Bouldern in der Metropolregion Nürnberg – Der Steinbock 

Im Dezember 2015 schloss sich endlich die Lücke in der Boulderhallendichte in der Metropolregion Nürnberg, denn „Der Steinbock“ in Zirndorf bei Fürth öffnete seine Pforten.

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Das Örtchen:

Zirndorf ist eine knapp 25.000 Seelen große Stadt im Fürther Landkreis, eigentlich direkt vor den Toren der Kleeblattstadt gelegen. Die Meisten würden das Örtchen wahrscheinlich nicht kennen, wären da nicht ein namhafter Plastikspielzeug-Männchen-Hersteller nebst zugehörigen Vergnügungspark sowie die nach der Stadt benannte Hopfenkaltschorle. Und seit Ende 2015 „Der Steinbock“. Endlich muss der gemeine Fürther Boulderer nicht mehr den beschwerlichen Weg nach Erlangen oder gar in die große, nicht zu nennende Nachbarstadt auf sich nehmen.

 

Die Entstehungsgeschichte:

Den drei Gründern Johannes, Heinz und Andi, alle passionierte (Sport-)Kletterer und natürlich boulderbegeistert, fiel schon vor circa fünf Jahren der Trend auf, dass die Boulderszene vermehrt nach Drinnen drängte und die entsprechenden Hallen dadurch immer gehäufter auftraten. Also, warum denn nicht auch solch ein Etablisment sein Eigen nennen?!

Der erste Anlauf in der schönen unterfränkischen Weinmetropole Würzburg scheiterte leider am Mietvertrag für die Halle und so musste natürlich ein neuer Plan her. Da die drei Hobbykletterer nicht nur wegen des Sportes im Frankenjura unterwegs waren sondern auch die Metropolregion ihr Zuhause nennen dürfen, viel ihnen als bald der weiße Fleck in der hiesigen Boulderhallenkarte auf.

Bei der örtlichen Recherche stieß man nach kurzer Zeit auf die Halle der Blechspielzeugfabrik Michael Seidel, welche nach der Firmeninsolvenz 1982 von der ortsansässigen Sparkasse als Archiv genutzt worden und nun als Folge der globalen Digitalisierung erneut verwaist war. Auf die Einigung aller Parteien folgte viel Planung und noch mehr Bauarbeiten bis die Tore geöffnet werden konnten. Es wurden große Glasfenster an der Front eingezogen um die Kunstgriffe in möglichst viel Tageslicht zu tauchen, die typischen Wände nebst zugehörigen Matten auf zwei Stockwerken installiert und ein Café für dem integralen Bestandteil des Klettern, nämlich Kaffeetrinken, und das berühmte After-climbing-Bierchen gestaltet. Von den Infrastrukturen für die täglichen Bedürfnisse ganz zu schweigen.

Nach viel Arbeit konnten Johannes, Heinz,  Andi und ihr Team die Boulderer am 20. Dezember 2015 in die neu entstandenen heiligen Hallen einlassen.

Die Halle:

Auch wenn die Halle im Herzen Zirndorfs gelegen ist, so gibt es genügend Parkplätze für die motorisierten Untersätze der Sportler. Der Eingang im Hochparterre bietet zusätzlich eine kleine Terasse mit gemütlichen rustikalen Sitzmöbeln und einer Hollywoodschaukel, welche zum Verweilen einladen. Von dort bietet sich durch die großzügen Glasfenster mit dem Blick durch das Café bis in die Boulderhalle schon mal ein Vorgeschmack der Lust auf Mehr macht.

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Im Eingansbereich liegt neben dem Café mit 25 Sitzplätzen im urigen Vintagelook auch der mit alten Türen verzierte Tresen, an dem man neben allerlei warmen, kalten, festen und flüssigen Köstlichkeiten auch seinen Eintrittsobulus los wird. Etwas versteckt ist gegenüber dem Tresen der kleine Bouldershop beheimatet. Hier kann der gemeine Boulderer vergessene oder ausgegangene Essentials komplikationslos wieder sein Eigen nennen. Auch im Café herrschen wieder große Glasfenster vor, sodass freier Blick nicht nur zurück auf die Terasse sondern auch in die Boulderhalle gewährt wird. Seine Altags-/Arbeitsklamotte tauscht der Sportler am Ende der Halle in den großzügigen Umkleiden (mit Duschmöglichkeit) gegen die sportartspezifischen und manchmal auch stigmatisierenden Kleider.

Auf 900 Quadratmetern im Innenbereich und auf zwei Etagen zeigen sich eine Vielzahl unterschiedlichster Boulderprobleme auf. Von weiss-orangen Kindergriffen bis hin zu den rein weißen Profirouten ist für jeden Geschmack und jede Könnensstufe etwas dabei.

Im Erdgeschoss befinden sich neben dem schon erwähnten Klamotten-wechsel-dich-Kammern und den Örtlichkeiten für die menschlichen Bedürfnisse ein großer Block, welcher u-förmig von den bis zu 4,5 Meter hohen Wänden umspannt ist. Gegenüber sind das große Dach mit seiner Mattenrampe, welche erst ab dem 14. Lebensjahr betreten werden darf, und noch ein weiterer Überhang untergebracht, sodass der gepflegtem Über-Kopf-Akrobatik ausgiebig gefrönt werden kann.

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Im Obergeschoss kann sich der Boulderer zum Aufwärmen oder nach getaner Arbeit in einem kleinen Trainingsbereich am Campusboard oder am Trainingboard austoben. Dieser Bereich wird in naher Zukunft aber noch weiter ausgebaut und ausgestattet, sodass dem Kletter-/Boulderworkout nichts mehr im Wege stehen dürfte. Direkt daneben ist die Kurswand für die angebotenen Kurse beheimatet, welche allerdings des Öfteren als Traversenwand zum Ausdauertraining missbraucht wird. Bis jetzt hat sich die Wand allerdings noch nicht beschwert. Den restlichen und damit größten Teil des Obergeschosses gehört auch wieder den Kunstgriffen, allerdings nur mit zwei kleineren Dächern und etwas überhängend.

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Eine einmalige Besonderheit des Steinbocks stellt der Garten dar, welcher seit Juli 2016 eine überdachte Aussenboulderwand mit Routen auf 100 Quadratmetern bietet, sodass der Großstadtboulderer im 700 Quadratmeter großen Garten auch etwas Natur zu Gesicht bekommen kann. Im Sommer diesen Jahres soll auch noch ein weiterer Boulderblock dem ersten Gesellschaft leisten und weitere 100 Quadratmeter für die Kunstgriffe bereitstellen. Die beiden Blöcke sollen es ja auch gemütlich haben und es wird im Laufe des Jahres 2017 auch der Garten komplett neu angelegt und unteranderen wird dort der Smoker eine neue Heimat finden.

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Die Boulder: 

Der gemeine Boulderer will ja nicht Tag ein, Tag aus immer wieder die selben Routen klettern und schon gelöste Probleme wiederholen, sodass jeden Montag Morgen das etwa sieben Mann starke Umschraubteam seiner Aufgabe nachkommt. Neben Flo, dem Chef-Routenbauer, lässt auch der Geschäftsführer Johannes fleißig neue kreative Anordnungen der Kunstgriffe entstehen. Hierbei ist dem Team eine möglichst abwechslungsreiche Gestaltung mit eher felsklettertypischen, Parcours-ähnlichen und dynamischen Komponenten neben den klassischen Boulderstylen sehr wichtig, so Johannes.

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Die Preise:

Natürlich gibt es das Vergnügen im Steinbock nicht umsonst. Die Tageskarte liegt mit 9,80€ (8,80€ ermäßigt, Kinder 5,80€) im normales Preisbereich der Metropolregion. Für Wiederholungstäter werden noch 10er- (88€ / 79€ ermäßigt / Kinder 52€), Monatskarten (69€ / 59€ ermäßigt / Kinder 45€), 3-Monats- (189€ / 159€ ermäßigt / Kinder 119€) und 6-Monatskarten (349€ / 299€ ermäßigt / Kinder 199€) angeboten. Sportler, die sich langsam zum Inventar zählen möchten, haben mit der Jahreskarte für 519€, 439€ ermäßigt oder Kinder für 279€ eine gute Chance eine Inventarnummer zu erringen.

In wenigen Tagen wird es noch ein weiteres Schmankerl geben, denn eingefleischte Besuchern können dann ein Monats- und Jahresabo abschließen. Das Monatsabo beinhaltet zunächst 3 feste Monate, welche sich anschließend um jeweils einen Monat verlängern (59€ / 38€ ermäßigt / Kinder 24€). Im Jahresabo werden die ersten 12 Monate fest enthalten sein, danach kommt es zu Verlängerung um jeweils 6 Monate (45€ / 49€ ermäßigt / Kinder 35€).

Auch an Familien wird gedacht, sodass beide Elternteile inkl. ALLER Kinder bis 17 Jahre nur 23€/Tag bezahlen.

Frühaufsteher haben im Steinbock einen Vorteil, denn sie mit dem Early Bird Tarif bis 15 Uhr nur 7,80€ (7,00€ ermäßigt / Kinder 5€).

Die Preise im Café sind mit 2,80€ für die (Radler-)Halbe, dem Cappuccino mit 2,50€ und der Pizza ab 6,90€ weiterhin  im normalen Bereich.

Was bringt die Zukunft mit sich? 

Für die weitere Zukunft will das Team des Steinbock jährlich ein bis zwei Wettkämpfe etablieren und damit den Erfolg des „Der Bock rockt 2016“ weiterführen und die begeisterten Sportler vor immer neue Probleme stellen. Auch dem Ausdauertraining soll weiter Rechnung getragen werden und in der Halle noch weitere Routen zum Traversieren entstehen. In einem bisher noch ungenutztem Hallenteil wird noch ein Mehrzweckraum für Feiern, Seminare oder andere Specials entstehen. Das Kleinod, also der Garten, wird viele Veranstaltungen wie z.B. das offene Grillieren beheimaten.

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Und zu guter Letzt natürlich noch unser Outside Adventure Urteil: 

Mit 900 +100 Quadratmeter Boulderfläche zählt „Der Steinbock“ zwar nicht zu den größten Etablisments dieser Art, aber fällt positiv nicht nur durch die abwechslungsreich Routengestaltung sondern auch die konstante hervorragende Griffqualität auf. Nichts ist speckig oder abgegriffen, man findet immer tollen Halt und Stand. Stundenlanges Griffeputzen mit dem Bürstchen gehört hier der Vergangenheit an.

Viele Überhänge und Dächer lassen das Herz jedes Überkopf-Boulderers höher schlagen. Das viele und lange Tageslicht hält den Serotoninspiegel stehts hoch, sodass nie leicht Müdigkeit aufkommt. Die Vitamin D Produktion lässt sich gut im Aussenbereich ankurbeln und auch Bouldern bei strömenden Regen ist durch die Überdachung schon irgendwie ein einzigartig cooles Gefühl. Die Kurswand wird von uns regelmäßig zum Traversieren missbraucht, denn sie ist hervorragend dafür geeignet.

Den kleinen Wermutstropfen stellt der spärlich ausgestattete Trainingsbereich dar, denn Campus- und Traningsboard ist nicht nach Jedermanns Geschmack. Soll ja aber noch verbessert werden, wir sind jedenfalls gespannt.

Insgesamt eine hervorragende Boulderhalle, die jederzeit (wieder) einen Besuch wert ist und man dort auch gebouldert haben muss, wenn man in der Metropolregion unterwegs ist und mitreden möchte.
Wer sich noch weitere Eindrücke zur Boulderhalle „Der Steinbock“ verschaffen möchte, kann weiteren Infos im zugehörigen Video auf unserem YouTube-Kanal frönen.

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