Main-Spessart-Klettersteigfahrt 

Am Feiertag hatten wir mal frei und überlegten uns, was wir denn mit dem Tag so anfangen könnten. Nachdem ganz früh starten nicht drin war, war ein Klettersteig in den Alpen nicht möglich. Wir entschieden uns also zunächst für einen kleineren Klettersteig leicht nördlich von Würzburg. War man ja schließlich in einer knappen Stunde hingefahren.

Der Lenzsteig:

Wir packten also unsere 7 Sachen und fuhren nach Karlstadt, kurz hinter Würzburg. Direkt an der B26 befand sich der Parkplatz der Falteshütte (DAV Würzburg), wo wir unser Auto abstellten. Es ging erstmal Richtung Falteshütte und von da ab, war der Lenzsteig gut ausgeschildert. Nach insgesamt ca. 15 Minuten erreichten wir den Einstieg. Der Fels besteht aus Muschelkalk und ist sehr bröselig. Es liegt inmer viel Schotter rum, deswegen unbedingt Helm tragen.

Der Einstieg beginnt mit zwei Eisenklammern und führt dann schottrig bergauf (A) bis zum ersten kleinen Aufschwung mit Querung und erneutem Aufschwung. Danach geht etwas steiler  und treppenförmig bis zur Eisklammerleiter von der man nach links auf eine normale Leiter queren muss (B). Hier hatte man einmal ein paar Meter Luft unter den Hintern.

Das Stahlseil querte nach rechts hinauf um dann wieder, wie im ersten Teil, rampenartig bergauf zu verlaufen (A). Schließlich kam der Ausstieg zum Edelweiß, einer Art Gipfelkreuz, und das Vergnügen war auch schon vorbei.

Der Abstieg verlief in ca. 20 Minuten über den Normalweg und wir gelangten wieder zur Falteshütte, wo es eine kleinen getränketechnischen Einkehrschwung gab. Von dort war man in 2 Minuten wieder am Parkplatz. Insgesamt hatten wir ca. 45 Minuten gebraucht.

Ausblick vom Edelweis

Nachdem der Tag noch jung und wir noch motiviert waren, entschlossen wir uns noch den 68 km entfernten Churfrankensteig mitzunehmen. Der sollte zwar wesentlich kürzer aber immerhin im Schwierigkeitgrad C sein.

Der Churfrankensteig:

Wir fuhren also weiter  nach Elbrach am Main und parkten unser Auto am Schwimmbad. Von hier aus ging es links am Zaun des Schwimmbades entlang, bis man auf das Schild „Churfrankensteig“ trifft. Wir folgten dem Weg immer gerade aus durch die Weinberge hindurch.

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Nach ca. 15 Minuten trafen wir auf zwei Fahnen und ein Schild, dass uns über eine Leiter unterhalb des Weges lotste. Es folgte eine kleine Eisenbrücke und dann ein ca. 5 Minuten Marsch durch den Wald. Vor uns tauchte linker Hand das erste Stahlseil auf, welches an dem Sandsteinfels eine ca. 20 Meter lange Traverse (C) zeichnete. Es war als Schlappseil sehr locker und sehr tief angebracht, sodass wie mehr die natürlichen Strukturen als das Seil zum Festhalten nutzten. Damit war der erste Abschnitt schon geschafft.

Nach weiteren 2 Minuten Marsch folgte der nächste Sandsteinblock, wieder eine Traverse, aber diesmal mit Eck. Das Seil war hier nicht ganz so locker angebracht wie im ersten Teil, dennoch immer noch sehr durchhängend. Hier waren allerdings die Griffe vom Feinsten. Das Stahlseil diente somit nur der Karabinerbefestigung. Nach ca. 25 Meter war auch diese Traverse bewältigt und es folgte wieder Fußmarsch.

Zweiter Teil

Nach ca. 5 Minuten erreichten wir den dritten und letzten Abschnitt, welcher einen schönen Steilaufschwung (C) bot. Hier waren große Tritte und für kleinere Personen Reibungskletterei angesagt. Nach ca. 10 Meter war auch dieses Hindernis bezwungen und wir querten oberhalb der Felsen wieder zurück zum Einstieg.

Dritter Teil

Von dort ging es wieder entlang des des Zustiegweges zurück zum Parkplatz. Wir hatten insgesamt ca. 1 Stunde gebraucht. Schließlich machten wir uns wieder auf den Heimweg.

Fazit:

Der Lenzsteig ist sehr schön gemacht über einen interessanten Fels. Da dieser aber sehr bröselig und mit viel Schotter übersät ist, ist ein Helm zwingend von Nöten wegen Steinschlag. Daneben ist der Klettersteig in einer Südwand und somit brütend heiß bei Sonneneinstrahlung. Durch die Hütte gibt es nette Einkehrmöglichkeit, welche allerdings nur am Wochenende und Feiertags geöffnet hat. Und mit dem kurzen Zu- und Abstieg ergibt sich doch eine nette Feierabendtour.

Der Churfrankensteig ist zwar mit einem höheren Schwierigkeitsgrad, aber sehr kurz. Die ersten beiden Abschnitte sind reine Traverse. Meiner Meinung nach sehr unattraktiv, außer man will mal im 2-3 Schwierigkeitsgrad (UIAA) das traversieren üben. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, da die Traverse nur 2-3 Meter über dem Boden verläuft. Eigentlich ja Boulderhöhe, aber im ersten Abschnitt zu arg mit Pflanzen zu gewuchert und im zweiten Abschnitt kommt man auf dem Boden auf, bevor man überhaupt die Dehnung des Klettersteigsets erreicht wird wegen dem Schlappseil. Der letzte Abschnitt  dagegen ist echt wieder schön und hat auch mehr etwas mit einem alpinen Klettersteig zu tun. Insgesamt also ein kurzes Klettersteigvergnügen mit maximal 15 Minuten Steigzeit (die Fußmärsche mit eingerechnet). Extra hinfahren lohnt überhaupt nicht, wenn man direkt in der Gegend ist, kann man ihn schon mitnehmen.

Die GPS-Tracks (Outdooractive) für den Lenzsteig  und den Churfrankensteig

Weitere Info auf Klettersteig.de zum Lenzsteig und zum Churfrankensteig

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Ein nettes Steiglein und in der Gegend um Würzburg auch der Einzige…. aktuelle Info für alle Lenzsteig Aspiranten: Zur Zeit werden Felsbefestigungs Arbeiten an der Wand des Lenzsteigs gemacht. Dadurch ist das begehen zur Zeit nicht möglich. Wie mir die Arbeiter heute berichteten sollen die Arbeiten bis spätestens Mitte März abgeschlossen sein.

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