Regen & Norissteig 

Das Jahr 2016 begann klettersteigtechnisch doch recht entspannt. Am Karfreitag 2016 wurde der Norissteig in der schönen Hersbrucker Alb trotz sehr durchwachsener – um nicht das Wort bescheiden zu verwenden – Wettervorhersage angegangen.

Am Morgen des Karfreitsgs packten wir schließlich, der Wetterprognose entsprechend, die wetterfesten Klamotten ein. Blöderweise stellte sich dann heraus, dass ich keine knöchelhochen wasserfesten Schuhe für diese Schlechtwettertour mehr besaß. Getreu dem Motto „das Leben ist kein Ponyhof“ wurden dann einfach die Scarpa Zen Pro angezogen. Diese hatten sich schon 2015 auf einigen Klettersteigen bewährt. Schließlich machten wir uns auf den Weg nach Fischbrunn.

 

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Amtsknechthöhle

 

In Fischbrunn parkten wir auf dem Parkplatz des Café/Gasthaus Schartl, welcher für Wanderer explizit erlaubt ist, allerdings mit der kleinen Bitte nach der Wanderung auf Kaffee und Kuchen dort einzukehren.

 

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Versicherter Steig an der Amtsknechthöhle

 

 

Noch trockenen Fußes machten wir uns dann auf die ca. 20 Minuten Zustieg zum Norissteig zu bewältigen. Dieser war auch leicht zu finden, da er schön ausgeschildert ist. Der Norissteig selbst ist kein durchgehender Klettersteig sondern besteht aus einigen verschiedenen Felsen mit zum Teil klettersteigtypischen gesicherten Passagen (Stahlseil, Stifte) bis hin zu frei kletterbaren Felsen in der Schwierigkeit I-II. Zwischen den Felsen hat man eine ausgiebige Wanderung bei der man auf ca. 6 km  Strecke kommt.

 

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Jeder Fels wurde erklommen

 

Bei uns gings dann gleich mit der Amtsknechthöhle los. Klassisch Klettersteig mit Stahlseil und zusätzlich dem Durchqueren der o.g. Höhle. Der Fels war aufgrund des Regens der letzten Nacht sehr nass und damit extrem rutschig. Weiter gings im nassen Laub und Matsch bis zu einer gratartig anmutenden Felsformation, die ohne Sicherung begangen werden musste. Nasser Fels, das gleiche Problem. Auch am Noristörle erwartete uns eine freie Begehung des Fels. Weiter ging es dann bis zum „Brettl“. Hier fanden wir eine verhältnissmässig höhere Wand mit Stahlseilsicherung aufgrund des schmalen Bandes und noch ein paar Stahlstifte vor. An der Wand fand man immer wieder Bohrhaken von kreuzenden Kletterrouten.

 

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Klettersteigfeeling am Brettl

Mittlerweile regnete es doch stärker, sodass wir im Regen und Matsch den letzten Teil des Weges Richtung Mittelbergwand antraten. Hier trafen wir auf zwei Zeitgenossen, die sich im strömenden Regen und nassem rutschigen Fels redlich im Kamin um den Abstieg bemühten. Nach kurzem Steckenbleiben wegen des dicken Rucksacks, schafften die beiden den Ausstieg schlussendlich auch. Die Prüfung unsererseits ergab einen klatschnassen speckigen Fels, auf dem man keinen Halt mehr finden konnte um sinnvoll den Einstiegskamin zu bewältigen. Somit umgingen wir den letzten Teil des Norissteig und machten uns dann wieder auf den Rückweg nach Fischbrunn.

 

Insgesamt ein sehr netter, wenn auch nicht klassischer Klettersteig mir vielen Wanderpassagen. Die Versicherten Steigpassagen überschreiten nie den Schwierigkeitsgrad B. An den unversicherten Felsen in der Schwierigkeit I-II kann man gut trittsicherheit  für alpine Unternehmungen üben. Wer sich allerdings unsicher ist, sollte ein Seil mitnehmen um sich sichern zu lassen. Dies ist aufgrund der vorhanden Bohrhaken gut möglich. Trotz des Regens eine schöne leichte Wandertour mit Kletterpassagen.

Infos zum Norissteig: DAV Sektion Noris

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