Eine Unnütz(e) Besteigung 

am

„Das Überflüssige ist eine sehr notwendige Sache.“ – Voltaire

Oh ja, das Bergsteigen ist eigentlich eine sehr unnütze Sache, dient allerdings bei uns – wie auch bei vielen anderen Gleichgesinnten – zur Befriedigung der Bergsucht.

Aus diesem Grund brachte uns Plan C unserer Sylvesterplanung an den Achensee und am Sylvestertag wollten wir die Besteigung eines Unnütz, genauer gesagt des Vorderunnütz‘ (2078 m), in Angriff nehmen. Nach Plan A wollten wir eigentlich Skitourengehen am Spitzingsee, aber mangels Schnee musste ein Plan B her. Dieser sah Bergwandern in Garmisch-Patenkirchen vor, denn wir wollten doch eh schon lange mal auf den Kramer. Tja,wie jedes Jahr wurde die 4-Schanzentournee wieder vergessen und so landeten wir am 30.12. am Achensee und waren guter Dinge.

Aber am Morgen des 31.12. dann der Schock – wir hatten verschlafen. Die Sonne stand schon strahlend am Himmel, während wir eiligst den Kaffee und das  Frühstück hinunterschlangen, den Hund und unsere Rucksäcke zusammenpackten und vom Alpencaravanpark in Achenkirch Richtung Berg los eilten.

Beim Fischerwirt querten wir durch eine Unterführung die Bundesstraße. Von hier an führte uns der Weg entlang der Bergflanke und durch Wald gemütlich gen Köglalm. Immer wieder passierten wir kleine, mehr oder weniger zugefrorene Wasserfälle – leider keiner so groß, dass er zum Eisklettern geeignet wäre. Durch die Bäume spitzte  fortwährend der Achensee, welcher in den Sonnenstrahlen fröhlich glitzerte.

Kurz unterhalb der Köglalm lichtete sich dann der Wald und wir konnten erstmal einen ungehinderten Ausblick auf den Achensee, die gegenüberliegende Seekarspitze und das Karwendel genießen. Wir passierten die Alm und wurden von einem neugierigen Schäferhund, der seinen Kopf durch das Geländer auf der Terasse steckte, aufmerksam beobachtet. Er zog auch Sugars Aufmerksamkeit auf sich, sodass sich erstmal ein paar Minuten gegenseitig angestarrt werden musste, bevor wir unseren Weg fortsetzten konnten.

 

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Die Köglalm.

 

Hinter der Alm wies ein Schild auf die Verhaltensregeln für Mountainbiker auf dem gemeinsam genutzten Weg zum Gipfel hin. Trotz Kaiserwetter sollten wir aber keinem Radler begegnen. Allerdings trafen wir immer wieder heitere Bergkameraden mit riesigen Rucksäcken auf dem Rücken, welche sich als Paraglider outeten. Das bewaldete Gebiet wurde immer spärlicher und ging dann fließend in Latschenfelder über. Auch die vereinzelten Altschneeflecken waren mittlerweile zu einer einigermaßen geschlossenen Schneedecke geworden, was Sugar natürlich ziemlich Freude bereitete und sie wie ein Welpe hin und her flitzte.

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Ein Stück unterhalb des Gipfels dünnten sich auch die Latschen zunehmend aus und wir betragen einen komplett kahlen, feldartigen Gipfelanstieg. Auf die Nordseite fiel der Hang dagegen steil ab und Wechten aus Altschnee thronten darüber. Nun war uns auch klar, warum hierbei viele Paraglider hochstiegen. Das Gelände an der Gipfelkuppe bot ein ideales Startfeld.

Schließlich erreichten wir das sehr bevölkerte Gipfelkreuz. In der warmen Sonne warteten einige Paraglider auf die thermischen Winde und andere Wanderer genossen einfach ihr Gipfelglück. Auch wir legten eine Brotzeitpause ein und versuchten den Gipfel zu genießen, was uns aber von Sugar nicht gegönnt wurde. Die alte Dame war total aufgekratzt, lief ständig zwischen den anderen Personen hin und her und wurde nicht müde die Leute anzubellen. Leider nicht sehr freudig, wie sie es auf dem Skitouren immer macht, sondern eher frei nach dem Motto: das ist mein Berg, verschwinde und such dir deinen Eigenen. Somit hieß es für uns, nach der Brotzeit und Gipfelfotos schnell wieder den Rückweg anzutreten.

 

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Ausblick vom Gipfel.

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Der Aufstiegsweg führte uns wieder über die Köglalm zurück zum Campingplatz.

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Fazit unserer Wanderung zum Vorderunnütz (2078 m): 

Sehr schöne Wanderung auf den höchsten Berg der Unnützgruppe. Belohnt wird man mit einer herrlichen Aussichz über den Achensee und aufgrund der Ausrichtung des Weges fast durchgehend in herrlichem Sonnenschein. Für Hunde ist die Wanderung gut geeignet. Vom Vorderunnütz kann man die komplette Überschreitung der drei Unnütze in Angriff nehmen. Allerdings ist der Weg von Vorder- zum Hochunnütz im Winter im ca. 40 Grad steilen Nordhang  nicht zu finden und während unseres Aufenthaltes mit viel Triebschneeablagerungen bedeckt gewesen, sodass wir nicht nur wegen fehlender Lawinenausrüstung sondern auch wegen der kritischen Lawinensituation davon absahen in diesem Hang den Weiterweg zu erkunden. Insgesamt brauchten wir für ca. 1150 Höhenmeter auf 13km 5,5 Stunden.

Das Video zur Tour könnt ihr euch auf unserem YouTube-Kanal angucken.

GPS-Track zur Tour findet ihr auf Outdooractive und Bergfex.

Hier noch einige Impressionen in unserer Bildergalerie:

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. ganz tolle Fotos dieser Bergtour bei Kaiserwetter ! Ich war mal an der Erfurter Hütte ist doch da in der Gegend ! Nach meiner Bergtour im Achensee gebadet ! Der war eiskalt !!!!

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    1. miiiep sagt:

      Des kann ich mir vorstellen, dass der a…kalt ist. Wobei man ja dort Kitesurfen darf *brrr* 😱

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