Blick über das Cap Corse auf dem Monte Stello 

Wir verließen das Col de Bavella einen Tag nach unseren beiden Touren (GR20 und Croix de Leccia) und verbrachten noch einige Tage am Strand an der Ostküste, da nun endlich trockenes warmes Wetter aufgezogen war. Langsam neigte sich aber auch unser Aufenthalt auf Korsika dem Ende zu und bevor wir die Insel wieder mit der Fähre verlassen sollten, wollten wir noch zum Cap Corse. Das Cap Corse ist der fingerförmige Nordosten Korsikas und wird als „Insel auf der Insel“ gesehen. Auch hier gibt es eine kleine Gebirgskette, wieder von Norden nach Süden verlaufen. Wir wollten den zweithöchsten Berg des Cap Corse, den Monte Stello (1304 m), noch vor unserer Heimreise besteigen.

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Aufstieg durch die Macchia.

Wir machten uns auf den Weg nach Pozzo am Cap Corse und stellten unser Wohnmobil an einer kleinen Parkbucht an der Kirche des Ortes, gegenüber vom Friedhof, ab. Es hätte zwar auch einen Wanderparkplatz beim Friedhof gegeben, an dem mal ausnahmsweise kein Womo-verboten-Schild hing, aber die Straße war mal wieder einfach zu eng für unseren Camper. An diesem Tag war kein Wölkchen am Himmel zu sehen und es versprach sehr warm zu werden, weshalb wir zeitig aufbrachen. Es ging zunächst Richtung Wanderparkplatz am Friedhof und von dort aus gab es schon Ausschilderungen des Weges auf den Monte Stello. Vom Parkplatz liefen wir ins Örtchen und weiter über eine steile Treppe und Gässchen bis der Weg als Feldweg mit orangen Wegmarkierungen aus der Ortschaft herausführte. Ein kurzes Stück verlief gemütlich, schon fast eben, entlang des Feldweges bevor nach rechts steil bergauf ein treppenförmiger Wanderweg begann. Rechts und links wurde der Weg von circa hüfthohen Macchie gesäumt. Schatten gab es so gut wie keinen. Nach circa einer Stunde begann der Wander leicht abzuflachen und verlief nun entlang der Flanke des Monte a Poni. Nun stieg der Weg wieder mehr an und brachte uns zum Sattel Bocca di Santa Maria, wo die Ruinen der gleichnamigen Kapelle und ein weißes Kreuz zu finden waren.

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Die Kapelle Santa Maria an der gleichnamigen Bocca.

Nach einer kurzen Pause bei bestem Wetter überquerten wir den Sattel und querten leichte bergab nach Nordosten bevor der Weg unterhalb eines Felsgrates wieder bergauf verlief. Neugierig beobachteten uns dabei viele Bergziegen, die uns auch ein Stück des Weges begleiteten. Der Weg verlief nun leicht bergauf geradewegs auf den Monte Stello zu. Der Gipfelanstieg verlief in einer Schleife über die Westflanke auf den Gipfel des Monte Stello. Auch hier fanden wir erneut kein Gipfelkreuz vor. Es gab allerdings einen großen Sendemasten und ein großes Steinmännchen, welches den höchsten Punkt markierte.

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Wetterstation am Gipfel des Monte Stello.

Nach einer Gipfelrast machten wir uns an den Abstieg über die Nordseite des Berges. Wir folgten den spärlichen orangen Markierungen und den Steinmännchen zunächst noch im Schotter bergab. Danach ging die Vegetation wieder in niedrige Büsche über und nur noch Steinmännchen wiesen den Weg über Grat bis zur Punta Chiatra. Ab hier tauchten nun wieder die orangen Markierungen auf, welche uns auf Feldwegen bergab Richtung Silgaggia führten. Wir durchquerten die Ortschaft und mussten die letzten 1,5 Kilometer entlang der Straße bis nach Pozzo zurücklegen. An diesem Tag mit sehr klaren Sichtverhältnisse konnten wir bis zur Insel Elba blicken. Schließlich erreichten wir wieder die Parkbucht an der Kirche und begaben uns auf den Weg nach Bastia um am nächsten Tag die Fähre zum Festland zu nehmen.

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Abstieg über die Nordseite.

 

Fazit zur Besteigung des Monte Stello (1304m):

Sehr lange Bergtour auf den Monte Stello, die sich stellenweise gefühlt sehr lange hin zieht. Da es keinen Schatten gibt, ist an entsprechenden Sonnenschutz und genug Getränke für Mensch und Tier zu denken. Gehtechnisch ist die Tour nicht sehr anspruchsvoll und die Umgebung sehr monoton. Der Ausblick am Gipfel ist toll und man kann bis zur Insel Elba sehen, wenn das Wetter dementsprechend ist. Das Gipfelerlebnis wird durch den hässlichen Sendemast, die Hubschrauberlandeplattform und das Wetterhäuschen schon eingeschränkt. Der Abstieg zieht sich zum Schluss auch ziemlich dahin. In 6 Stunden legt man 12,9 Kilometer und 1015 Höhenmeter zurück. Insgesamt eine lange aber sehr unspektakuläre Tour.

GPS-Track auf  Outdooractive und Bergfex

Hier noch einige Impressionen in der Bildergalerie:

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