Auf den Gosaukamm

Durch den heißen Jahrhundertsommer 2015 gab es einen herrlichen Altweibersommer, sodass wir uns im Oktober erneut auf machten, die Klettersteige des Salzkammerguts zu erobern.

Diesmal sollte der große Donnerkogel auf dem Gosaukamm erklommen werden. Hier führt der aussichtsreiche Intersport-Klettersteig zum Gipfel. Erneut schlugen wir unser Basecamp in Gosau auf und von dort waren es somit nur ca. 10 Autominuten zur Gosaukammbahn am vorderen Gosausee.

PA013715
Der Gosaukamm

 

Einschub: die nüchternen Fakten 

Zustieg ca. 20 Minuten von der Bergstation der Gosaukammmbahn. Im Klettersteig selbst bewältigt man ca. 470 Höhenmeter in 3 Stunden. Der Steig ist in vier Teile untergliedert. Der erste Teil hat eine max. Schwierigkeit von C/D. Im zweiten Teil (B/C) geht es zum kleinen Donnerkogel und von dort führt der dritte Teil (C/D) über das Donnermandl. Der vierte Teil stellt die Ausstiegswand (C) zum großen Donnerkogel dar. Der Abstieg erfolgt über den Wanderweg zum Gipfel und soll ca. 2,5 Stunden dauern. Bei Benutzung der Gosaukamm werden ca. 40 Minuten eingespart. – Einschub Ende –

Wir nutzten natürlich die Gosaukammbahn, die Berg- und Talfahrt kostete ca. 14€/Person. An der Bergstation angekommen, ging es erstmal Richtung Gablonzer Hütte. Danach wurde es etwas Mau mit der Ausschilderung des Klettersteigs und wir entschieden uns zunächst bergauf Richtung Donnerkogel zu laufen. Kurz darauf ertönte schon das erste Schnarren von Klettersteigsets, sodass wir einfach den Geräuschen bis zum Einstieg folgten.

Der 1. Teil:

Der Einstieg begann schon mal anspruchsvoll mit einem schönen B/C-Stück mit Metallstiften. Zum Entspannen folgte eine Querung (A,A/B) bis es dann in der Kaiserverschneidung (C/D) – der ersten Schlüsselstelle – steil wurde. Auch hier wieder gute Absicherung mit Metallstiften. Über eine Platte (C) ging es dann in die Enzianwand (B) mit vielen Latschen, wo wir wieder etwas durchatmen konnten. Anschließend gelangten wir über zwei Leitern (C) auf den Zierkogelgrad (A/B, 1-), wo man die herrliche Aussicht auf den Gosausee genießen konnte. Das Ende der ersten Etappe markierte die Scharte am Ende des Zierkogelgrads, an dem auch ein Notaustieg beheimatet war.

PA013726
Ausblick auf den vorderen Gosausee


 

Der 2. Teil: 

Dieser begann mit dem Abschnitt „es lebe die Jagd“ (A/B) sehr entspannt. Zum Gamsband (A/B) führte eine recht erdige und matschige Leiter (A) mit den ersten Mini-Schneefeldern. Danach querten wir unterhalb des Gipfels des Kleinen Donnerkogels in viel Matsch und Erde über das Gamsband. Nach einem kurzen Stück des Abkletterns (A/B) in unveränderten Verhältnissen führte eine Querung (B/C, A/B) wieder bergauf bis zum Ende des zweiten Teils.


Der dritte Teil:

Hier trafen wir zunächst in einer Gehstrecke auf den nächsten Notausstieg. Danach ging es über eine extrem ausgesetzte Querung (C/D) steil bergauf und über eine C/D- und C-Passage aufs Donnermandl. Von dort kletterte man wieder in die Scharte (A) ab.


Der vierte Teil:

Die Ausstiegswand zum Donnerkogel verlief über die ehemalige Paul-Preuß-Route. Zunächst erklommen wir ein C-Steilstück, welches sich dann in B/C auflöste. Der Schluss konnte gemütlich begangen werden (A/B). Vom Ende des Steigs waren es dann noch ca. 5 Minuten ungesichert zum Gipfelkreuz. Hier genossen wir die herrliche Aussicht über die Gosauseen und den Dachsteingletscher.

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast ging es über den Normalweg wieder zurück. Dieser Weg war gut ausgeschildert, allerdings braucht man vom Gipfel bis zur Gablonzer Hütte schon 2-2,5 Stunden. Nachdem wir somit auch das Glück hatten, die letzte Talfahrt zu verpassen, ging es dann nochmal 1,25 Stunden ins Tal. Ziemlich erschöpft nach 9 Stunden kamen wir in tiefschwarzer Nacht zum Gasthaus Gosauwirt, wo wir zum Glück noch ein hart verdientes Schnitzel bekamen.


Fazit zum Intersport-Klettersteig:

Eine sehr lange Tour mit schöner Aussicht. Die erdigen Stellen im zweiten Teil sind das einzige richtige Manko, auch ist hier die Aussicht nicht so gut wie im restlichen Steig. Der Zustieg ist nicht gut ausgeschildert, die Benutzung der Bahn macht das Ganze etwas komfortabler. Die im Topo angegebene Steigzeit ist nicht einzuhalten. Auch die angebene Abstiegszeit entspricht eher den Trailrunnern. Trotz allem ein sehr schöner und zu empfehlender Klettersteig, nur sollte man die erste Bahn am Tag nehmen.

Foto-01.10.15-12-28-55

Infos zu Preisen und Öffnungszeiten der Gosaukammbahn

Topo zum Intersport Klettersteig auf Bergsteigen.com

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s