Ein Gipfelkreuz auf dem Barnau Croix 

Unser Sommerurlaub führte uns 2016 auf die Mittelmeerinsel Korsika. Geplant war eigentlich ein schöner Bade- und Kletterurlaub mit gelegentlichen Wandertouren für unseren Hund. Doch es sollte mal wieder alles anders kommen… dazu später mehr.

 

 Die Wahl fiel ursprünglich auf Korsika, da Mitte September dort immer noch warme Temperaturen und laut Klimadiagramm im Schnitt nur 4 Regentage sein sollten. Da die Insel neben vielen badetauglichen Küstenkilometern auch bis zu circa 2700 Meter hohe Berge in einer grob von Nord nach Süd verlaufenden Gebirgskette bietet, klangen die angeschafften Kletterführer doch mehr als vielversprechend.
Allerdings kommt man ganz schön herum, wenn man von einem Klettergebiet ins Nächste fahren möchte, man könnte dadurch fast die ganze Insel besuchen. Leider hatten wir nicht soviel Zeit und wollten uns somit auf eine Handvoll Gebiete konzentrieren. Somit führte uns der erste Stopp nach l’Ile Rousse in der Calagne im mittleren Norden der Insel.

 

Zunächst noch schönes Wetter, regnete es am frühen Abend des Ankunftstages dann auch erstmal. Das gleiche Spiel ging am nächsten Tage weiter. Am dritten Tag beschlossen wir, in einer Regenpause, einen nahegelegenen Berg, dessen Gipfelkreuz uns schon seit unserer Ankunft ins Auge sprang, zu erklimmen.

 

Als erstes wurde das Wanderkartenmaterial studiert und wir fanden heraus, dass der Gipfel zwar 203m hoch ist, allerdings fanden wir keinen Namen dazu und auch keinen richtigen Weg zum Gipfel. Die Satellitenkarten der Region zeigten dagegen einen „Waldpfad“, der fast bis unter den Gipfel führen würde. Also packten wir Getränke, Proviant, Regenjacken und Hund zusammen und machten uns auf den Weg.
Zunächst sollte uns unser Weg wieder entlang der N197 Richtung Osten führen, mit einem kleinen Abstecher durch ein Wohngebiet um nicht die ganze Strecke entlang der Bundesstraße zu laufen, bis zu unserem vermeintlichen „Waldpfad“. Dort angekommen, entpuppte sich der Weg als ein eingezäuntes und mit Stahltor gesichertes Privatgrundstück, anscheinend ein Olivenbauer. Also, nochmal das Online-Kartenmaterial konsoltiert und wir machten uns wieder auf den Rückweg. Nach dem Passieren der Bahngleise bogen wir dann Richtung Landesinneren/Süden in eine Wohnsiedlung ab. Hier fanden wir nach zwei oder drei Straßen auch flux die ersten Wanderwegbeschilderungen. Wir folgten immer den gelben Wegmarkierungen. Als Richtung schlugen wir „Fiuminale – Cala d’Alivu“ ein.
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Es ging entspannt leicht bergauf, immer zwischen steinaufgeschichteten Mauern der Olivenplantagen hindurch. Weiter ging es im ähnlichen Stil über den Bereich „Lavatoggio“ bis wir bei Padule wieder eine „Straße“ erreichten. Zumindest gab es dort Häuser und es kam uns ein Auto entgegen. Die „Straße“ sah allerdings eher wie die breitere Version unseres bisherigen Wanderwegs aus. Zum Glück durften wir diese schon nach kurzer Zeit verlassen und folgten, den gelben Markierungen entsprechend, weiter dem Weg Richtung Fiuminale, der jetzt allerdings immer steiler wurde. Im oberen Stück war eine Art „Kopfsteinpflaster“ eingelassen.
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Boulderfelsen kurz unterhalb des Gipfels
Vorbei an schönen Boulderfelsen, hier hatten wir den höchsten Punkt des Weges erreicht und es wäre wieder bergab gegangen. Das Gipfelkreuz thronte allerdings noch ein ganzes Stück linker Hand über uns. Somit mussten wir den markierten Weg verlassen und schlugen uns einen Trampelpfad – mit Steinmännchen markiert- durch die Macchia, immer gen Gipfel. Das gab allerhand Schrammen an den nackten Unterschenkeln in den kurzen Wanderhosen. Unser Hund dagegen liebte es, sich durch das Gebüsch zu schlängeln. Kurz vor dem Gipfel dann allerdings wiederum kein Weiterkommen für unsern Hund, da die letzten Meter aus vielen Felsblöcken bestanden und somit Kletterstellen bis zum 2. UIAA-Schwierigkeitsgrad boten. Also, wurde abermals einzeln das Gipfelkreuz erklommen. Interessant war hierbei ein Felsblock direkt unterhalb des Gipfelkreuzes, welcher umklettert werden musste, auf der einen Seite ging es steil nach unten und auf der anderen Seite wucherte ein wirklich riesiger Kaktus. Anscheinend hatte auch schon länger kein Mensch das Kreuz besucht, denn es wucherte allerlei Gestrüpp. Das Gipfelkreuz des „namenlosen“ Berges selbst bestand aus zwei improvisierten Baumstämmen und hatte leider kein Gipfelbuch. Wie wir im Laufe unserer Reise noch feststellen sollten, haben es die Corsen nicht so mit Gipfelbüchern. Aber zum Glück gibt es ja Gipfelbuch-Apps, wir benutzen Peakhunter (soll keine Werbung sein). Leider gab es noch keinen Eintrag zu diesem Berg, also mussten wir den Gipfel neu dort melden.
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Der Gipfel des Barnau Croix, 203m.
Dennoch bot sich ein atemberaubender Ausblick über das Mittelmeer und die l’Île Rousse. Nach kurzer Rast mit unserem Hund, ging es auch schon wieder zurück.

 

 Der Abstiegsweg führte uns zunächst noch entlang des Aufstiegsweges bergab, aber in Padule bogen wir auf der „Straße“ Richtung Monticello ab. Hier passierten wir dann viele gut duftende Zitronen- und Orangenplantagen bevor wir die asphaltierte Straße Richtung Monticello erreichten. Also immer der Straße nach. Jetzt begann es auch immer wieder zu regnen, gut dass wir die Jacken eingepackt hatten. Eigentlich wollten wir einen Wanderweg parallel zur N197 nutzen, allerdings existierten diese Wege dank Neubaugebiet nicht mehr. Also wieder ein Stück zurück gequert und den blauen Markierungen Richtung l’Île Rousse gefolgt, die uns zurück zu den Olivenhainen vom Anfang unserer Tour und zu gelben Markierungen bringen sollten. Die letzten Meter ging es dann wieder durch die Wohnsiedlung und zurück entlang der N197 zum Campingplatz.
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Ausblick auf die l’Île Rousse.
Da der Berg in der Gipfelbuch-App immer noch namenlos war, fragen wir am nächsten Tag mal bei den Einheimischen nach und erfuhren, dass unser bezwungener Gipfel „Le Croix“ (dt.: das Kreuz) dort genannt wird. Fanden wir übrigens seeehr einfallsreich. Nichts destotrotz wurde der Gipfel dann von Peakhunter „Barnau Croix“ genannt und auch so dort eingetragen.

 

Fazit unserer Wanderung auf den Barnau Croix (203m):
Schöne kurze Wanderung, die man auch gut abends machen kann. Auf circa 9 Kilometer in 2,5 Stunden bewältigt man 260 Höhenmeter Aufstieg. Die Wanderwege selbst sind zum Teil sehr verwirrend und wir konnten uns nur mit den OpenStreetMap-Wanderkarten gut orientieren. Bis zum letzten Stück unmarkierten Weges unterhalb des Gipfels ist es eine leichte und unanstrengende Wanderung. Der Gipfelanstieg beschert einem doch etwas zerkratzte Unterschenkel und erfordert auf die letzten Meter dann noch etwas Kletterei. Bis dorthin somit durchaus hunde- und kindertauglich. Alles in allem eine wirklich schöne Tour mit toller Aussicht.

 

Den GPS-Track zur Tour findet ihr auf Outdooractive.com
oder auf Bergfex.de

 

Hier noch einige Impressionen unserer Tour:

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