Essen aus der Konserve war gestern.

Der Ein oder Andere will natürlich unterwegs möglichst Autonom leben, am besten alles in der Tasche dabei, der Andere geht gern ins Restaurant am Abend oder die Alm.
Manch einer mag aber auch nur mitten im Nirgendwo eine Mousse au Chocolate.
Klingt nicht nur abgefahren, ist es auch.
Heute geht es um Essen aus der Tüte. In der Theorie mit jedem Wasser zubereitbar. Sogar mit aufbereitetem Wasser aus einer Pfütze. Manches kalt, anderes warm. Na dann, wohl bekomm’s! Fangen wir an.

Im Testpaket lag bei, nach unserem Gusto gewählt:
Einmal Hähnchen Curry, eine Paella mit Huhn und Krabben, Milchreis mit Äpfeln und ein Mousse au Chocolat. Auch zwei Müslis. Alles aus der Tüte, alles nur mit heissem oder kaltem Wasser zubereitbar.
Wenn man die Tüte öffnet (Schritt 1) sieht es erstmal so aus:

IMG_20160409_191645521

Man erkennt in der Paella:
Reis, Shrimps, Huhn.
Hab einen Shrimp so geknabbert, war schon interessant was alles geht. Mehlig, trocken aber voller Geschmack.
Ok, soweit so gut.

IMG_20160409_192205309

Schritt2:

Auffalten des Bodens. Sehr wichtig um nach dem Wasser zugeben alles gut verrühren zu können. Danach wird die Tüte gefaltet, und geschüttelt. Nach Angabe des Herstellers 5-10 Minuten quellen lassen.
Man versteht bei der Tütenhöhe den Hinweis, dass ein langer Löffel von Nöten ist. Oder destruktives Potential mit dem Messer 😉

IMG_20160409_193619669
Inzwischen wurde die geschätzte Wassermenge (siehe Rückseite der Packung) zugegeben und umgerührt, die Tüte wird gefaltet, ca 6 Minuten sind vergangen.
Ergebnis:
Ganz passabel. Bisschen pframpfig, aber echt lecker für ein reines Tütenfutter.
Hier kommt nun der Querverweis zum Mora:
Messer rein, Tüte ab.
Die Tüte rechts ist bereits gekürzt.

IMG_20160409_193528588

Unser kleines verfressenes Küchen- und Reiseschaf probiert neben den Wiesen auf dem Weg auch unser Essen. Zum Glück futterte er bereits genug, so blieb auch für uns was übrig. Auch er meinte: Voll ok. Auch das Curry Huhn.
Geschmacklich überzeugten uns beide Desserts definitiv, nur der Milchreis hat jedoch eine Schwäche:
130 ml Wasser hinzugeben. Wer kann in einem Outdoortrip 130 ml genau abmessen aus einem Topf?
Wir nicht, darum wurd es eben eine Milchreissuppe.
Mousse au Chocolat war eine Bombe. Mit kaltem Wasser angerührt wirklich gut,man muss den Beutel nur zuhalten und brachial schütteln.
Kaum zu glauben. (100 ml kann man auch aus einer Nalgene abmessen, aber 130 ml?? Bisschen weniger als die Hälfte der halben 100 ml Markierung? Die Mousse punktet erneut mit der Zubereitbarkeit)
Hier mal 2 Beweise: Die Mousse links und die Milchreis-Suppe rechts.


Am Morgen danach gab es noch Müsli.
Einmal Beere und einmal Dinkel-Schoko. Geschmacklich war die Beere sehr gut, das Dinkel-Schoko auch..aber nun die Frage:
Wer braucht für diesen Preis (5 € pro Portion) eine Portion Müsli kaufen, wo man eine ganze Packung haben kann? War aber nett zu probieren und sonst wäre ich nie auf die Idee mit Milchpulver gekommen.
Kann man mit dem heimischen Müsli und Milchpulver sicher selber bauen.

So was ist unser Urteil?
Die Tüten wiegen kaum was, sind schnell zubereitet (5-10 Minuten je nach Gericht wie auf der Packung) und geschmacklich voll ok. Keine kulinarischen Ergüsse, aber gut – OK für den Outdoorsektor.

Der Kaufpreis von 5€ pro Tüte (Egal ob Nachtisch oder Hauptgericht oder Müsli) ist zwar happig, aber bei dem Geschmack besser angelegt als in der Fertigpalette des Supermarktes.
Mich graust es immer noch vor gewissen Reispaellas mit Chorizo..
Ob man das nun braucht, sei dahingestellt, die Mousse ist jedoch unantastbares Edeldessert, welches den Regentag oder Sonnenuntergang nochmals versüsst.
Der Vorteil der Tüten ist natürlich auf der Hand:
Mit ein paar ml Wasser eine schnelle Stärkung. Löffel sauberlecken und Wegstecken.
Nachteil: Für gute Ergebnisse muss man dann wieder sehr genau abmessen, da zuviel Wasser eben Milchreis in Suppe verwandelt. Ob man dann 5-7€ ausgeben will, ist die andere Frage. Brennwert für Nutzfetischisten: ~450 Kcal pro Einpersonen-Tüte. 4000 kcal Packungen sind  für mehr Geld auch zu erwerben.

Kurzum:

Als Notrationen oder als Überbrückung für Leute, die lange abseits der Zivilisation bleiben, ist das sicher eine Überlegung wert, aber da habe ich selbst schon anderes gemacht. 😉 Dazu vielleicht ein anderes mal mehr.

Somit heisst es: an die Tüten, fertig, los.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s