Auf etwas Weiß zur Seekarscharte

Unsere Skitour in Hochfügen hatte uns wieder angefixt und so musste so schnell wie möglich die Sucht befriedigt werden. Aber einen Ort mit genügend Schnee zu finden, war dank dem herrschenden warmen Föhnwetter, welches das geliebte Weiß ganz schnell verschwinden ließ, doch erstmal schwierig.

Nach etwas Suchen standen nur noch das Kühtai oder Obertauern zur Auswahl, denn wir hatten nur 2,5 Tage zur Verfügung. Obwohl der Womo-Stellplatz in Tweng bei Obertauern, bei dem man auch den Wellnessbereich des zugehörigen Hotels nutzen könnte, leider noch geschlossen hatte, fanden wir schlussendlich direkt im Örtchen ein hübsches Hotel für Mensch und Tier .

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Hotel Frau Holle, 4 Sterne Garni

Am Samstag Morgen nach der Arbeit flüchteten wir Richtung Österreich und ohne Stau oder andere Verkehrshindernisse kamen wir am frühen Nachmittag in Obertauern an. Im Tal zeigte sich noch der Herbst von seiner besten Seite, aber nach dem Ortschild trafen wir auf die ersten kleinen Schneefelder entlang der Straße. Die Aussicht auf die verschneiten Berge konnten wir nicht genießen, denn die selbigen versteckten sich leider im dichten Nebel. Da uns noch etwas Zeit bis zum Check-In im Hotel zur Verfügung stand, gönnten wir Sugar noch 1,5 Stunden Gassi und erkundeten nebenbei das Örtchen.

Kurz vor 15 Uhr stürmten wir dann unser Hotel. Das Hotel Frau Holle, ein 4 Sterne Garni Hotel im Herzen Obertauerns, ist sogar hundeliebend und man darf den Wauzi mitbringen (für 18€/Tag). Als Schmankerl hat jeden Tag von 15-20 Uhr der Wellnesbereich im italienischen Stil mit einer 65 Grad Sauna, einem Dampfbad und einem Whirlpool geöffnet. Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen und nutzen den Bereich auch großzügig, während sich Sugar ausruhte. Am Abend hieß es für Sugar noch mal eine Runde Gassi gehen, bevor wir uns Abendessen suchen konnten. Danach war der Abend aber auch schnell zu Ende, da wir beide die Nacht zuvor ja gearbeitet hatten.

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Blick auf Obertauern kurz vor der 12a.

Der Sonntag Morgen begann mit dem reichhaltigen Buffet des Märchenfrühstücks, welches keine Wünsche offen lies. Natürlich wurde gleichzeitig die Tour für den Tag geplant und das Wetter gecheckt. Der Nebel war für diesem Tag nicht ganz so dicht vorausgesagt, somit waren wir unserem ursprünglichen Plan, der Besteigung der Seekarspitze, noch immer etwas skeptisch gegenüber. Denn bei schlechter Sicht wollten wir das Sugar nicht antun. Doch erstmal mussten wir über die Pisten ja dorthin kommen.

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Fußmarsch querfeldein zur 11a.

Schnell wurde die Ausrüstung gepackt, der Hund an- und die Felle aufgezogen, dann standen wir auch schon auf der Piste. Die 18c/18a führte uns zunächst Richtung Edelweißbahn. Skifahrer waren nur eine Handvoll unterwegs, aber selbst diese Wenigen reagierten sehr erstaunt gegenüber unserem Skitourenhund. Sieht man anscheinend doch nicht so häufig.

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Vom Ausstieg der Edelweißbahn fuhren wir die unpräparierte 12a gen Hundskogelbahn ab. Die unbeschneite Schneedecke war hier wesentlich dünner, sodass das Abfahren gerade noch so möglich war. Kurz vor der Bahn zweigten wir nach rechts entlang eines Feldweges ab, mit den Skiern auf dem Rücken ging es weiter zu Fuß Richtung Piste/Schönalmbahn, da hier doch viel Gras aus dem Schnee hervorluckte. Wir erreichten die herrlich präparierte 11a und folgten dieser bis zum Ausstieg der Schönalmbahn. Das letzte Stück war ganz schön vereist und steil, was uns ohne Harscheisen etwas Schweiß auf die Stirn trieb. Oben angekommen, zeigte sich die Schneedecke außerhalb der Piste durchgehend geschlossen und ausreichend. Dennoch mussten wir die letzen Meter zur Seekarscharte (2022 m) zu Fuß aufsteigen. Am Kreuz eröffnete sich ein herrlicher Blick nach Obertauern. Die Gipfel der Berge lagen aber weiterhin im Nebel, welcher ein paar Meter über uns begann. Die Hoffnung sank, dass wir an diesem Tag noch den Gipfel der Seekarspitze erreichen würden. Zunächst mussten wir aber wieder abfahren.

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Seekarscharte 2022m.

Wieder zurück auf der Piste und entfellt, düsten wir über die 11a/5c Richtung Kringsalm. Der Schnee war herrlich weich, Sugar freute sich wie eine Schneekönigin und fetzte hinterher. Mittlerweile war die Mittagszeit angebrochen, was sich durch knurrende Mägen bemerkbar machte und so legten wir eine Pause in der Kringsalm ein. Bei einem alkoholfreien Weizen genossen wir Germknödel und Kaiserschmarrn.

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Blick von der Seekarscharte nach Obertauern.

Mit vollen Bäuchen kehrten wir auf die Piste zurück, denn es stand immer noch die im dichten Nebel liegende Seekarspitze an. Wir stiegen über die 5a auf. Langsam wurde der Nebel immer dichter, sodass wir kurz unterhalb des Ausstieges der Seekarspitzbahn kaum mehr Sicht hatten. So konnten wir den Weg zum Gipfel unmöglich finden. Und wir hätten ja dann auch mit Sugar im Nebel wieder absteigen und -fahren müssen. Das bereitete uns doch ziemlich Bauchschmerzen, sodass wir auf den Gipfel verzichteten und den Rückzug antraten.

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Sugar bei der Abfahrt

Wieder abgefellt fuhren wir erneut zur Kringsalm um dort wieder aufzufellen und über die 21a/21c zur Zentralbahn aufzusteigen. Die 16a führte zum letzten Mal am diesem Tag bergab zum Einstieg der Zentralbahn. Sugar lief unverändert freudig hinter uns her. Mittlerweile zeigte die Piste aber erheblich braune Grasflecken und zum Glück konnten wir nun endgültig abschnallen und die letzten Meter zu Fuß zurück zum Hotel zurücklegen. Schnell verstauten wir unsere Skier, hängten die durchweichten Felle zum Trocknen auf und Sugar durfte sich ausruhen während wir wieder im Wellnessbereich verschwanden.

 

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und der letzte Aufstieg.

 

 

Fazit zu unserer Pistenskitour zur Seekarscharte (2022 m):

Obwohl wir die Seekarspitze wegen dem dichten Nebel nicht besteigen konnten, haben wir als kleines Trostpflaster die Seekarscharte erreicht. Die Schneedecke außerhalb der Piste wurde erst ab ca. 1800 Meter für Tourenski ausreichend, sodass wir eine fast ausschließliche Pistenskitour machten. Die Pisten dagegen waren hervorragend präperiert und mit dem andauernden Up-and-Down kam auch Sugar voll und ganz auf ihre Kosten. Als Schlecht-Schnee-Alternative hervorragend geeignet. Hunde bitte nur mitnehmen, wenn sie angeleint sind und/oder schon sehr geübt im Aufstieg und vorallem Abfahren sind.

Trotz allem legten wir in 4,5 Stunden auf 8,33 Kilometer 848 Höhenmetet zurück.

Video zur Tour auf unserem YouTube-Kanal

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