Bikepacking – von Coburg in die Rhön

Am 15.07 zog es mich wieder in die Pedale. Diesmal ging es entlang des Fernwanderwegs E3 in die Rhön. Gefunden auf Outdooractive.de. Den Link zur Tour gibt es beim Fazit.
Ganz praktisch diesen Track zu finden, waren wir am selben Wochenende eh in Mellrichstadt eingeladen bei Verwandten. Also, packen wir doch mal ein.  Hintergedanke: Schaffe ich es, bin ich da; pack ich es nicht, schlaf ich komfortabel und leicht draussen.
Tarp, Hängematte, Isomatte, Schlafsack, Trangia Mini, Messer, Ersatzteile, 3 Liter Wasser.
Ein paar Snacks und das Übliche wie Löffel Stickkaffe und eben ’ne Tasse. Unnütz, aber dabei: Ein Abus Stufe 6 Schloss mit 4 Kilo.. Ich habe kein Anderes, will aber, falls ich wo einkaufen oder essen gehe, ungern das Rad ungesichert stehen lassen… Nach längerer Bikeabstinenz gehe ich eher davon aus, dass ich die Tour nicht am Stück packen werden.

Das gesamte Gepäck passt inzwischen in den Rucksack, wie man unschwer erkennen konnte am Post, welcher der Reise vorausging.

Also war bepackt Start in Altenstein:
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Ein paar Kurven weiter ging es direkt gut versteckt in diesen unsichtbaren Traileingang, sehr spassig zu fahren, da total verwuchert und nur zu erahnen, wo es eigentlich lang geht. So far, cooler Einstieg.  Nicht so cool: Mein Telefon verabschiedete sich mit einem Bootloader in den Standbymodus, aus dem es zum Glück wieder erwachte. Sonst wäre die Tour ohne Karte zu ende bevor sie begonnen hätte. Danach macht das Ganze aber echt Spass

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Einige Minuten später geht es zum großen Stein.. Mysteriös.  Da kucken wir mal vorbei.. Wahrhaftig ein großer Stein… bestimmt auch Interessant für andere Sportarten..aber ich will ja nichts anzetteln.. Hat zumindest gute Aushöhlungen.DSC_0017

Also wieder aufgestiegen und weiter im Programm. Man spult auf dieser Strecke viele Forststraßen ab, und trotzdem sah ich an einem Samstag Nachmittag nirgends auch nur im Entferntesten jemanden anderes. Sehr interessant im Zug zu nenne, dass die Forstverwaltung solche Wege als Interessant einstuft..dazu später mehr….

Irgendwann nach diversen Kilometern geht es wieder in den Wald. Nochmals in einen Teil des Hassfurter Nationalparks. Bisher auf den ersten  16 km Luftlinie war echt alles Top. Ambiente, Boden, Fahrfeeling… Hier wird mir mulmig: da wird doch nicht etwa…DSC_0027

Sobald man solche Anblicke sieht, kann man den Trail meist vergessen:

Kommt dann dieses Erlebnis dazu, fällt einem nur eins ein:

Staatsforsten, den Wald erhalten..

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Nun weis auch ich: nur weil man den Boden sieht heist es nicht dass man auch Problemlos durchkommt.

ja, was soll man dazu sagen.. Wenn der Forst sich um den Wald kümmert, sieht es wohl so aus.. Das ganze nennt sich Wegelenkungsprinzip. Besucherströme passend durch den Wald lenken um Fauna/Flora zu erhalten und Gebiete zu schützen…da Radfahrer, Wanderer und Andere ja Randale im Wald betreiben, Böden zerstören und die Natur nicht erhalten..wollen einige Staatsforsten eben lieber 2 Meter Forststraßen anbieten. Bei solchen Fotos ist das Konzept mehr als Fragwürdig, denn so verdichtet wie der Boden hier wurde, wächst da einige Jahre nichtsmehr… falls je das Wasser abfließt 😉 Warum ich das erzähle? Stichwort 2 Meter Regel! Wehret den Anfängen …

Zurück aus meiner Wut sehe ich da was..
Es blubbert verdächtig am Hinterrad.Das blieb übrigens so stehen..von alleine… Einige Minuten später wird auch klar beim Wechsel wieso: Durschlag mal Zwei. Also nicht nur in etwas hineingefahren, sondern auch den Schlauch zerstört. Nebenbei sind auch die Schuhe klatschnass und dreckig. Immerhin stand ich eingesunken knietief da drinnen..
Aber der Schlafsack ist trocken. Also geht es schiebend weiter, eine Stelle suchend wo es halbwegs eben ist und man nichts vergessen kann. Es wird nass der Mantel demontiert, Reifenheber sei dank geht das fix.Der Reifen ist nämlich nass und glitschig, bescheidenst zu demontieren, ich ziehe zwei Dornen heraus.. Einige Minuten später geht es weiter, der defekte Schlauch ist ausgespresst und aussen am Rucksack montiert.

Wie gewohnt geht es weiter auf vielen Flurwegen, Waldwegen.. und dann steht da auf dem Ortsschild: Landkreis Rhön im Grabfeld.
Ziel 1 Erreicht. 30 km Luftlinie habe ich noch vor mir. Naja, es ist ca 14:00, mal schauen, wie weit ich komme.

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Den Bayernturm hab ich schon mal. Dort wird auch mal gekuckt und die Gaststätte Berggasthof Bayernturm erkannt. Hätten nicht Räder davorgestanden, wäre ich wohl weiter,denn das sah ein bisschen verlassen aus.
So wird eingekehrt, Weizen und Strammer Max. Ein Traum, auch der Ausblick.

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Im Eingang gibt es eine Reise in eine Zeit, die weit weit weit vor meiner war:

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Beinahe original erhaltener PEZ Automat mit 10 Pfennig Preis. Leider ausverkauft. Von wann der wohl ist?

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Der Bayernturm an sich ist ein Ausblicksturm, der an
der ehemaligen innerdeutschen Grenze stand
und die einzige bzw. eine der wenigen Möglichkeiten war,
innerhalb der BRD einen Blick in die DDR zu werfen.
Leider sieht er inzwischen auch so aus,
als ob er dringendst saniert werden müsste. Gebaut wurde er auch nur, um Leute bis zum Fall der Mauer herzulocken um eben in die DDR zu schauen. An sich bietet er aber gute Möglichkeiten die Landschaft ringsum zu sehen, einen Blick von oben riskierte ich nicht, die Zeit..die Zeit…

Direkt danach geht es weiter. Hier am Bayernturm startet ein kleiner Trail entlang des E3 -mit Singletrailcharakter. Wie immer aber wurden Sturmschäden nicht beseitigt und freigeräumt, darum sucht man den Trail Anfangs eher via Oruxmaps und fährt eigentlich frei Schnauze. Bis dann die Rinne frei wird. Aber so, wunderbarstes S 0 surfen. Auch mit Gepäck. An sich ist die Tour eine chilligere, die mehr durch Panorama als Action besticht. Leider sind soweit ich mich erinner insgesamt 30km Asphalt, 30  Wald/Wiese und 10 Schotter.
Hier die Straßenrealität:

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Irgendwie muss man ja von Wald zu Wald kommen.

Nun beginnt nach einer langen Straßensektion ein noch länger gezogener Anstieg auf Höhe Wargolshausen, Gollmutshausener Wald hies das, glaube ich.
Natürlich nur Kies und Schotter zu fahren.
Irgendwann fährt man dann wieder Straße. Wird auch langsam wieder Zeit für eine Pause, 7 km Luftdistanz zum Ziel laut Orux maps..Also mal meine Freundin anrufen, ich komme doch heute an. Scheibenkleister, umsonst Gepäck mitgenommen.
Dafür sieht inzwischen sogar ein Steinhügel verlockend aus. Also wird dort Pause gemacht. Dann nach 20 Minuten, wo man misstrauisch beäugt wurde von einer Hofbesitzerin, geht es wieder weiter, auf der Straße.
1 Km vor der Autobahnausfahrt Mellrichstadt (welche man unter der Brücke kreuzt und am Autobahnschild sieht 😉 ) beginnt danach eine endlos scheinende  Waldstrecke.  Offenes Gras, und wie immer nur der gute alte Pfeil und die Linie von Orux als Hilfe. Mehr Adventure als Mountainbiken. Aber auch nicht verkehrt, eine neue ungewohnte Erfahrung.
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Alles 2 Meter breit, aber nicht ausgefahren. Man fährt also Wiese. Mit allen Gefahren wie Spurinnen bspw und eingewachsenem Totholz. Ein Abflug war vorprogrammiert und trat auch so ein. Aber mir und dem Rad passierte nichts.

Irgendwann nimmt aber auch das ein Ende, man biegt wieder auf die Straße und kurbelt die letzten Kilometer Asphalt und sieht das Ortsschild.. und damit das Ende der Reise.

Fazit:

An sich eine nette Tour mit vielen Kilometern und guten Passagen, die aber mehr Radreisecharakter als klassisches Mountainbikefeeling aufkommen lassen.
Inzwischen ist mein Gepäck so kompakt, dass wirklich alles in den Rucksack passt. Bombe! Kein Verlgeich zu dem Alpentrip! Es surft und fährt sich viel besser mit diesem Setup.

Was würde ich anders machen?
Thema Reifenwahl: Der Mountainking 2 ist überdimensioniert in jeder Lage für diese Strecke. Natürlich sehr geil damit auf Schotter zu fahren, aber naja.. mal ehrlich: Man blutet auf Asphalt dafür umsomehr.. ein X oder Raceking würden hier auch genügen..
MEHR KM PLANEN! Mich Ärgert es ungemein, dass ca. 70 km (mit Verfahren) und 1000 HM kein Problem darzustellen scheinen.
Denn eigentlich reizte mich der Solo Tarp Trip sehr, aber ich war zu schnell…. darum auch leider kein Foto vom Setup..oder Outdooraction.
Drahtschloss wird irgendwann kommen, das Abus ist Overload..

Rückblickend gesehen, macht es aus Flowgründen mehr Sinn die Strecke entgegengesetzt zu fahren, also Altenstein als Ziel statt Start. Die Karte bei Outdooractive gibt mir recht, ich hatte so kurze steile Downhills auf Straßen und lange lange Uphills. Andersrum wären einige Passagen sicherlich flowiger gewesen.. so aber mehr Training 😉 Wie man es eben braucht.
Kommt der Daunenschlafsack, wird der Lenker nochmals freier. Oder alternativ der Rucksack leerer, da die Isomatte dann nach vorne wandert mit Schlafsack zusammen.
An sich wünsche ich mir aber für die Zukunft eine Helmcam für Singlereisen.. da lässt sich der Flow besser einfangen und mein Geschmarre hören Leute 😉
Die Rhön sieht mich mit dem Rad definitiv mal wieder, soviel ist sicher. Für jeden, der es nachfahren möchte:

http://www.outdooractive.com/de/mountainbike/rhoen/e3-grabfeld-und-hassberge-von-fladungen-nach-altenstein/101708864/

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