Der Hausberg Calvis – der Capu di a Veta 

Nach unserem ersten Lager in l’Île Rousse sollte es weiter Richtung Porto gehen. Doch zunächst passierten wir auf unserem Weg Calvi und dort wollten wir den Hausberg, den Capu di a Veta (703 m), besteigen. Was uns allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, dass es die Korsen ein ganz spezielles Lieblingsverkehrschild haben.

Wir brachen also unsere Zelte in l’Île Rousse ab und wollten zu einem Parkplatz in Calvi, welcher relativ am östlichen Ortseingang gelegen wäre und wir in einer Tourenbeschreibung gelesen hatten. Dort angekommen, stellte sich dann allerdings heraus, dass dort striktes Parkverbot ist, denn der Platz ist (nun) Privatgelände. In der kleinen Straße, die uns dort hingeführt hatte, konnte man auch nicht parken, denn wir sind mit unserem Wohnmobil nur so mit Ach und Krach dort durchgekommen. Also, was tun?… Wir zückten ein weiteres Mal unser OpenStreetMap-Kartenmaterial und waren doch ziemlich erfreut, dass es in Calvi und vorallem in der Nähe noch einige Parkplätze gab. Als wir am nächst gelegenen Parkplatz eintrafen, die erstmalige Ernüchterung, denn es gab ein Wohnmobilverbot. Wir machten uns erstmal nichts daraus und steuerten den nächsten Parkplatz an. Dort fanden wir erneut ein Wohnmobilverbotsschild vor, diesmal sogar mit Höhenbegrenzung der Parkplatzeinfahrt auf 2,1 Meter. Das Spiel setzte sich an wirklich jedem Parkplatz der Stadt fort. Irgendwann erreichten wir nach dem Ortsende die Zufahrt zur Kirche „Notre-Dame de la Serra“. Neben dem angrenzenden Friedhof sollte es laut den Wanderkartenmaterial auch einen großen Parkplatz geben. Und, oh Wunder, wir wurden erstmal mit dem und schon vertrautem Verkehrsschild empfangen. Also, umgedreht und zurück zur Bundesstraße D81b. Dort gab es einen kleinerem Platz am Eingang zur Halbinsel Revellata, an dem zwar ein Wohnwagen- aber kein Wohnmobilverbotsschild hing. Somit war zumindest die Wanderung gerettet, wenn auch komplett anders als geplant.

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Tafoni Felstrukturen säumten den Weg zur Kirche.

Wir packten schnell unsere Rucksäcke und natürlich die Regenjacken mit ein, da es ein kühlerer, bewölkter und windiger Tag bisher gewesen war. Laut Wetterprognose sollte sich dies so fortsetzen, aber kein Regen oder Sonne waren vorhergesagt. Somit durften wir die 2 km mehr von der Bundesstraße bis zu Notre-Dame de la Serra laufen. Die Straße war von vielen schönen und außergewöhnlichen Felsen, Tafoni genannt, gesäumt. Die Kirche Notre-Dame de la Serra war sehr hübsch anzusehen, genauso wie der angrenzenden Friedhof. Wir ließen beides links liegen und folgten den Schildern nach rechts entlang des Berges und leicht bergauf. Es bot sich uns eine herrliche Aussicht auf Calvi und über seine Zitadelle sowie die Bucht.  Dieser Ausblick sollte uns fast die ganze Tour begleiten. Zunächst zeigte sich der Wanderweg noch als guter Feldweg, der geschlängelt durch die Macchia verlief. Wir erreichten den Sattel unterhalb des Berges und folgten den Steinmännchen nach links. Nun verlor der Weg zwar nicht an breite, allerdings würde es etwas steiler und es kamen tiefe Wasserillen hinzu.

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Der Gipfel des Capu di a Veta.

Nach einiger Zeit riss die Wolkendecke auf, die Sonne kam heraus und es wurde schwül-warm. Das Dumme war, wir hatten unsere Sonnenbrillen vergessen. Der Weg wies nun langsam dem Charakter eines klassischen Gebirgssteigs auf. Sozusagen über Stock und Stein, und es ging nun steil bergauf. Kurz unter dem Gipfel gab es noch sehr leichte Kletterei im circa ersten Schwierigkeitsgrad (UIAA). Unser Hund meisterte diese Stellen zum Glück spielend und auch gut gelaunt, da sie wieder laufen und klettern durfte.

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Kletterstellen kurz unterhalb des Gipfels.

Am Gipfel angekommen, erblickten unsere mittlerweile sonnengeblendeten Augen zu unserer Freunde ein großes Gipfelkreuz MIT Gipfelbuch. Es sollte das einzige Gipfelbuch in unserem Korsikaurlaub werden. Wir machten uns am dem obligatorischen Eintrag in demselbigen und danach noch ein paar Gipfelfotos. Nach einer kurzen Gipfelrast für Mensch und Tier begaben wir uns auf den Rückweg.

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Gipfel des Capu di a Veta.

Unsere Abstiegsroute sollte uns zunächst auf der anderen Seite des Berges bergab bis zu einem Sattel, dem Punta Catajaro , führen. Hier gab es wieder reichlich Tafoni zu bestaunen. Die buschähnliche Macchia, welche uns wieder einmal zerkratze Beine bescherte, ging kurz nach dem Sattel in Baumhöhe über und bildete abschnittsweise sogar Tunnel. Somit konnten wir doch noch etwas Schatten an diesem mittlerweile sonnig-warmen Tag geniessen. Wir folgten den Weg solange bergab bis wir zu dem ehemaligen Wanderparkplatz, den wir am morgen dieses Tages schon mal angesteuert hatten, gelangten. Es durchquerten ein kleines Stück das Wohngebiet bevor es wieder nach links in die Macchia und auf einen Wanderweg aka Feldweg ging. Da Calvi doch ein gutes Stück niedriger liegt als Notre-Dame de la Serra, mussten wir zum Schluss noch einige Höhenmeter wieder aufsteigen. Zeitgleich verdunkelte sich langsam der Himmel, denn Regenwolken zogen auf und es wurde ziemlich windig. Der Sonnenschein war dahin. Kurz bevor wir wieder den Wanderweg vom Anfang unserer Tour erreicht hatten, öffnet der Himmel seine Schleusen. Wir mussten im starken Regen und Wind die letzten 15 Minuten bis zur Kirche und die anschließenden zwei Kilometer bis zu unserem Parkplatz zurücklegen. Ziemlich durchnässt kamen wieder wieder an unserem Wohnmobil an . Unser Hund freute sich schon extrem auf das Warme und trockene Innere. Wir konnnten es ihr nicht verdenken, denn uns erging es ja genauso. Nach dem Abtrocknen verschwand die alte Dame sehr schnell in ihr Bettchen unterm dem Tisch und wir wechselten auf trocken Klamotten und genossen zum Abschluss noch einen warmen Tee.

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Blick auf Calvi.

Fazit unserer Besteigung des Capu di a Veta:

Der Hausberg Calvis ist zwar mit 703 MüM nicht sonderlich hoch, aber umso schöner zu besteigen. Die Wege sind exzellent ausgeschildert und der erste Teil geht erstmal gemütlich dahin, bis es sich in eine klassischeren Gebirgssteig verwandelt und man doch das ein oder andere Mal seine Hände zur Hilfe nehmen muss. Für fitte und einigermaßen kletterbegabte Hunde ist die Tour leicht machbar. Belohnt wird man Gipfel nicht nur mit einer phänomenalen Aussicht über Calvi und ins Innland, man findet sogar ein schönes Gipfelkreuz mit Buch vor. Beim Abstieg durch die Macchia zieht man sich leicht zerkratzte Unterschenkel zu, so dass empfindliche Personen lieber eine lange Hose tragen sollten.  Die Parkplatzsituation ist für Wohnmobile bzw. Camper leider sehr schlecht.

In knapp 4 Stunden Gehzeit legt man 771 Höhenmeter auf eine Strecke von circa 11 Kilometern zurück, da man fast auf Meereshöhe in Calvi startet. Insgesamt trotzdem eine sehr schöne Tour, die wegen der tollen Aussicht empfehlenswert ist.

GPS-Track zur Tour auf outdooractive.com und auf bergfex.de

In unserer Bildergalerie gibt’s noch einige Impressionen:

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