Blick über den Achensee von der Seekarspitze (2053 m)

Sylvester 2016 verlief nach der Unnütz-Besteigung mit Dinner-for-two-Raclette ja eher gemütlich und so hatten wir am Neujahrstag auch keinen Hang over. So wurde schnell die Rechnung am Campingplatz beglichen, damit wir zügig aufbrechen konnten. Denn heute stand die Seekarspitze mit ihren 2053 m, welche mächtig über dem Achensee und dem Campingplatz thront, auf dem Program. Sugar freute sich riesig, dass es wieder losging und trabte voll motiviert vor uns. Allerdings war es mit -10 Grad nicht gerade warm, sodass sie gleich das Softshellmäntelchen angezogen bekommen hatte.

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Erstmal den ausgeschilderten Weg kurz entlang, neben der Kunstloipe auf der grünen Wiese, bevor man das Sägewerk kreuzte um auf die Forststrasse zu gelangen. Diese schlängelte sich die erste halbe Stunde unseres Weges sanft und doch eher unspektakulär den Berg hinauf. Zum Teil sehr vereist, mussten wir gut auf unsere Schritte achten und auch Sugar schlidderte auf der ein oder anderen Stelle. Sie guckt dann immer so entsetzt, wo das Rutschen denn jetzt her kommt.

 

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Sugar auf dem Gebirgssteig kurz vor der Koglalm.

 

Der Weg führte nun nach links in den Hang, durch Drehkreuz hindurch und wurde steil – ein richtiger Gebirgssteig eben. Tolle Abwechslung und endlich richtiges Bergwandern. Sugar sprang fröhlich den Steig hinauf. Auf dem Rücken einer Aufwerfung flachte der Weg dann ab und es ging gemütlich weiter während über uns die Seekarspitze in den Hinmel ragte und unter uns der Achensee im Sonnenlicht des Neujahrstages glitzerte.

Urplötzlich blieb Sugar unvermittelt stehen, starrte und witterte den Hang Richtung Achensee hinunter – sie hatte eine Gams gesehen. Erst einige Minuten nach deren Verschwinden ließ die alte Dame sich zum Weiterlaufen bewegen. Es ging sanft in eine kleine Hochebene der Koglalm über. Langsam tauchten auch die ersten Altschneefelder wieder auf, in denen sich Sugar fröhlich wälzte. Es folgte wieder ein längeres Stück auf der Fortstrasse, welche sich nun auf der Nordseite des Berges Richtung Seekaralm schlängelte. Es war nicht nur schattig,sondern langsam begann uns auch ein eisiger Wind um die Nasenspitzen zu wehen.

 

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Die Seekaralm.

 

Kurz nach der Seekaralm verliesen wir endlich die Forststrasse und schliderten über einen komplett zugefrorenen Steig, welcher anscheinend Teil eines kleinen Baches war. Schnell begann wieder eine gute Schneedecke und wir verließen zügig dem Wald. Durch ein schneebedecktes Latschenfeld führte uns der Weg im Schatten des Berges weiter gen Gipfel. Je nach Höhe der Latschen war der Eiswind mehr oder weniger zuspüren. Sugar wurde quengelig, da sie fror und so wurde das Hardschellmäntelchen noch zusätzlich über geworfen bevor wir das Schuttfeld des Gipfelanstieges betraten. Typisch Karwendel halt, ging es durch den Schotter immer weiter. Langsam traten auch die ersten leichten Kletterstellen auf, die Sugar noch problemlos bewältigte. Dann kurz unterhalb des Gipfels der Schock, ein ca. 2,5 Meter hoher Aufschwung mit 2. Schwierigkeitsgrad. Bis jetzt hatte Sugar so etwas noch nie bewältigt. Aber unsere alte Dame erstaunt uns immer wieder und mit etwas gut zureden und Anlauf war sie, mir nichts, dir nichts, oben. Die letzten Meter zum Gipfel waren noch leicht ausgesetzt, aber dafür in der Sonne. Auf dem sonnigen Gipfelplateau angekommen, war es windstill und wohlig warm. Der Ausblick über den Achensee, die Zillertaler Alpen und das Karwendel war an diesem strahlenden Neujahrstag umwerfend. Selbst der Großglockner war zu erkennen, traumhaft.

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Für die längere Gipfelrast machten wir es uns auf einem Holzbalken bequem und genossen bei warmen Tee und Keksen die Sonne und die Aussicht. Aber leider muss man ja da auch wieder runter, schade eigentlich. Wir waren übrigens nur die zweiten Gipfelstürmer im Jahr 2017, denn ein Regensburger Pärchen hatte den ersten Sonnenaufgang des Jahres auf dem Gipfel genossen.

 

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Aussicht vom Gipfelplateau.

 

Schweren Herzens machten wir uns also wieder an den Abstieg durch die doch düstere Nordwand der Seekarspitze. Diesmal jedoch mit dem Grödel an den Füßen, die uns vor einigen Rutschpartien bewahrten, folgten wir dem Aufstiegsweg bergab und zurück zum Campingplatz.

Fazit unserer Besteigung der Seekarspitze (2053m): 

Tolle, wenn auch insgesamt nicht unbedingt leichte Bergwanderung auf die Seekarspitze. Zunächst in der unteren Hälfte noch viel gemütlich auf der Forststrasse unterwegs, ist der Steig ab der Seekaralm dafür umso anstrengender. Gerade mit dem vielen Eis in Winter sind Grödel schon zwingend, wenn man ungewollte Rutschpartien vermeiden möchte. Das Latschenfeld zieht sich dann doch etwas und das baum- und buschfreie Schotterfeld bietet das typische Bild vom Gestein im Karwendel. Der Aufschwung kurz vorm Gipfel ist nur für kletterversierte Hunde und ältere Kinder geeignet. Auch die letzten Meter über den Grat zum Gipfelplateau erfodern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Das sonnige Gipfelplateau lädt mit seiner tollen Aussicht hingegen zum Genießen und Verweilen ein. Wer möchte kann von dort aus deine zur Seebergspitze und nach Pertisau erweitern. Wir haben in 6,5 Stunden 1149 Höhenmeter 18,94 Kilometer zurückgelegt.

Zusammenfassend ist die Besteigung der Seekarspitze eine schöne Bergwanderung. Nur für größere Kinder und kletterversierte Hunde oder kleine Hunde, welche man auch Tragen könnte, geeignet. Bei sehr heißen Temperaturen tolle Tour, da der Verlauf des Weges auf Nordseite Schatten spendet. Sonst bekommt man die Sonne nur wenig zu Gesicht und es verhältnismäßig kühl.

GPS-Track zur Tour auf Outdooractive und Bergfex.

Hier noch einige Impressionen in unserer Bildergalerie:

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. schade dass sich die Fotos durch anklicken nicht vergrößern lassen ! Das Bild vom Gipfel mit der Aussicht auf den Achensee in phenomenal !!!

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    1. miiiep sagt:

      Ich schau mal an was das liegen könnte. Danke fürs Feedback.

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