Rückblick – Fünf Flüsse Radweg

Am 11 und 13 Juni 2014 zog es uns mal wider aufs Rad.
Wir wollten mal wieder Bikepacken. Im Jahr zuvor war der Donauradweg dran.
Somit Tour 2, ein Gang hochgeschalten. Mit Zelt und Schlafsack diesmal.
Um es ganz krass zu sagen:
Gepäcktechnisch das absolute Gegenteil² zu den Biketrips in die Berge.
Aber wenigstens das selbe Rad.

Kurz zum Unterschied zwischen dem Gepäckverstauungssystemen von:

Frauen                                  und                           Männern

Kurz zu den Vorteilen vom linken System, System Frau:

Der Lenker ist frei, man sieht alles, keine Unwuchten am Lenker, leichter zu packen.
Gepäckträger haben je nach System und deren Gewicht aber ein zulässiges Maximalgewicht. Darauf sollte man achten.
Gängige Variante die man kennt und öfter sieht.

Rechts System Mann: Schlafsack am Lenker. Verändert den Schwerpunkt ein bisschen, das Rad fällt weniger, vorzuziehen bei „höheren“ Aufbauten auf dem Gepäckträger. Wichtig beim Thema Hebelpunkte, Fallen und Kippen des Rades.
Dafür versperrt man sich ein bisschen (je nach Schlafsack) die Sicht auf das Vorderrad.
Im Gegenzug ändert sich das Fahrverhalten.
Aber wie so oft gilt:
Ausprobieren und entscheiden was einem nun taugt.Es spielt eure Packtechnik innerhalb eurer Taschen eine große Roll. Genauso wird danach entschieden wie man die restlichen Gegenstände am Rad festmacht. Auch hier gibt es Tricks

Beginn der Reise:

20140610_195906 Beginn der Reise, Aufgabe eins: Wuchte das Baby so wie es ist in den Zug. Durch den Spanngurt ist Taschen abnehmen nicht so einfach möglich, die Einzelteile bräuchten nochmal 2 Hände zum Tragen.
Aber keine Angst:
Die Bahn macht auch was sinnvolles. Neue Züge und Bahnsteige sind auf dem selben Niveau.  Ähnelt nun einer Fertigpizza: Reinschieben, warten, rausholen
Was mir auch beim betrachten vom Foto auffällt: Der fehlende Fahrradständer. Seit ich den nichtmehr benutze, fiel es eigentlich niemehr von alleine um. Anlehnen rockt.

In Nürnberg wird noch eine Nacht verbracht, und dann geht es los auf den Kurztrip.
Fotos von der Fahrt durch die City gibt es nicht, spar ich euch auch.
Aber kurz hinter der Stadtgrenze geht es wie die Route heist, entlang der 5 Flüsse am alten Kanal. Einmal mehr freue ich mich über mein Reise-Mountainbike. Scheibenbremsen mit 2.25 Reifen bieten mit einer 100mm Gabel dochgewissen Komfort. Das Rollgeräusch der Reifen klingt beim X King wie Hornissen. Nett 😉
Los gehts.

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Wir spulen nach und nach Kilometer ab. Feldweg/Flurweg, geteert, nicht geteert und manchmal Straße. Dafür nach Neumarkt ein schönes Panorama.

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Etappenende 1 gegen 16:00 – Das Zelt steht, das Tarp fehlt. Miese Sache.. denn wie ihr Seht, Schatten gibt es keinen.. ausser im Zelt, aber das verwandelt sich direkt in eine Sauna. Vielleicht ist die Dosensuppe dann Abends von alleine warm?

Und

Zum Glück gibt es ein paar Meter weiter ein Schwimmbad. Das einzige was besser ist als eine kalte Dusche ist ein Schwimmbecken. Gussbetonplatten, Eisenwanne, eingemauert.  Erinnert vom Baustil kurz an die Zeit vor dem Kriegsende oder der davor.Man(n) fühlt sich wie in einer Zeitreise.

Was den Abend noch verbessert: Es gibt einen Italiener mit Steinofenpizza und Pasta.
Dosensuppe Ade. Danach ein Tiramisu. Energiespeicher voll. Ab aufs Rad und dann ins Zelt. Wow, ohne Taschen beschleunigt man echt derb.. 😉

Am morgen danach knurrt trotzdem der Magen. Die Frage wie man nun am besten neue Kalorien welche lange halten mit möglichst wenig Untergrund kompakt in sich bekommt sieht so aus:

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Peanutbutter Jelly. All you need..(beneath the roll and a cup of Coffee Tea or Juice…)

Rad wieder zusammengeschnürt, und ab die Lutzi.
Stundenlang geht es mal auf, mal ab.. Links, rechts, rechts, links.Folge dem Fluss.. Solang er und du miteinander oder gegeneinander fließen fährst du wohl richtigherum.
(Je nach Startrichtung)

Am Wegesrand findet man aber auch nützliches und interessantes. Umsonst!
Ein Freiluftmuseum ohne Eintritt mit Hausrekonstruktionen der Frühzeit.
Ich fasse zusammen:
Sport, Urlaub, Sonne, Training und kostenlose Bildung.
Was will man(n) mehr?
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Auf einem Abschnitt des 5 Flüsse Radweges ist ebenfalls ein Abschnitt einer Grenzmauer im Querschnitt rekonstruiert. Beeindruckend was einst ohne Schaufelradbagger und modernes Gerät ging.

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Aber nichtsdestrotz: Es gibt auch Bikepacking Luxus. So bequem , dass aus dem kurz hinlegen ein einstündiges Nickerchen wird. Die Laune der Begleitung: zwischen amüsiert und genervt.
Egal, nun gibt es Biernachschub, Grillfleisch und einen Einweggrill.
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Umleitung nach Bierbeschaffung und einem Einweggrill aufgrund eines Rettungseinsatzes..ein Mensch wird in der Donau gesucht.
Ende ungewiss.. Ist wohl auch besser so, wir erfahren es auch nie.

20140612_180348Irgendwann ist jeder Grill warm.JEDER.
Während wir vor uns hindinieren bauen zwei
sichtlich abgekämpfte ihr Zelt auf.
Der Blick wandert immerwieder zu uns.
Spätabends trifft man sich im Zentralen Hof an der großen Bank..Abendbekanntschaften.
In Reisekreisen -das ist schlimmer wie im Urlaub. Man lernt Leute kennen
und am Ende wird es gesellig. Am nächsten Morgen geht dann jeder seiner Wege. So auch hier.
Ein relativ großer Mann mit langen Dreads und Sänger/Frontmann der Weisswurstis  mit seiner kleinen Tochter hatt das Ziel in Wien anzukommen.
Mit dabei bei ihnen, der alte Fahrradanhänger in dem einst die Kinder transportiert wurden, systemlos von oben bis unten vollgestopft. Andere waren auf einer Wochenendtour, andere auf dem Rückweg von Österreich nach Nürnberg. Ein lustiger, Bierseliger Abend. Das Kalorienverbrauchskonto dank des Biers sicherlich auf 0 gesetzt, aber das war es Wert.
Die beiden die das Zelt aufbauten meinten dass es ziemlich derb war nach so einer Fahrt geruchsbelästigt zu werden, gerade bei Hunger.
Irgendwann ist man(n) in das Strohlager gefallen, und im angenehmen Duft eingeschlafen.

Neuer Tag, neuer Ritt, auf zur letzten Etappe,ab nach Regensburg. Morgens beim Packen der Räder werd ich nochmal drauf angesprochen dass ich doch keine Ahnung hätte, 2.25 Reifen mit Stollenprofil.. kostet zuviel Kraft.. geht garnet, dünne Trekkingreifen sind das Nonplusultra, sie fahren so lange.. was ich mir davon erhoffen.
Ich meine (wie ich es heute auchnoch meine) bessere Traktion bei Nässe, auf Sand mehr Haftung, mehr Rollkomfort, weniger Schläge bei Wurzeln, Steinen, Kanten aufgrund des Ballonreifenaufbaus, und dazu mehr Durchschlagsicherheit. Rollwiderstand ist inzwischen bei modernen XC-Mountainbikereifen sehr gering, und muss eh über den Luftdruck an das Gewicht und die Ladung angepasst werden.
Das können sie nicht glauben.. Naja sollen sie es nicht. Will eh los. Ich sah am Tag davor den Herrn mit klassischem Tourensetup der am Wegrand lag der verarztet wurde, und die Schleifspur auf dem Sand…
Manchmal sind eben reine Erfahrungswerte eben nicht alles. (oder doch?!)

Nichtsdestotrotz, wer früh fährt, fährt länger kühl. Also gehts los.
Nichtmal 15 km weiter holt mich in Gedanken das Gespräch ein. Während ich problemlos hierüber Rolle, mit 100mm Federweg und Grip denke ich über die Aussage der beiden nach.
Wenn man von solchen Untergründen absieht mag es auf Asphalt stimmen. Kopf geschüttelt, raus mit dem Gedanken. Der Ort ist zu cool. Leichtes Gelände mit Gepäck und man holpert drüber. Foto gemacht und weiter gehts.

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Irgendwann kommt jedoch der Punkt der kommen muss: Man wird vom Weg abkommen. Macht nichts, der Weg kommt auch irgendwann wieder auf der Karte. Nur der Fluss trennt uns von der feinen Linie der wir folgen sollen.
Schwimmen? Tragen? Bear Grills übertreffen indem man mit Outdoorsurvivalstelzen mit Klickaufnahme durch die Donau watet ohne Seil, sein Rad über sich haltend, dass auch ja alles trocken bleibt?
Geht auch schöner und Komfortabler

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Man zahlt dem Fährmann gut 1€ pro Person. Danach schiebt man sein Rad auf die kleine Fähre. Er nimmt seinen Stock, stößt das Floss ab, richtet es aus, und das Gewässer macht mitsamt des Stahlseiles den Rest.
Very comfortable.

Irgendwann nimmt aber auch diese Tagesetappe ihr Ende.

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Klein im Hintergrund sieht man es gelb leuchten. Nun nur noch über Asphalt Richtung Bahnhof, recht unspektakulär aber mit netten Aussichten.
3 Tage Radreise werden in 2 Stunden Zugfahrt zurückgespult.
Was bleibt?

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Ein Rad das ziemlich verdreckt ist. Nicht wirklich dreckig, aber doch irgendwie ordentlich staubig. Die steckende Kette die sich beim Schalten immerwieder verfing war wie sich im Nachhinein herausstellte das Ergebnis davon,dass das Kettenöl verklumpt wegen dem Feinstaub und die Kette nichtmehr frei beweglich war.
Die Frage die ich mir bis heute stelle:
Soll ich nächstesmal wirklich noch ein kleines Kettenöl mitnehmen?

Genausogut war die Frage des Regensburgers: Na, bisschen dreckig das Rad? Schaut auf die Nabe links und ihr könnt euch den Rest denken.

 

So: Was ist das Fazit dieses Trips? Man hat beim Biketrekking definitiv Zeit die Landschaft zu genießen, Eisessen zu gehen, mehrmals an coolen Orten zu übernachten und nette Leute kennenzulernen. Am Altersschnitt der Leute gemessen wird man mit 30 auch noch gut im Mittelfeld liegen, eher im unteren Bereich, aber nicht alleine sein. Es gibt mehr Leute die so was betreiben als man denkt. Es gibt viele Orte zu entdecken und viel zu tun, warum es also nicht angehen? Nebenbei ist es auch ein super Training und Workout, denn wann nimmt man sich schonmal die Zeit gut 10000 kcal zu verblasen? Jedoch sollte man nicht direkt sein Rad bepacken und voller Tatendrang losbiken, sondern vielleicht erstmal Packtaschen einweihen beim Einkaufen, und das Gewicht sukzesive steigern. Ist bspw mit Klicks an der Ampel klüger als umzufallen. Das Gewicht das von hinten zieht sollte/darf man nicht unterschätzen.

So far 😉 Ride on.

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