Klettern auf Korsika

Im Frühjahr 2016 begannen wir mit der Planung für unseren „großen Sommerurlaub“ im September. Da neben der Erholung am Badestrand das Aktivitätslevel allerdings nicht zu weit absinken sollte, durften einige Kletterspots nicht fehlen. Unsere Wahl viel heuer auf Korsika, die kleine französische Insel im Mittelmeer. Das Klima ist zu der geplanten Jahreszeit ausreichend warm und zum Klettern ist einiges geboten. So bestellten wir die beiden Kletterführer „Falaises de Corse“ (Sportkletterführer) und „Grandes voies de Corse“ (Mehrseillängen) und erarbeiten die ersten Reiseziele. Da uns unser felliger Vierbeiner begleiten sollte, war schnell klar, dass für großartige Mehrseillängentouren wenig Chance besteht. So blieb dieser Führer heuer unbenutzt.

 

foto-19-09-16-10-00-06
Das beliebteste Verkehrsschild Korsikas

Auf der Insel angekommen, erholten wir uns erstmal am herrlichen Sandstrand und dem lauwarmen Meerwasser, unweit von unserem ersten Kletterspot. Schnell mussten wir allerdings lernen, dass es auf dieser Insel einen Konflikt zwischen Kletterspots (Parkplatz) und einem Wohnmobil gibt. Beim abendlichen Erkunden  – Gassirunde – erwies sich der im Kletterführer ausgewiesene Parkplatz als reiner PKW-Parkplatz, es drohnte eine auf 2m Höhe geeichte Schranke, was auch bei allen anderen Parkplätzen der Umgebung nicht besser war. Das dies keine Ausnahme war, stellten wir in den nächsten Wochen noch fest: An nahezu jedem Parkplatz oder Örtchen, an dem man mit dem Wohnmobil parken könnte, steht obiges Verkehrsschild. Wo das nicht zu finden ist, steht eine Höhenbegrenzung. Ist mal keines der beiden Hindernisse in Sichtweite, liegt es daran, dass die Straßen einfach nicht für Wohnmobile geeignet sind – zu schmal, zu steil, oder man benötigt ein Offroad-Fahrzeug. Trotzdem haben wir es geschafft an 2 Spots unser Kletterseil auszulüften und das möchten wir euch nicht vorenthalten:

 

 

Les Iles

ir4

Herrlich gelegene Kletterfelsen unterhalb des Leuchtturms von Isula Rossa. Mit Schwierigkeiten von 3 bis 6a+ und einem freundlichen Zustieg von 5 Minuten von dem ausgewiesenen PKW-Parkplatz, ist es ein sehr familien- und anfängerfreundlicher Spot. Aber allein wegen der herrlichen Aussicht sollte man sich diesen roten Fels nicht entgehen lassen. Die Absicherung ist sehr gut und errinnert etwas an Arco. An die Blicke der Touris, die auf dem nahen Weg Richtung Leuchtturm spazierengehen, gewöhnt man sich recht schnell. Hat man alle 12 Routen gemeistert, kann man sich Richtung Strand begeben.

 

Portu

p2

Unser zweiter Spot, unweit vom Campingplatz, hatten wir diesmal keine Parkprobleme. Nach 2 Tagen Regen und Wellen, die den am Meer liegenden Kletterfelsen stetig feucht hielten, zogen wir weiter. An klettern war hier erstmal nicht zu denken, trotzdem möchten wir die Kletterrouten direkt am Strand hier erwähnen. Ist der Fels mal abgetrocknet, kann man sich an 29 Routen vom Schwierigkeitsgrad 3 bis 7a austoben und zwischendurch am Strand erholen oder im Meer abkühlen.

U Rupione

ur1

Etwas südlich von Portichju findet man den kleinen Kletterfelsen U Rupione. Er bietet insgesamt 13 Kletterrouten, wobei Eine zum Tradklettern nur mit Umlenker und Eine zum Topropeklettern eingerichtet sind. An einem abwechslungsreichen Gestein kann man seine Fähigkeiten von 4- bis 6b bei guter Absicherung unter Beweis stellen. Trotz der vielen feuchten Stellen durch den Regen der Vortage ließ es sich auf dem rauhen Fels gut Klettern.

ur2

Unser Fazit:

Für uns war das Klettern auf Korsika eher frustrierend. Ist man wie wir mit dem Wohnmobil unterwegs, scheitert man fast immer an den gesperrten Parkplätzen oder Zufahrten. Selbst wildes Parken ist kaum möglich, und wird auch überall abgeraten. Kletterspots in der Nähe von Campingplätzen sind selten zu finden.

Die Felsen und das warme Klima waren bei uns (September/Oktober) bis auf die zahlreichen Schauer sehr gut und angenehm zum Klettern, die Felsen meist einzigartig von der Beschaffenheit und zudem auch noch gut abgesichert.

Unser Tipp: Ein Kletterausflug nach Korsika lohnt sich auf alle Fälle, allerdings sollte man mit dem PKW anreisen und damit rechnen, dass die Fahrzeiten auf der Insel um ein Vielfaches länger sind, als man es vom Festland mit den ausgebauten Straßennetz gewohnt ist.

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Col de Bavella ist sehr zu empfehlen. Routen von 3c bis 7 und auch gut abgesichert. Leider hatten wir unsere Ausrüstung nicht dabei, doch die Routen schauten wir uns trotzdem (leider nur von unten) an.

    Gefällt mir

    1. kraxxler sagt:

      An den Routen schauten wir auch begeistert ohne Ausrüstung zu, da wir mit unserem Hund dort vorbei kamen.

      Gefällt mir

  2. Der Bericht und die tollen Fotos laden sowas von ein! Bislang bin ich nur in (Süd-)Deutschland geklettert aber nun möchte ich den aktiven Urlaub im Süden auf jeden Fall in Angriff nehmen. Besonders das es auch einfachere Routen gibt find ich gut, denn wenns so richtig heiß ist, lässt die Leistungsfähigkeit von mittel guten Kletterern wir mir auch schnell nach, wobei die Erfrischung ja in kühler blauen Nähe liegt. Toller Beitrag und liebe Grüße Freigeist

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s