Saisonende – Schlafsackwäsche

So manch einer vergisst es, so manch einer tut es, aber genau wissen, wann und wie man es tut, weis keiner. Manche Zahlen einen Aufpreis für einen Waschservice.
Darum einfach mal der selbstlose Versuch:

Schlafsackhandwäsche in der Badewanne.
Warum tut man sich das an?
In meinem Fall waren gut 8 Jahre ohne Wäsche der Grund für den Versuch. Dazu ein merklicher Wärmeverlust.
Der gedankliche Ansatz: Dreck Fett und Schmutz verkleben die Faser. Die wärmende Schicht läuft gegen null und würde sich lösen wenn man sie wäscht.
Warum also nicht? Vielleicht löst sich die Faser ja wieder durch das Waschen, vielleicht ist er dann jedoch auch endgültig kaputt. Aber eins ist sicher, einen neuen brauche ich irgendwann eh.
Zu guter Letzt gewann der folgende Gedanke:
Es ist ein Kunstfaserschlafsack. Das macht das Unterfangen einfacher und die sind eh irgendwann durch.

So, wie geht man vor? Ich habe keine Ahnung, aber Google und einen runden Kopf.
Kurzum: Handwäsche, Feinwaschmittel. No tumble steht drinnen im Schlafsack, also nicht in den Trockner.

So..Planen. Regel eins, genau hinschauen.
Durch meine Schlafsackinspektion sehe ich die dünnen Nähte welche die Kammern trennen. Auswringen fällt also auch flach, sonst könnte eine Monokammer daraus werden und damit ein Vollschaden. Das Problem liegt hier:
Die Kammern speichern Wärme und sind deswegen getrennt um das Füllmaterial zu fixieren. Reißt die Naht, war es das.
Also fangen wir an:
Schritt 1: Umdrehen. Ich will ja am Ende dass er innen wunderbar wird.Also einmal Inside Out.
Schritt 2: Reißverschluss zu. Warum? Weil ich es kann. Darum 😉  Ne mal im Ernst, ich finde es logischer, weil somit weniger verwirren und übereinanderlegen zustande kommt und der geschlossene Zip Reiss-Löcher verhindert.
Schritt 3: Lauwarmes Wasser. 30° Laut Waschhinweis.  Darin Waschmittel einrühren.
Schlafsack auflegen.  Schön rühren..warten.. bewegen.. durchziehen..liegen lassen.
Immer wieder mal durchdrücken bzw bewegen…
Sich ekeln, worin man eigentlich schlief, wenn man das Waschwasser sieht.

schlafsackwasche-2
Schritt 4: Wasser ablassen. Sich verfluchen, wieso man sich das antut. So ein nasser Schlafsack ist sehr sehr schwer.
Schritt 5: Vorsichtig immer wieder druck geben und schauen, dass das Wasser auch abläuft!
Schritt 6: Klarspülen.
Schritt 7: Siehe 5
Schritt 8:Siehe 6
Schritt 9: Wiederhole 7 und 8 bis das Wasser nicht mehr seifig ist und klar…
Schritt 10: Irgendwo, wo viel Wasser abfließen kann den Schlafsack geöffnet (!!) darüberlegen. Bspw Wäscheständer,  Wäschespinne. Stockflecken wären nun nach dem Arbeitsaufwand auch unangebracht.
Nun heist es lange warten.

schlafsackwasche-1
Trockenzeit : 2,5 Tage.
Eine Nacht in der Badewanne zum Abtropfen.
Ein Tag bei 26 Grad im Garten
Einen weitern Tag später war es um 21:00 soweit: Trocken! Stinkt nicht. Muffelt nicht. Kein Schimmel.

Kommen wir zum Endergebnis:
Er fühlt sich luftiger, dicker und besser an. Kurz auf dem Sofa reingeschlupft: Er heizt schneller. Weitere Tests werden folgen. Lohnt sich also definitiv.

Zu der Frage, warum Handwäsche: Die Waschmaschinen walken das Packet durch. Mein Schlafsack wiegt trocken 1600 Gramm. Durch die Erfahrung beim Wässern traue ich mich nun nicht eine konkrete Zahl zu nennen.. Aber da ich ihn kaum heben konnte ohne sanft das Wasser auszudrücken schätze ich das Gewicht weit über 15 Kilo.
Nun hierzu der Gedankengang:
Über 15 Kilo werden beschleunigt und nur eine Maschinennaht hält das Futter. Reißt eine Kammer, ist es wie oben erwähnt das gewesen.  Darum mein Gedankengang:
Welche Trommel hält das Schadenfrei aus? (Der Schlafsack kracht ja auch mal runter..) und die wichtigere Frage:
Tu ich das meinem Schlafsackmaterial an?!

Nachdem ich nun den gewaschenen Schlafsack eine neue Saison verwendete, weis ich sicher:
So warm wie zu Beginn ist und wird er nichtmehr, aber definitiv mehr als vorher und es schläft sich besser darin.

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