Der Johann auf dem Dachstein

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Bereits im März fingen wir an, unseren jährlichen Ausflug mit unserer Abteilung zu planen. Sehr schnell fiel die Wahl auf die SuperFerrata auf den Dachstein. Das ganze Unternehmen wurde auf 2 Tage geplant: Anfahrt – Aufstieg über Anna- und Johnann- Klettersteig, dann Übernachtung auf der Seethaler Hütte und am nächsten Tag über den Schulteranstieg auf den Gipfel und anschließend wieder zurück zur Talstation.

Mitte August war es dann endlich soweit, direkt nach der Arbeit um 6.30 Uhr verstauten wir unsere Rucksäcke im Auto und brachen Richtung Österreich auf. Für einen Montag morgen erstaunlich wenig Verkehr, so dass wir inclusive Kaffeepause um 11h am Parkplatz der Talstation eintrafen. Ausnahmsweise stimmte auch die Wettervorhersage – sonnig mit aufziehenden Regen- und Gewitterwolken, aber noch alles in weiter Ferne.

Nachdem wir unsere Wanderschuhe angezogen hatten, stapften wir gemütlich unserem ersten Zwischenziel entgegen. Vorbei an der Talstation über den Wanderweg zur Südwandhütte. Hier gönnten wir uns in der Sonne noch eine kleine Erfrischung, bevor es zu den beiden Klettersteigen ging. Die Wolken rückten immer näher, von Regen aber noch keine Spur. Auf die Frage, ob wir trocken bleiben würden, antwortete uns das Hüttenpersonal mit einem beunruhigendem Schulterzucken.

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Familie Gams auf dem Zustieg zum Johann – Klettersteig
Wir folgten also dem kleinen Pfad Richtung Einstieg Klettersteig. Wir entschlossen uns kurzfristig, aber nicht ganz glücklich, etwas Zeit einzusparen und direkt zum Einstieg des Johann-Steiges zu gehen. Vorbei an Familie Gams und über das kleine Altschneefeld standen wir schon bald am Einstieg, legten unsere Gurte an, ohne viel Zeit zu verlieren und kontrollierten noch einmal kurz das Regenradar. Überzeugt, dass die Zeit ausreicht, stiegen wir also in die Tour ein. Gekonnt wurde der Einstiegsüberhang (kurz E) bewältigt, danach führt das Stahlseil stetig und ohne große Umwege nach  oben.

 

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Altmetalentsorgung im Klettersteig?
Beim ersten Rastplatz nach gut einem Drittel des Steiges, wurde unsere kurze Pause durch die ersten Donnerschläge auf der Rückseite des Dachsteins schnell beendet. Die letzten Sonnenstrahlen, waren auch gerade hinter Wolken verschwunden, und wir wussten, dass wir uns beeilen mussten. Über zahlreiche Metalstifte – für meinen Geschmack zuviele –  ging es fast senkrecht nach oben. Nicht gerade spektakulär, dafür aber mit schönen Blick ins Tal, erreichten  wir schnell den 2. Rastplatz und das Steigbuch. Das letzte Drittel ist noch einmal extrem Ausgesetzt und der schönste Teil des Klettersteiges. Um 15:15 Uhr trafen wir schließlich bei der Seethaler Hütte ein. 5 Minuten später fing es dann ordentlich an zu regnen und zu gewittern. Den Abend ließen wir dann gemütlich auf der Hütte ausklingen.

 

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Am nächsten Morgen wurden wir mit den ersten Sonnenstrahlen im Matratzenlager geweckt. Nach einem kurzem Frühstück zogen wir rasch weiter. Der Gipfel sollte noch vor den seilbahnfahrenden Touristenmassen bezwungen werden. Über den präparierten Gletscherweg erreichten wir den Schulteranstieg. Über den leichten Klettersteig über das Gipfelmassiv erreichten wir gemütlich das Gipfelkreuz auf dem hohen Dachstein, das Ganze bei herrlicher Fernsicht. Die gemeldeten Regenwolken zogen bereits in der Ferne auf, und wir beendeten unseren Gipfelaufenthalt mit dem obligatorischem Eintrag ins Buch und dem Foto recht zügig.

Wir wählten den Abstieg über den Randkluftanstieg und den gespurten Weg über den Gletscher, um den zahlreichen aufsteigenden Touris nicht in die Quere zu kommen. Wieder auf dem frisch von der Pistenraupe präparieren Gletscherweg angekommen, verhüllte sich das Gipfelkreuz bereits in dicken grauen Wolken. Wir verstauten erstmal unsere Ausrüstung in den Rucksäcken und machten uns auf den Weg zur Bergstation. Hier sollte bei einem erfrischendem Getränk die weitere Tagesplanung beschlossen werden. Zur Auswahl standen schließlich der IRG- und der Skywalk-Klettersteig. Leider zogen in der Zwischenzeit immer mehr dunkle Wolken auf. Etwas gefrustet, und mit dem Hintergedanken, am Tag vorher schon dem Gewitter knapp entkommen zu sein, traten wir den Weg ins Tal an. Über den Hühnerschartensteig gelangten wir wieder zur Südwandhütte. Wie auch am Tag zuvor, lag die Hütte noch schön in der Sonne, während sich die Spitzen des Dachsteinmassivs in den Wolken versteckten. Gemütlich ließen wir so bei einem leckerem Essen unsere Tour ausklingen, bevor wir die Heimreise antraten.

Fazit:

Leider – aber auch etwas glücklich mit dem Gewitter – konnten wir die Superferrata nicht komplett begehen. Die Einstiegsvariante über den Annasteig wäre wohl schöner gewesen, dann wären wir aber im Gewitter gelandet.

Der Johannsteig ist konditionell sehr anspruchsvoll, vor dem E-Einstieg muss man  aber keine Angst haben, er ist zwar überhängend, aber man hat dank der Metalstiften gute Tritte, und nach 2 Armzügen steht man auch schon wieder außerhalb  des Überhangs. Insgesamt ist mir in dem Klettersteig zu viel Metal verbaut und gerade deswegen im Mittelteil sehr eintönig. Oben ist der Steig schön ausgesetzt, was dann auch mit weniger künstlichen Tritten wieder Spaß macht.

Der Schulteranstieg ist der leichteste Klettersteig der Superferrata, dafür hat man aber den besten Ausblick. Dank der Seilbahn trifft man hier auf sehr viele langsame Klettersteiggruppen, was etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen kann.

Die Seethaler Hütte ist eine alte, urige Hütte. Vom Essen darf man hier allerdings nicht allzuviel erwarten, da kennen wir leider Besseres. Zudem gibt es keinerlei fließend Wasser.

Wichtig: Die Seilbahn hat ein Reservierungssystem, was auch empfohlen wird zu buchen. Leider ist man dann ziemlich abhängig von der Zeit!!!

Die Topos und genauen Infos zur Tour findet ihr wie immer auf Bergsteigen.com

 

Impressionen:

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. romanaontop sagt:

    Dieser Klettersteig wurde mir kürzlich empfohlen – und nun stolpere ich auf eurem Blog zusätzlich darüber… das kann kein Zufall mehr sein. Sommer 2017 werde ich mich dann wohl daran versuchen müssen/mögen/werden 🙂 Bei euch klingt die Super Ferrata jedenfalls schon mal wirklich super!

    Gefällt mir

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