Der Königssee im Nebel am Grünstein Klettersteig 

Nach dem kurzen Sommereinbruch im Juni hieß es für uns wieder in die Berge zu fahren, da konnten uns auch die gemeldeten Gewitter nicht abhalten. Nach der MSL „Alte Westwand“ am Hohen Göll und dem Gewitter am Samstag begann der Sonntag stark bewölkt aber trocken. Somit entschieden wir uns -trotz der Gefahr der noch regennassen Felsen- für den Grünstein Klettersteig am Königssee.

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Der Grünstein im Nebel

 

Die nüchternen Fakten:

Der Grünstein Klettersteig ist ein Gipfelklettersteig am gleichnamigen Berg. Dieser besteht insgesamt aus 4 Teilen: der Isidorsteig (C), welcher bis zum Gipfel verläuft. Als Alternativeinstiege existieren noch die Räuberleiter (D/E) und die Hotelroute (D und kurzes Stück E). Die Räuberleiter mündet in die Hotelroute und diese führt dann über die Hängebrücke zurück zum Isidorsteig. Unterhalb des letzten Gipfelanstieges zweigt dann der vierte Teil als alternative Gipfelwand (E) ab.  Die Aufstiegszeit ist mit ca. 45 Minuten kurz und der Abstieg mit 1,25 Stunden ebenfalls überschaubar.

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Wir parkten unser Auto also am kostenpflichtigen Parkplatz an der Jennerbahn in Königssee. Das Tagesticket belief sich auf 5€ (es können auch mehrere Tage gelöst werden). Von dort folgten wir einfach der Ausschilderung zum Klettersteig, vorbei an der Bobbahn. Der Anseilplatz mit Bank war nicht zu verfehlen, da hier nochmal ein Klettersteigschild mir Topo angebracht war. Wir also die Ausrüstung angelegt. Der Isidorsteig war der Einzige der drei Einstiege, der trockenen Fels aufwies und somit die erste Wahl.

Der Isidorsteig begann mit Eisenklammer (B), welche über eine Art Türmchen (B, B/C) führten. Hier waren aufgrund des Seilverlaufs einige doch sehr große und schwierige Schritte für kleine Menschen nötig. Über den Beppo-Pfeiler (C) erreichten wir über gute Tritte und Eisenklammern (B) das Werner-Wandl (B/C). Nach einen kurzen grasigen Stück (B,A) erreichten wir die Mündung der Hängebrücke der Hotelroute in den Isidorsteig.

Von dort gelangten wir im gemeinsamen Routenverlauf über die Fritz-Kästner-Traverse (B/C) und einige Eisenklammern (B) zum Fotoloch (B/C). Hier konnte man sich von seiner Begleitung während eines Spreizschrittes fotografieren lassen, da nach dem Fotoloch noch extra eine Stahlseilversicherung ins Koch geführt worden war, um schöne Landschaft im Hintergrund  des Bildes zu gewährleisten.

Nach erfolgten Posing-Fotos erklommen wir rasch den Sulzberg-Überhang (C) über die angebrachten Eisenklammern und gelangten über ein mehr oder minder grasiges A-Stück zum Quittenbaumeck (B). Es folgte ein kleiner, gut mit Eisenklammern versicherter C-Abschnitt, nachdem ein kleines Stück schräg nach unten abgeklettert werden musste, bevor es im grasig-schottrigen Gelände wieder bergauf ging (A/B).

Das im Topo beschriebene Steigbuch in der Anderl-Nische (A/B) war nicht mehr vorhanden und durch eine Werbung eines Hofbräuhauses ersetzt worden. Somit ging es für uns weiter zur ersten Bank, wo das Stahlseil zunächst kurz endete. Wir machten noch einen kurzen Abstecher über einen kleinen ungesicherten Grat zum Holzkreuz des Grünstein Aussichtpunktes. Was natürlich wegen den immer stärker entstandenen Nebel keine großen Highlights gab.

Zurück auf den ursprünglichen Weg strebten wir nun dem Gipfel in einem sehr langen grasigen A-Stück entgegen. Hier wurde der Nebel immer dichter. Am Laxerbankerl, kurz vorm der Abzweigung in die Gipfelwand (E), fanden wir dann das ersehnte Steigbuch. Nach dem obligatorischen Eintrag entschlossen wir uns, auch das letzte A-Stück zum Gipfel noch anzugehen, was in ca. 10 Minuten gemeistert war. Als kleines Schmankerl kamen wir noch kurz vorm Gipfel an einer Datenmessstation des Galileo-Sateliten vorbei.

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Endlich am Gipfel angekommen, war der Nebel mittlerweile so dicht, dass es keinerlei Aussicht mehr gab. selbst das zweite (!) Gipfelkreuz -ja, davon gibt’s sogar zwei am Grünstein – verschwand ca. 50 Meter entfern langsam im Nebel. Nach einem weiteren Eintrag im Gipfelbuch, ging es auch schon über den Wanderweg wieder gen Tal. Nach ca. 15 Minuten Abstieg erreichten wir die Grünsteinalm. Hier kehrten wir geschwind auf ein alkoholfreies Weizen – auch bekannt unter isotonischem Sportgetränk – und eine sehr leckere Kaspressknödelsuppe ein. Den Rest des Abstieges bewältigten wir frisch gestärkt und im mittlerweile einsetzenden Nieselregen in ca. 1 Stunde.

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Der Gipfelausblick

Fazit des Grünstein Klettersteigs:

Netter Klettersteig am Königssee. Es gäbe bestimmt eine tolle Aussicht, welche wir aber wegen des dichten Nebels nicht genießen konnten. Der Isidorsteig ist sehr gut versichert, an manchen Stellen zum Teil schon etwas zu viel wegen der guten Tritte am Fels bzw der guten Möglichkeit der Reibungskletterei. Zum Schluss zieht der Gipfelanstieges sich mit dem langem A-Stück schon sehr lange, trotz der alternativen Gipfelwand. Die grasigen Stellen sind nicht mehr wirklich richtig grasig, sondern eher schottrig durch die hohe Besucherfequenz des Klettersteigs. Trotzdem ein sehr netter Steig, den man schon gemacht haben sollte, wenn man in dieser Region unterwegs ist. Und die Einkehr auf der Grünstein Alm am Abstieg ist wärmstens zu empfehlen.

GPS-Track zu unsere Tour findet ihr auf outdooractive

Infos und Topo zum Grünstein Klettersteig

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