Capu San Petru 

Nach der erfolgreichen Besteigung des Capu di a Veta, dem Hausberg Calvis, planten wir die Weiterfahrt nach Porto. Die D81b führte uns entlang der Westküste. Leider als typische Küstenstraße angelegt, sodass man nur circa 20km/h fahren konnten und immer wieder zum Anhalten gezwungen waren, wenn uns ein ähnlich gr0ßes Fahrzeug entgegen kam. Somit brauchen wir für die circa 60 Kilometer bis Porto ungefähr drei Stunden. Dennoch war die Ausblick auf der Küstenstraße grandios.

In Porto angekommen, empfing uns ein herrlich grünes Tal, fast schon urwaldmäßig anzusehen. Darüber thronte der markante Capu d’Orto mit seinen Tres Signores. Blickte man ins Landesinnere wurder der Blick schnell von einer Hohengebirgskette versperrt, an der sich auch schon massig Wolken sammelten. Wir bezogen den Campingplatz „camping municipale“, welcher fast direkt am Strand gelegen ist. Der Plan war möglichst wenig zu dem am Strand gelegenen Kletterfelsen „Portu“ laufen zu müssen, ein Sportkletterzustieg also. Klettern konnten wir allerdings nicht, wie wir schon in einem vorhergehenden Beitrag berichteten. Neben dem Campingplatz gab es aber einen schönen Eukalyptuswald. Am Abend begann es erstmal zu regnen, und das sollte sich die nächsten 1,5 Tage auch nicht ändern. Dann schließlich der Lichtblick, nach 1,5 Tagen Dauerregen waren endlich trockenere Verhältnisse für den Nachmittas des dritten Tages (Ankunfttag mitgerechnet) gemeldet. Unser Hundi war schon ganz unruhig, da sie wieder laufen wollte. Das ständige Rumliegen im Wohnmobil machte ihr mitterweile keinen Spaß mehr. So studierten wir unser Kartenmaterial um eine „kurze Tour“ zu finden, wenn es bewerkstelligen lies natürlich mit Gipfel, denn es sollte am späten Nachmittag wieder regnen. Wir entschieden uns für den Capu San Petru  (914 m), auf der Nordseite des Tales und direkt gegenüber des Capu d’Orto.

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Blick auf Porto von D81 aus.

Wir liefen entlang des Strandes Richtung Norden und überquerten die Uferpromenade, vorbei am Genueserturm und wieder direkt hinein ins Örtchen. Vom großen Platz unterhalb des Turmes folgten wir der Straße ein Stück bergauf um dann links in steile Seitenstraße abzubiegen, wo laut Karte der Weg beginnen sollte. Allerdings fanden wir auf dem Parkplatz eines Hotels wieder. Also, erstmal zurück und geguckt, ob es nicht daneben noch ein noch kleineres Sträßchen gab, dass wir schlichtweg einfach zurvor übersehen hatte. Dem war leider nicht so, trotz intensiven Suchens. So ging es wieder zurück zum Hotelparkplatz und wir begannen dort den Weiterweg zu suchen. Hinter einer relativ neu ausehenden und circa 1,5 Meter hohen Begrenzungsmauer entdeckten wir einen Trampelpfad und nach Konsulation des GPS stellte sich dies als der geplante Weg heraus. Der Hund wurde über die Mauer gehoben und weiter ging die Wanderung. Der Trampelpfad wurde schnell etwas breiter und wir folgten im leicht nordwestlich bergauf bis zur Küstenstraße D81b. Einmal kamen wir an einer Abzweigung vorbei, bei der noch ein Weg wieder zurück zur Stadt führte, aber dazu später.

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Da freute sich aber wer extrem über die Tour.

Wir überquerten die D81 und stießen etwas weiter links erneut auf dem Weg. Am Beginn war ein Geländerseil angebracht, da wir über 2 große, glitschig aussehende Felsplatten steigen mussten. Das war es dann auch, glitschig wegen dem Regen der vergangenen Tage. Unser Hundi hatte da weniger Probleme, sie sprang einfach fröhlich die Platten hoch bis zum nächsten Steinmännchen. Aber hier gab es als Wegmarkierung Steinmännchen, die uns bis zum Gipfel begleiteten. Der Weg verlief durch kniehohe Macchia erstmal wieder etwas westlich mit herrlichem Ausblick über Porto und dessen Golf (UNESCO-Weltnaturerbe) bis wir schliesslich auf dem Rücken des Berges Richtung Landesinnere abbogen. Einigermaßen gemütlich führte uns der Weg über den Bergrücken bergauf und verbreiterte sich im Verlauf zu einem Feldweg. Dieser Weg wies schließlich immer mehr Wasserrillen auf und verlief nun durch Wald. Nur Wald vor Augen mussten wir schließlich das GPS konsultieren um den Gipfel zu erkennen. Dieser entpupte sich ein als eine kleine Steinansammlung mit tollen Ausblick auf den Capu d’Orto. Allerdings fanden wir wieder einmal weder ein Gipfelkreuz noch ein Buch. Wenn das GPS nicht gewesen wäre, wir wären einfach daran vorbei gelaufen und hätten uns gewundert, warum der Weg wieder bergab führt.

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Gipfelrast für Tier und Mensch.

Unsere Gipfelpause fiel sehr kurz aus, da wieder dunkle Regenwolken vom Meer aufzogen. Also möglichst schnell wieder runter, der Regenschauer in Calvi einige Tage zuvor hatte uns gereicht. Der Abstieg führte uns erstmal ein Stück den gleichen Weg zurück bevor wir nach links abbogen und einen schmalen Weg entlang der Bergflanke nahmen. Dieser Weg verlief erstmal in flachen Serpentinen abwärts um dann gemütlich entlang der Flanke zurück zu den Felsplatten mit dem Geländerseil zu führen. Wir hatten die Serpentinen noch nicht hinter uns gebracht als es das Donnern anfing. Kurze Zeit später brach das Gewitter los und der Himmel öffnete seine Schleusen. Flux die Regenjacken über gezogen, ging es beschleunigt auch schon weiter. Das Gewitter hatte sich nach circa 10 Minuten auch schon verzogen, der Regen prasselte allerdings in unverminderter Stärke auf uns herab. Erst als wir fast eine Stunde später das Geländerseil erreichten, begann der Regen nachzulassen. Dadurch hatten wir leider auch kein richtiges Auge für die wunderschönen Tafoni-Felsstrukturen die häufig den Weg säumten. An den Felsplatten angekommen, schlitterte unser Hundi dort hinunter, da es durch den erneuten Regen noch glitschiger als beim Aufstieg war. Wir hatten dadurch auch unseren Spaß.

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Die Bucht von Porto mit dem Genueser Turm kur vor dem Gewitter.

Wir überquerten wieder die D81 und folgten dem Weg zurück nach Porto. Weiter oben erwähnte ich die schon angetroffenen Abzweigung. Beim weitern Abstieg entschieden wir uns der Abzweitung nach rechts ins Örtchen zu folgen, denn wir wollten nicht schon wieder über die Hotelparkplatzmauer klettern. Der Weg nach der Abzweigung erwies als angelegter und breiterer Wander, der anscheinend nach den Baumaßnahmen des Hotels neu gestaltet worden war. Der Weg endete an einer Treppe, welche zwischen zwei Restaurants wieder auf den großen Platz unterhalb des Genueser Turm führte. Mittlerweile hatte der Regen aufgehört und wir konnten die letzten Meter zum Campingplatz noch trockener zurücklegen.

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Hier (roter Pfeil) verläuft der neu angelegte Wanderweg.

 

Fazit zur Besteigung des Capu San Petru:

Die Besteigung des Capu San Petru war zwar wegen der Weg- und dann Gipfelsuche etwas abenteuerlicher, allerdings war der Weg selbst sehr unspektakulär. Als Nachmittagstour ist sie schön geeignet. Der Ausblick ist gut und der Weg, wenn er denn mal gefunden ist, technisch nicht sehr anspruchsvoll. In … Stunden legt man auf … Kilometer doch … Höhenmeter zurück. Für Hunde und Kinder (mit entsprechender Kondition) gut geeignet.

GPS-Track zur Tour auf Outdooractive.com und Bergfex.de

In der Bildergalerie gibt’s noch einige Impressionen:

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. mehrbergede sagt:

    Ja, die korsischen Küstenstrassen sind eine Klasse für sich. Das macht aber meiner Meinung gerade den Charme der Insel aus: Immer noch etwas Ursprünglichkeit, ein wilde Insel, mehr „Pisten“ als Strassen und nicht alles für den Autoverkehr verbaut. Zeit und Nerven braucht man aber durchaus, wenn man auf der Insel von Oben nach unten oder von der einen Küste zur anderen will. Aber dafür hat man ja Urlaub 😉

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