Fluch des Laberköpfls…

Als wir damals mit dem Alpin- und Mehrseillängenklettern anfingen, legten wir uns den Kletterführer „Klettern im leichten Fels“ des Alpin Verlages zu. Sofort zog uns eine Tour in ihren Bann und stand seitdem auf Platz 1 unserer ToDo-Liste. Doch jedesmal, wenn wir diese angreifen wollten und vor Ort waren, fing es an zu regnen. Einmal sogar ein kurzer Wintereinbruch mitten im Sommer. Es war wie verflucht und zahlreiche Anläufe, das Laberköpfl zu besteigen, scheiterten. Unsere freien Tage und das schöne Wetter wollten einfach keinen gemeinsamen Nenner finden.  Ende März 2017 machte sich der Frühling im bayerischen Alpenraum breit. Wir wollten diese warmen Tage diesmal sofort nutzen und brachen in Richtung Oberammergau auf, um den Fluch zu brechen.

Zustieg:

Nach einer ruhigen und kalten Nacht auf dem Reisemobilhafen des ortsansässigen Campingplatzes machten wir uns weiter auf den Weg zum Parkplatz der Laber Bergbahn, welche wie jedes Jahr zu dieser Zeit gewartet wird. Dementsprechend leer war es an jenem Montag Morgen. Nur vereinzelt parkten Wanderer oder Badegäste des WellenBerg-Bades. Unsere sieben Sachen, oder eher das ganze Klettergerödel, in den Rucksäcken verstaut, folgten wir zunächst dem Wanderweg Richtung Laber-Bergstation bis zur ersten Abzweigung. Von dort ging es links weiter Richtung Soilasalm, bis wir auf eine kleine Holzhütte trafen, die links des Weges stand. Circa 40m führte uns ein kleiner Pfad mit gelben Markierungen (auf der rechten Wegseite, schwer zu erkennen) bergauf bis der kleine Steig schließlich am Wandfuß endete.

 

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Auf dem kleinen Steig… kurzer aber steiler Zustieg.

Routenbeschreibung:

Vom erreichten Standplatz (gelbe Markierung und Bohrhaken in der Nische) rechts circa 5m steil nach oben (4 UIAA), oben links haltend auf den Grat und weiter im leichteren Gelände zwischen Latschen zum nächsten Standplatz bei der großen Sanduhr.

Die folgenden 3 Seillängen haben wir zusammengefasst. Erst ging es in in einfacher Steigung ca. 10m zum 3. Standplatz, dort links der Kante ausgesetzt bis zum Haken. Danach wieder rechts auf den Grat und über leichte Plattenkletterei zum 4. Stand, welchen wir auch gleich mit übersprangen. Gerade weiter aufsteigend über die Platten, vorbei an mehreren Normalhaken, erreichten wir den 5. Standplatz vor dem Durchschlupf. Mit einem 60m Seil, 12 Expressen und ein paar Schlingen war dies kein Problem.

RIMG0420 Ein umgestürzter Baum versperrt das Gehgelände zwischen dem 5. Standplatz und dem Durchschlupf und muss leicht umklettert werden

Anschließend ging es 60m im Gehgelände durch den Durchschlupf weiter bis wir den nächsten Stand erreichten, dieser war in unserem Topo noch gar nicht eingezeichnet, sah auch relativ neu aus. Der nebenstehende Baum würde aber auch reichen. 15m im 2.SG UIAA bis zum nächsten Stand. In leichter Kletterei über den Gratkamm erreichten wir den zu überwindenden Turm mit Standplatz (NH). Wir überquerten den Turm (UIAA 2 und 3, Bohrhaken zum Abseilen ist vorhanden). Zum Schluss blieb uns nur noch der grasige Anstieg zum Gipfelkreuz, welcher auch ohne Sicherung zu schaffen ist. Dann sollte man aber zumindest vorher das Schuhwerk wechseln, wenn man zuvor mit Kletterschuhen unterwegs war.

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Das Gipfelkreuz des Laberköpfels. Im Hintergrund liegt noch Schnee auf dem Laberberg.
Abstieg:

Ein paar Meter auf der Südseite zur Abseilstelle abklettern bzw. absteigen. Nach der Abseilstelle den Pfadspuren folgen.

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Die kurze Abseilstelle.

Sicherungen:

Die Standplätze sind bis auf den Einen vor dem Turm  gebohrt, dazwischen stecken ein paar Normalhaken. Schlingen zur Sicherung an Latschen sind sinnvoll. Keile haben wir keine gelegt, am Gratkamm waren 2 Friends hilfreich, aber nicht notwendig.

Fazit:

Trotz der leichten Schwierigkeit eine lohnende und aussichtsreiche Kletterei. Die Tour ist aufgrund der niedrigen Höhenlage früh im Jahr begehbar, bei Nässe aber nicht zu empfehlen. Komplett, mit Zu- und Abstieg, waren wir in genüsslicher Kletterei 6 Stunden unterwegs.

Impressionen:

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