfsteingebilde.

 

Die Geislochhöhle

Wieder aus der Saalburggrotte heraus und zurück entlang des Weg, bogen wir nach Viehhofen ab. Denn zur Geißlochhöhle mussten wir einen kleinen Umweg von circa 3 Kilometern laufen. Also, gesagt getan. Auf der Foststraße einmal nach Viehhofen, durch selbiges Hindurch und der Wegmarkierung folgend wieder in den Wald. Puh, ganz schön weit ab vom Schuss. Ein Hinweisschild wieß uns mittendrin den Weg nach unten in ein größeres Erdloch, welches sich als Trichter mit Treppen vor einem kleinen Höhleneinlass herausstellte. Wir wir halt nun mal sind, Taschenlampen an und schwupp diwupp hineingekrochen. Nach ein paar Metern in der Hocke weitete sich die Höhle auch schon, sodass man wieder bequem drin stehen konnte. Es tat sich ein großes Gewölbe vor uns auf. Sugar fand die dunkle Höhle jetzt nicht so prickelnd, weil sie etwas Angst dort hatte. Wir fanden viele Tropfsteinformationen, ein größeres Sinterbecken und sogar einen kleinen See mit herrlichen Steinformationen. Rein theoretische hätten wir noch tiefer in die Höhle eindringen können, aber da hätte man durch den kleinen See waten müssen und das wollten wir nicht. Sugar war auch froh, als sie endlich wieder ans Tageslicht durfte. Wird kein Höhlenhund werden, die alte Dame.

 

Das Rohenloch

Vom Geisloch wanderten wir den Weg über Viehhofen wieder zurück. An der Stelle des Wanderwegs mit dem gelben Dreieck, an der wir zuvor Richtung Viehhofen abgebogen waren, folgten wir nun dem Weg bis zum Rohenloch. Auf diese circa 50 Quadratmeter große Höhle trafen wir nach einigen hundert Metern.

 

Die Raumhöhle

Nach dem Rohenloch hieß es wieder ein Stück laufen, bevor wir die Raumhöhle erreichten. Auch diese Höhle war begehbar, also schnell hinein. Interessant hierbei die Löcher in der Decke, sodass der vordere Höhlenteil ein bisschen an Schweizer Käse erinnerte. Dafür brauchten wir aber keine Taschenlampen, hatte auch was gutes.

Somit hatten wir die letzte Höhle erkundet. Wir machten uns auf den Rückweg, welcher uns durch den Wald zurück zur Bundesstraße, welche wir querten führte. Ab hier war es wieder der Hinweg und wir passierten noch die Kletterfelsen. Schließlich gelangten wir wieder zurück an den Kirchplatz in Plech, wo wir uns bei einem Käffchen aus dem Womo erstmal die Sonne auf die Nasen schienen liesen.

AW060122

 

Fazit zur Höhlenwanderung bei Plech:

Entspannte Halbtageswanderung in der Fränkischen Schweiz. Nicht für Kinderwagen geeignet, dagegen für Hunde und Kinder gut geeignet. Gerade das Erkunden der Höhlen und der schönen Geislochhöhle sind wirklich ein Abenteuer. Im Vergleich zum Höhlenrundweg bei Hirschbach sind es nicht so viele Höhlen, allerdings sind die Plecher Höhlen wesentlich größer. Die Wanderstrecke zwischen den Höhlen ist somit prozentual länger.

Wichtig: Jacke und Taschenlampe nicht vergessen. Ebenso sind ältere Klamotten, die auch dreckig werden dürfen, ratsam.

Daten & Fakten:

  • Strecke: 18, 7 km
  • Dauer: ca. 5 Stunden
  • Höhenmeter: Anstieg 463 m, Abstieg, 448 m
  • GPS-Track: Fränkische Schweiz
  • Video: YouTube
  • ACHTUNG: Geislochhöle vom 1.10.-31.3. wegen Tierüberwinterung gesperrt!!!!

Hier noch einige Impressionen in der Bildergalerie:

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