Navigation mit Telefon

Wer öfters draussen war, sah schon öfters Leute mit einem Garmin E-Trex, oder einem GPS Map rumlaufen. Wer ein Exot sein möchte, oder zu abgebrannt ist, um extra ein Navi zu kaufen, oder keine Lust dazu hat aber trotzdem den Komfort genießen will, navigiert im Flugzeugmodus offline per Telefon.
Ja, wirklich offline. Nicht Datenvolumenabhängig, ohne Empfang. GPS Antenne ist Voraussetzung natürlich.
Auf dem Testwochenende waren alle an meiner Variante sehr interessiert, da sie das noch nie sahen.
Orux Maps oder Locus machen es bspw. möglich und sind frei im Appstore erhältlich. Ausser bei Apple. Dabei hätten die hierfür die beste GPS-Antenne. Aber tolerieren  keine kostenlosen App’s….soviel dazu.

Was braucht man nun dazu?

-Ein eingerichtetes Konto für den Android Markt.Dazu ein x-beliebiges Telefon – ausser Iphone. (Hihi, wie schön es doch ist, Appeleptiker nun auszuschließen 😉 )
-Die bereits gefällte Wahl, was man nimmt oder die Lust eine der vielzähligen Alternativen zu testen ( Tracker, Locus, Orux, etc pp). Hier geht es um Orux, das fand ich sympathischer als Locus
-Ein Telefon, welches im Idealfall über eine lange Akkulaufzeit verfügt und eine brauchbare GPS Antenne, bevorzugt Outdoor Smartphones. Staub- und wasserdicht sind von Vorteil.

Ich hatte gute Erfahrungen mit den folgenden Geräten:
Samsung Galaxy X-Cover:
Wasserfest, stoßsicher, kratzsicher. Inzwischen aber überaltet und mit zu kleinem Akku. Ausserdem gibt es das X-Cover 3 bereits.. Insofern steht es hier nur, weil es mich auf meinem ersten Trip begleitete.
Samsung Galaxy S4 Mini:
Gute Peilung, brauchbare Akkuladung, leider sehr fragiles Display.
Warum Fragil?: Der Wecker vibrierte es vom Schreibtisch herunter, der Sturz auf eine Kante reicht für einen Displaybruch..
Motorola Moto G3 :
Eigentlich wie das X-Cover, nur mit mehr Akku (2100mAh), dafür fest verbaut, moderneres Display, gut ablesbar, Google Telefon. Wer eins hatte, weis was ich meine. Viele google Knöpfe, die man immerwieder mit nein bedienen muss. Denn nur bei JA wird die Antwort gemerkt und das unwiederruflich.

Mein persönlicher Favorit ist trotzdem momentan das Moto G3. Das hat nun von allen getesteten den besten Abweichungskreis und die längste Laufzeit.
Bei 50m Darstellung ist der Abweichungskreis kleiner als der Positionskreis.
Typisch Google. Die wollen eben wissen, wo du bist

 

Die GPS Genauigkeit könnt ihr ohne großen Test oder Aufwand mit der google Maps App testen 😉
Schritt 0: Verlasse das Haus und gehe 500 Meter weg, man muss es ja Google nicht zu leicht machen. Dann mach den Flugzeugmodus an.
Schritt 1: GPS an
Schritt 2: Google Maps an
Schritt 3:  Aktuellen Ort bestimmen. Am besten nicht daheim, ich habe da so meine Meinung zu dem Tracken der Heimadresse..
Schritt 4: Erscheint euer Punkt auf der Karte, zoomt man maximal in die Karte, dann erscheint euer Standort als blauer Punkt, umgeben von einem Kreis. Dieser Kreis ist der Radius in dem ihr euch befinden könntet. Also euer Standpunkt mit Peilabweichung
Je kleiner der Kreis, desto genauer ist euer GPS Symbol und gleichzeitig eure Abweichung von der realen Position. Noch kurz warten, der Kreis wird auch enger mit längerer Zeit, da die Peilgenauigkeit zunimmt.
Schritt 5: Je weniger alles springt, desto genauer wird es. Antenne aus und wieder rein/zurück.

Wer sich nun fragt wieso man den Flugmodus aktivieren soll:
Ohne Netz kann das Telefon nicht mehr zwischen den Sendemasten abschätzen, in welchem Gebiet man steht. Das ist nicht zu Unterschätzen bei der Genauigkeit.

Kurz ein Foto von meinem G3 im Einsatz, leider etwas unterbelichtet.

DSC_0722

Kurz zum Foto: Man kriegt mit dem System entweder seinen Track aufgenommen, kann welche planen, kann dazu Laufzeit, Höhenmeter, Durchschnittsgeschwindigkeit etc. pp abnehmen, auch das Laden von gängigen Tracks wie von outdoorgps ist kein Problem, die lassen sich einspeisen und der Pfeil bewegt sich dann auf oder neben dem Track. Je nachdem wie man läuft 😉

So, nun aber zu den Fakten:
Wer sich für diese Variante entscheidet, sollte wissen, dass man Karten im open street map Format laden kann.

Kostenlos.
http://www.openandromaps.org

Das wäre ein Beispiel für Karten.
Dafür kann man das Projekt mit freiwilligen Spenden unterstützen.
Denn so wird das System finanziert.

Einziger Nachteil:
Man braucht viel Einarbeitung bis man alles versteht und es läuft. Ist ein  festverbauter Akku im Telefon, muss man entsprechend große Batteriepacks einplanen, die man wieder kaufen und tragen muss. Ausnahme sind Hüttenwanderungen, da gibt es ja Strom..

Solange ihr auf freien Flächen oder in lichten Wäldern seit, funktionert es echt gut. In Schluchten soll es angeblich nicht so gut funktionieren, wegen Sendereflexionen.
Mit dem X-Cover habe ich so navigiert während des Mountainbiketrips, ohne größere Probleme.
Einzige der veraltetet Prozessor des X-Cover hat manchmal Sprünge verursacht, wenn das Telefon die Karte nachrechnete. Reichte für paar verlorene Höhenmeter, indem man bspw. die Kreuzung übersah und falsch abfuhr.. Straße runter statt quer drüber.
In der Nähe von Felsschluchten oder Ähnlichem kann es leider zu Signalproblemen kommen durch Überlagerungen, hier haben „richtige“ GPS Antennen ihren Vorteil, aber wenn man das weis..ist man ja vorbereitet. Erfahrungen zur Nutzung eines vollwertigen Navis habe ich (noch) keine. Im Notfall kann man aber auch so offline Navigieren durch Screenshot_20160505-110427
die Karte.

Auf dem rechten Screenshot seht ihr einfach mal einen Ausschnitt aus dem Orux Maps.
Im rechten Menü kann man sozusagen bei allen aufgeklappten Menüs alles bewegen und verschieben, links ist ein Luftlinienmesser und ein Zoom Knopf. Rechts sind die Navigationsknöpfe für Starten des GPS, Aufnehmen eines Tracks, Bewegen und Leiste Schließen. Karte ist eine Bike and Hike map, an sich sehr detailliert.

Screenshot_20160505-144350

So, links nun mal ein Foto aus dem Einsatz. Zoom auf beinah Maximum,also 20 Meter. Maximum ist 4 Meter Ansicht.
Der Sucherkreis ist schon sehr klein, das bedeutet eure Position wird sehr genau bestimmt.

Genauso würde es auch aussehen, wenn ein GPX Track im Spiel ist. Ein dezenter blauer Faden würde erscheinen, dem man folgt.

Je nach Telefon und Displaygröße ist es einfach schon sehr praktisch und im Vgl. zu einem vollem Navi sehr leicht zu bedienen. Gerade die Displayqualität kann hier aber je nach Telefon sehr variieren.

Was gibt es sonst zu sagen? Es gibt für Orux Maps bspw. ein Handbuch als PDF zur Bedienung. Da kann man sich alles mal „anlesen“ bevor man loslegt.
Ist auch ratsam, sonst kommt es zu Problemen unterwegs, die man vermeiden will. Ganz ohne ist der Einstieg nicht und man muss vorab einiges einstellen.

Mit Zusatzsoftware wie Garmin Basecamp oder auch Freeware kann man auch eigene GPX Tracks planen, und in den Ordner auf dem Telefon exportieren. E voila. Individuelle Routenabsteckung möglich bzw. Planung.
Wer dazu zu faul ist: Outdooractive bietet auch downloadbare Karten und Tracks an. Wie gewohnt per Gerät ladbar und direkt zu öffnen.

Karten für Orux :
Diese lassen sich in der aktuellen Version über einen Besuch der Homepage über das  Gerät mit Orux Maps auswählen und installieren.
Einfach die Downloadseite aufraufen, die Karte entsprechend auswählen und den Download abwarten.
Danach entpackt und installiert sich die Karte von selbst.
Macht auch besser Wlan an, es geht hier um 1-3 Gigabyte. Volumen.
Die Oberflächen sind genauso über den Oberpunkt „Themes“ zu installieren.
Mit ein bisschen Vorplanung kann man(n) dann bspw. auch über diverse Software Tracks am PC erstellen und als GPX in den passenden Ordner laden.
Sozusagen die eigene Tour vorplanen, gechillt zuhause, gespeichert auf dem Telefon und dann einfach abfahren /gehen und genießen.

Wer nun ein Motorola und oder die Android 5.0.02 oder oder 6.X benutzt sei vorgewarnt:
Aktuell stürzen dort die Systeme ab, wenn man reinzoomt. Hängt mit der Kartengröße zusammen.
Dafür gibt es aber nun ein Update, welches das behebt!
Unter Karteneinstellungen kann man bei Karte das Zoomproblem auswählen. E Voilla, maximaler Zoom wieder möglich.

Kurzes Fazit:
An sich ist Orux Maps mit den Open Street Maps Free. Man zahlt freiwillig.
Es ist, soweit ich es testen durfte, eine lohnenswerte offline Alternative.
Die Karten sind sehr detailliert und komplett offline nutzbar.
Je nach Telefon können aber nun individuelle Probleme auftreten bzw. Dinge vom Gerät abhängen.
Lest euch das noch durch, und fragt euch dann, wie es um euer Gerät bestellt ist:

  1. schlecht ablesbares Display in der Sonne. Das hängt von eurem Telefon ab.
  2. Massiver Speicherverbrauch. Die Karten sind sehr groß. SD Karte ist zwang, oder der interne Speicher ist schnell voll
  3. Akku: Wenn wie beim Motorola der Akku fest verbaut ist, ist es ohne Steckdose oder Akkupack nicht möglich nachzutanken.
    Der Punkt geht definitiv an das normal GPS? Deren Reallaufzeiten kenne ich leider nicht und kann dazu nichts sagen.
  4. GPS Genauigkeit: Auch hier hängt wieder alles vom Telefonmodell ab. Bei meinem gehts Klasse. Garantie gibt’s  aber keine.
  5. Bedienung geht wohl, wenn man Tasten vermissen kann, an das Telefon, da alles wie beim Telefon läuft.
  6.  Gewichtsfaktor – wahrlich 300-500 Gramm sind nicht viel, aber man spart ein zweites Gerät. Sofern die Punkte 1-5 klappen.

So  – das war’s dann erstmal. Viel Spass beim Testen.

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