Schwitzen auf den Weg zum Zwiesel

Der vorletzte Tag unseres Aufenthaltes im Berchtesgadener Land war nun angebrochen. Bei sinkender Lawinenstufe, aber dafür steigenden Temperaturen konnten wir uns an diesem Tag auf eine „wärmere Tour“ freuen. Der Tag zuvor und die Tour auf den Jenner waren doch recht frisch gewesen.

Unser Weg führte uns zunächst nach Weißbach, wo wir Richtung Jochberg abbogen und bis zum Ende der Straße zum Anwesen Kohler fuhren. Kurz danach versteckte sich linker Hand der Parkplatz. Anscheinend waren wir nicht die ersten, denn der Platz war schon gut mit Autos gefüllt.

Schnell die Tourenski angeschnallt und schon folgten wir dem gut ausgeschilderten Weg Richtung Zwiesel. Zunächst noch etwas im schattigen Wald, gelangten wir auf der Forststraße schnell in die Sonne und es wurde richtig warm. Kein Vergleich zu den Vortagen. Der Forststraße folgten wir, bis wir auf die ersten Schilder der Skiroute trafen. Diese kürzten zunächst immer etwas zwischen den Kehren der Forststraße ab, sodass wir schneller an Höhenmeter gewannen. Ein weiteres Skiroutenschild wies uns schließlich den Route weg von der Straße, hinein in den Wald und auf den Mulisteig. Trotz des Verlaufs im Wald wurde es immer wärmer. Unterhalb der Zwieselalm verließ man erstmal über einen freieres Feld den Wald und konnte einen herrlichen Ausblick über die Berchtesgadener Alpen genießen.

 

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Blick auf die Berchtesgadener Alpen.

Nach einem weiteren kurzen Stück durch die Bäume hatten wir auch schon die Zwieselalm (Kaiser-Wilhelm-Haus) erreicht, welche zu dieser Jahreszeit nur am Wochenende geöffnet hatte. Trotz geschlossener Alm genossen wir unseren warmen Tee auf einer sehr sonnigen Bank mit wirklich umwerfenden Ausblick.

 

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Die Zwieselalm.

Frisch gestärkt machten wir uns auch schon an den Gipfelanstieg. Hier wies uns ein Schild den Weg. Es ging weiter über sonnige Hänge, die Bäume wurden immer mehr durch Latschenfelder ersetzt. Langsam lief der Schweiß uns nicht nur die Stirn sondern auch den Rücken hinunter, volle Südausrichtung eben. Nach circa einer Stunde hatten wir das große freie Feld unterhalb des Gipfels erreicht und entschieden uns zunächst nach rechts Richtung Zennokopf (1756m) aufzusteigen. Am Gipfelkreuz angekommen, wehte uns ein eisiger Wind um die Ohren, sodass trotz der doch kräftigen Sonne die Hardshelljacken schnell übergezogen wurden. Schließlich waren wir auch schon ziemlich schweißdurchnässt. Zu unserer Überraschung führte anscheinend auch ein drahtseilversicherter Steig auf den Zennokopf, denn es wies ein gelbes Schildchen drauf hin. Wir überlegten kurz, ob dies nicht ein Plan für unsere Drachenwand-/Kitzsteinhorn-Gruppe für den kommenden Sommer wäre….

Nach ein paar Fotos packten wir unsere Sieben-Sachen und machten uns auf zum nah gelegene Kreuz des Zwiesels nach links zu queren. In der Mulde war es wieder etwas windstiller, aber die Jacken würden wir ja in eh einigen Minuten wieder brauchen. Dem war dann auch so als wir nach circa 10 Minuten das Gipfelkreuz (1778m) erreichten. Wegen dem hässlichen kalten Wind verweilten wir hier nur kurz.

 

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Blick ins Tal

Als es an die Abfahrt ging dachten wir uns, dass die Abfahrt durch dieses komische Latschenfeld, über das wir von der Zwieselalm schon aufgestiegen waren, ja irgendwie nicht so attraktiv erschienen war, sodass wir uns unseren eigenen Abfahrtsweg suchen wollten. Über den Gipfelhang schwangen wir zunächst etwas gen Tal, bevor wir uns von der Aufstiegsroute abwanden und nach rechts in eine Senke fuhren. Hier hatte es anfänglich auch ganz attraktiv ausgesehen. Aber schon nach kurzer Abfahrt wurde unsere Mulde immer schmaler, sodass es mit dem Schwingen nicht mehr so gut möglich war. Auch lag dort so klebriger Schnee, der bei jeder Orientierungspause so arg am Belag festklebte, dass man nicht mehr vorwärts kam. Also, abkratzen angesagt und möglichst schnell weiter, bevor die Skier wieder festklebten. Im letzten Stück war die Rinne irgendwie nur noch 2,5-3 Meter mit vielen Bäumen und Felsen breit, sodass wir uns entschlossen abzuschnallen und uns das letzte Stück bis zur Forststraße zu Fuß abzusteigen. Das hatte dann mehr etwas von durch den Schnee wühlen, weil wir immer wieder bis zu den Hüften einsanken. Endlich auf der Forststraße angekommen, konnten wir die Skier wieder anschnallen und gemütlich bis zum Parkplatz die Skier laufen lassen.

 

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Das Zwiesel-Gipfelkreuz.

Fazit zur Skitour auf den Zennokopf und den Zwiesel:

Sehr schöne sonnige Tour in Südausrichtung, deswegen auch bei gutem Wetter ziemlich warm. Vom Parkplatz aus, ist die Tour super gut ausgeschildert und man findet sehr leicht den Weg. Der Ausblick über die Berchtesgadener Alpen ist einfach einzigartig und belohnt für den Aufstieg. Bei der Abfahrt sollte man sich an die ausgewiesene Route halten, bei der man nach dem Gipfelfeld die Aufstiegsroute wieder bis zur Zwieselalm abfährt und von dort den freien Hang hinunter und entlang der blauen Skimarkierungen, welche durch den lichten Wald bis zur Forststraße führt. Wir wollten ja schlauer sein und hatte deswegen eine unangenehme Überraschung erlebt. Beachten ist bei der Tourenplanung, dass das Gipfelfeld stark lawinengefährdet ist. Obwohl wir die Tour wochentags unternommen hatten, waren wir keineswegs allein und die Route gut frequentiert. Am Wochenende wird der Berg wahrscheinlich ziemlich überlaufen sein.

Daten & Fakten:

  • Dauer: 3:50h
  • Distanz: 7,6km
  • Höhenmeter: 863m Aufstieg
  • GPS-Track auf Bergfex

 

Hier noch einige Impressionen in unserer Bildergalerie:

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