Die „Alte Westwand“ am Hohen Göll

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Blick auf die Westwand des Hohen Göll

Nach dem kurzen Sommereinbruch im Juni hieß es für uns wieder in die Berge zu fahren, da konnten uns auch die gemeldeten Gewitter nicht abhalten. Allerdings war es schwer, ein passendes Ziel anzusteuern. Das geplante Oberammergau wurde dann in letzter Minute durch Berchtesgaden ersetzt, da hier die Aussicht auf längere Sonnenstunden gemeldet waren. Am Samstag morgen des letzten Juni-Wochenendes entschieden wir uns dann für die „Alte Westwand“ am Hohen Göll. Diese bietet mit 45 Minuten Zustiegszeit einen überschaubaren Auf- bzw. Abstieg zur Tour, was bei der gemeldeten Wetterlage von Vorteil ist. Zudem nimmt die einfache Route nicht so viel Zeit in Anspruch und man kann jederzeit schnell wieder Abseilen.

DSCN1015Auf 1046m Höhe stellten wir also unser Gefährt auf dem Parkplatz der Scharitzkehlalm ab, packten unsere Rucksäcke und stapften Richtung Wandfuß. Der Zustieg verläuft größtenteils über einen schottrigen Steig. Heikel sind nur die letzten Meter über das Geröllfeld zum Einstiegsband. Hier ist Vorsicht gefragt, denn der ein oder andere Brocken kommt da schon gerne mal ins Rutschen, wie wir später aus der Wand noch beobachten konnten.

Auf dem Einstiegsband folgt man dann nach links bis zur Tafel des Jubiläumsweges. 50m weiter findet man dann die rote Markierung für den Einstieg in die Westwand.

 

RIMG1690Die Orientierung am Einstieg ist recht unübersichtlich. Man findet zwar rote Punkte und Pfeile, die aber nur mit Mühe dem Topo zugeordnet werden können. Nach dem Anlegen der Ausrüstung folgten wir erstmal den wirren Markierungen über die Wasserrillenplatten und trafen dann tatsächlich den 1. Standplatz.

Aber der 2. Seillänge wurde die Wegfindung einfacher und es ging deutlich schneller vorran. Die Kletterei verläuft über schönen und griffigen Fels im III. Schwierigkeitsgrad.

Die 3. Seillänge beläuft sich auf ein ca. 50m langes grasbewachsenes Band, dem man zum nächsten Standplatz folgt.

Noch einmal 30m über grasiges Gelände nach oben. Entweder wir haben den nächsten Standplatz übersehen, oder es war wirklich dieser alte verrostete Normalhacken – letztenendes erweiterten wir die Seillänge um die folgenden 15m zum nächsten soliden Standplatz.

Danach folgte wieder ein langes grasiges Band. auch hier fassten wir wieder 2 Seillängen zusammen. Als wir in die 8. Seillänge einsteigen wollten, zogen immer mehr dunkle Wolken über das Massiv.  Hier entschlossen wir dann, die Gewittermeldungen im Hinterkopf, Abzuseilen und den Rückzug anzutreten. Von oben waren bereits mehrere Seilschaften mit dem gleichen Vorhaben beschäftigt. Es bestätigte sich, dass es die richtige Entscheidung war, zu diesem Zeitpunkt umzukehren. Wir kamen trocken am Auto an, bevor es mit den Regengüssen und Hagel losging…

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Gewitterwolken nach dem Abstieg

 

 

Fazit:

Der Zustieg über das Geröllfeld ist etwas heikel. Hat man erstmal den Einstieg und die 1. Seillänge gefunden, ist es eine Genussklettertour. Vormittags noch schön im Schatten, kann es Nachmittags aber doch ganz schön warm in der Sonne werden.

 

Das Topo und weitere Infos findet ihr natürlich auf Bergsteigen.com

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