Wanderbarer 3000er – der Sulzkogel 3016m

Um den Weg in den Sommerurlaub nicht mit einem extrem langen Stück an Fahrstrecke zu beginnen, überlegten wir uns einen Zwischenstop irgendwo in Österreich einzulegen. Dieses Mal war auch unser Hund mit von der Partie. Somit konnten wir keine Klettersteige oder Mehrseillängentouren machen, da das für unseren Hund schlichtweg nicht möglich ist. Es mag ja Hunde geben, die sehr gut Klettern können oder sich in einem Geschirr irgendwohin hinauf ziehen lassen am Flaschenzug, aber dafür ist unsere alte Dame dann doch zu arg in die Jahre gekommen … und vor allem zu faul. Aber auch im höheren Alter kann man (Hund) ja noch etwas dazu lernen und Neues ausprobieren.
Wir entschieden uns also für eine Tagestour in den Alpen und zwar sollte ein wanderbarer 3000er bestiegen werden. Dazu führte uns unser Weg ins Kühtai in den Stubaier Alpen. Die Anfahrt über Sellrain über die Hochalpenstrasse war optisch ein Genuss. Herrliche Landschaft auf knapp 2000 Meter und rechts und links der Straße wuchsen die höheren Berge empor. Allerdings ist in der dortigen Gegend eher der Winter- als der Sommertourismus angesiedelt, sodass viele Hotels geschlossen waren und die passierten Dörfer einen zum Teil sehr verlassenen Eindruck machten. Auch im Kühtai selbst hatten nur zwei oder drei Hotels und eine handvoll Restaurants geöffnet. Ach ja, und die Dortmunder Hütte, da war sogar eine Busgesellschaft in der DAV-Hütte untergekommen. Wir bezogen dagegen unser Nachtquartier am kleinen Längenthaler Speicher unterhalb von Kühtai um am nächsten Morgen zeitig zum Sulzkogel (3016m) zu starten.
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Auf der Stauseestraße Richtung Finsterthaler Speicher im Kühtai
Um 7 Uhr morgens machten wir uns am 12. September nach einem kurzen Frühstück für Hund und Mensch auf den Weg. Zunächst führte uns unser Weg einige hundert Meter entlang der geteerten Stauseestraße bevor wir nach links auf den Wanderweg quer Feld ein kreuzten. Während des ganzen Aufstiegs zum Finsterthaler Stausee thronte die Staumauer über dem Wegverlauf. Kurz unterhalb des Oberrandes der Mauer erblickten wir einen kleinen Hügel mit einem Gipfelkreuz darauf gelegen. Wir erklommen kurz die „Kleine Staudammspitze“ (2226m) bevor es weiter auf dem Weg ging.
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Blick über den Finsterthaler Stausee
Nach circa einer Stunde erreichten wir den See. Es bot sich ein atemberaubendes Panorama im frühmorgendlichen Licht über den Finsterthaler Stausee. Nach einer kurzen Pause ging es sehr entspannt und eben entlang des Wanderweges Nr. 146 am linken Ufer Richtung Finsterthaler Scharte. Hier hatten wir zwar einen grandiosen Blick über den See und dann in das ehemalige Gletscherfeld,  höhenmetertechnisch kamen wir unserem Gipfel aber nur wenig näher. Nach insgesamt 2,25 Stunden erreichten wir dann die Abzweigung zur Finsterthaler Scharte und es ging nun wieder aufwärts.
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Über den Schaflegerkar ins Hochkar.
Was zunächst noch als Wanderweg entlang des Gebirgsbachs über das Schaflegerkar anmutete, verwandelte sich schnell in das Geröllfeld des Hochkars, des ehemaligen Gletschers. Wir gelangten immer weiter nach rechts und stetig leicht bergauf entlang der Talflanke. Hier fanden wir nur noch einige vereinzelte Altschneefelder vor. Die Talflanke lag auch am frühen Vormittag schon in praller Sonne. Kurz bevor es wieder steil zur südwestlichen Scharte (2940m) aufwärts ging, versperrte uns ein großer Block den Weg, den man einige Meter hätte überklettern müssen. Das hier war nun für unseren Hund, die bis jetzt wirklich sehr gut zurechtgekommen war, zuviel. Es gab keine Möglichkeit sie über den Block zu bekommen und eine direkte Umgehung war wegen dem rutschigen Geröll ebenso nicht möglich. Nach einigem Überlegen und Ausprobieren erkannten wir weiter unten einen Weg über ein Altschneefeld, welches uns großzügig an dem Block vorbeiführte. Gesagt, getan… Wir stiegen ca. 15 Minuten wieder zurück des Weges um den Schwenk über das Altschneefeld zu machen. Unser Hund freute sich zusätzlich noch riesig über den Schnee. So gelangten wir dann doch noch ohne weitere Probleme zur südwestlichen Scharte nach insgesamt 4 Stunden.
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Alternativweg über das Altschneefeld.
Jetzt hieß es nur noch rechts den Gipfelanstieg über den Südwestgrat zu bewältigten. Hier bekamen wir dann erneut etwas Bedenken, da der Weg mit immer größeren Blöcken übersät war und die letzten Höhenmeter doch eher nach Kletterei aussahen. So sollte es dann auch kommen. Circa 20 Höhenmeter unterhalb des Gipfels erforderte das Gelände schließlich Kletterei bis zum leichten 2. Schwierigkeitsgrad und es war für unsere alte Dame einfach zu viel. Wir entschieden uns dadurch, jeweils einzeln den Gipfel noch zu erklimmen und der Andere blieb bei unserem Hund.
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Gipfelanstieg über den Südwestgrat.
Dadurch hatten wir doch die Gelegenheit die phänomenale Aussicht nach circa 4,75 Stunden vom Gipfel des Sulzkogel zu genießen. Es war kaum ein Wölkchen am Himmel und die Sonne gleißend hell.
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Ausblick vom Gipfelplateau.
Auch war es bald mit der Ruhe am Gipfel/Gipfelanstieg dahin, da nun immer mehr Wanderer nach oben strebten. Wir entschlossen uns somit zum geordneten Rückzug und es ging über den Aufstiegsweg wieder ins Tal, inklusive der Variante über das Altschneefeld. Auf unserem Abstieg kamen uns nun immer mehr Wanderer entgegen.
Nach circa. 8 Stunden Gehzeit erreichten wir erschöpft aber stolz über diesen Bergerfolg unseres Hundes wieder den Parkplatz. Die alte Dame verzog sich dann auch ganz schnell in ihr Bettchen um sich bei einer wohlverdienten Mahlzeit auszuruhen.
Fazit zu unserer Bergwanderung auf den Sulzkogel:
Die Wanderung ist als Tagestour wunderbar machbar, da eine hohe Ausgangslage geboten wird. Auch unser Hund war sehr begeistert. Der erste Anstieg bringt einen doch etwas ins Schwitzen bevor es gemächlich am Stausee erstmal dahin geht. Der letzte Teil über das Hochkar ist sehr sonnenexponiert und, weil es fast ein Drittel des Weges ausmacht, stellenweise etwas eintönig. Wenn man nicht einen sehr kletterversierten und/oder kleineren Hund hat, den man leicht tragen kann, ist der Block im Hochkar kurz vor dem Anstieg zur Scharte ein kleineres Hindernis. Schwieriger wird es dann in die letzten Höhenmeter unterhalb des Gipfels. Auch sollte man immer an ausreichend Getränke für Mensch und Hund sowie an die dementsprechenden Pausen denken. Insgesamt dennoch eine schöne Tagestour, bei der man unter leichten und geordneten Wanderbedingungen einen 3000er erklimmen kann.
GPS-Track zu unserer Tour findet ihr auf Outdooractive.com
Hier noch einige Impressionen unserer Tour:

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. miiiep sagt:

    Dankeschön 😊🏔

    Gefällt mir

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